Zirkon - Teil 2
Andreas Lambrou in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 27. Juli 2006 20:45 Uhr
ENL5454
Der Markt für Zirkon ist wahnsinnig eng
Insgesamt kontrollieren die 12 größten Zirkonhersteller 80 % des gesamten Angebots von knapp über 1 Mio. Tonnen pro Jahr. Die 4 größten Zirkonproduzenten kontrollieren bereits 75 % des Marktes. Das macht Zirkon also zu einem ähnlich engen Markt wie dies bei Eisenerz der Fall ist.
Kein neues Angebot zu erwarten
Nach der Durchsicht des Geschäftsberichtes des weltweit führenden Zirkonherstellers aus Australien musste ich feststellen, dass die Anstrengungen der Industrie vor allem darin liegen die rückläufige Förderung aufzufangen und konstant zu halten, statt neue Projekte mit zusätzlichem Angebot auf den Markt zu bringen. (siehe Grafik)
rote Line: Nachfrage, blaue Fläche: Förderung, rote Fläche: erwartete neue Minenprojekte
Zirkon ist nur ein Nebenprodukt
Das der Zirkonmarkt überhaupt in ein so großes Defizit abgerutscht ist liegt daran, dass das meiste geförderte Zirkon als Nebenprodukt von Titandioxid (TiO2) gefördert wird. Titandioxid wird vor allem als „Weißmacher“ in Zahnpasta, Sonnenmilch, Farben usw. verwendet.
China Nachfrage unterschätzt – mal wieder…
In den letzten Jahren wurde die Nachfrage nach Keramikprodukten in China völlig unterschätzt. Zurzeit stellt China bereits doppelt so viele Keramikprodukte her wie Spanien und Italien zusammen, die beiden größten Keramikhersteller in Europa. Tendenz stark steigend.
Fazit
Obwohl die Zirkon Preise in der Nähe ihrer Höchstkurse liegen ist demnach nicht damit zu rechnen, dass das Angebotsdefizit ausgeglichen werden kann. Die Preise sollten also weiter steigen. Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein bis der Preis auf über 1.000 US-Dollar je Tonne steigen wird. Leider kann man Zirkon nicht einfach an einer Terminbörse oder als Zertifikat kaufen.
Das wäre wohl die beste Möglichkeit, da die Aktienunternehmen im Zirkon Geschäft meistens erhebliche Mengen an Titandioxid herstellen, dessen Preis stagniert. Als Wachstumstreiber für deren Geschäfte ist Zirkon aber sicher sehr interessant und mein Schnellschuss bei Google ergab doch einige interessante Treffer von australischen Unternehmen, die in diesem Geschäft tätig sind. Zudem hat ein kanadisches Unternehmen eine Technologie entwickelt, welches Zirkon aus den Resten der kanadischen Ölsandförderung gewinnen kann.
Es tut sich also einiges im unbeachteten Mineralienmarkt.
Ihr
Andreas Lambrou
