Zinssenkungen im Fokus: EUR und GBP unter Druck
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 3. Dezember 2008, 11:00 Uhr
ENL5454
Liebe Leser,
die Zeichen stehen nach wie vor nicht wieder für eine höhere Risikobereitschaft. Die Stimmung ist eher verhalten. Zwar handeln die Aktienmärkte inzwischen etwas fester, doch die Wachstumsaussichten für die Volkswirtschaften der Industrienationen drücken auf die Stimmung.
Heuet stehen vor allem die negativen zu erwartenden Daten aus Europa im Fokus.
Die europäischen Einzelhandelsumsätze sind einer Bloomberg-Umfrage zufolge im Oktober um weitere 1,5 % eingebrochen. Im September zeigten sich die Einzelhandelsumsätze bereits um 1,6 % rückläufig. Die offiziellen Daten werden heute Mittag veröffentlicht.
In UK ist die Konsumentenzufriedenheit auf das niedrigste Level in den vergangenen 4 Jahren gesunken. Die Arbeitslosigkeit steigt und Banken haben ihre Kreditlinien gesenkt. Fallende Immobilienpreise und ein Rückgang der Konsumnachfrage haben die britische Wirtschaft deutlich geschwächt.
Nun stehen hohe Zinssenkungen im Fokus. Der Konsens geht davon aus, dass die EZB morgen ihren Leitzinssatz um 50 Basispunkte auf 2,75 % senken wird. Für den Leitzins der Bank of England geht der Konsens sogar von einer Senkung um 100 Basispunkte auf 2 % aus.
Ein Szenario das deutlich EUR und GBP schwächt. EUR/USD notiert gegenwärtig bei 1,2627. Doch auch der Kauf von USD steht zur Zeit nicht mehr so hoch im Fokus. EUR/USD könnte bis zum Ende des Jahres in einer Range zwischen 1,2485 und 1,31 handeln.
Cable geriet heute massiv unter Druck und fiel von 1,4920 auf gegenwärtig 1,4719. GBP könnte auch weiterhin unter Druck bleiben und die 1,4675 zunächst austesten.
Quelle: Forexhelp.com
Dennoch, auch der USD erfreut sich nicht mehr der großen Beliebtheit durch die Käüfer wie noch zuvor. Enttäuschende Wirtschaftsdaten, weitere hohe Arbeitsplatzverluste mit denen gerechnet wird und die Bestätigung, dass sich die US-amerikanische Wirtschaft bereits seit Ende 2007 in einer Rezession befindet könnten den US-Dollar schwächen. Gegenwärtig wird die Frage diskutiert wann oder ob US-Finanzminister Henry Paulson die zweite Tranche von TARP nutzen wird. Eine Verzögerungstaktik würde den Markt weiter unter Druck setzen.
So steht USD/JPY trotz der leicht verbesserten Stimmung an den Aktienmärkten weiter unter Druck. Gegenwärtig notiert USD/JPY bei 92,93. Bis zum Jahresende könnte USD/JPY durchaus bis auf 91 fallen.
Quelle: Forexhelp.com
ähnliche Beiträge:
- Zinssenkungen stehen im Raum: JPY und USD kurzfristig unter Druck
- Portugal: EUR/USD nur leicht unter Druck
- USD und JPY wieder im Fokus: EUR unter Druck!
- EUR/USD: US-Payrolls im Fokus
- JPY unter Druck
- UK-Rezession im Fokus: GBP/JPY fällt auf Rekordtief
- EUR/CHF: neues Rekordtief!
- Euro/Dollar auf dem Sprung
- Erdölpreise unter Druck