Zinssenkung eingepreist!
Axel Retz in DAX Daily
vom 12. September 2007 08:30 Uhr
ENL5454
Gestern war es sechs Jahre her, dass die Anschläge vom 11.09.2001 die Welt erschütterten. Zur besten Sendezeit brachte das ZDF gestern der Versuch einer Zusammenfassung der Ereignisse und der offenen Fragen, das Ergebnis des Beitrags bezog aber weder für noch gegen die Verschwörungstheorien Stellung.
Das Bedürfnis nach Klarheit wird dadurch nicht befriedigt, dennoch scheint es einfach angemessen, diese Frage offen zu lassen. So wie die Frage nach dem Mord an John F. Kennedy.
Ein durchaus namhafter Analyst vertrat gestern die Auffassung, dass die zurzeit weltweit vereitelten Terroranschläge zu einem Teil dem Zweck dienten, die Aufmerksamkeit von den Problemen der Finanzmärkte abzulenken.
Nun ja. Seitdem selbst Untersuchungsausschüsse des US-Kongresses den US-Präsidenten offiziell der Lüge bezichtigten und der ehemalige Außenminister Powell sein Verhalten bei der Begründung des Irakkrieges als den größten Fehler seines Lebens bezeichnete, trauen viele der US-Regierung alles zu. Das hat sie sich selbst zuzuschreiben – verstärkt auch durch ihre nur unwillige und weitgehend im Dunkeln gehaltene Aufarbeitung der Terroranschläge.
Nur: Mit düsteren Mutmaßungen, dunklen Vermutungen, obskurer Zahlenmythik und ähnlichem Hokuspokus ist niemandem gedient. Und was all die „Beweis"-Filme und –Totos betrifft, die auf Ungereimtheiten beim Einsturz der Twin-Towers schließen lassen, sei daran erinnert, dass heutzutage ein einfacher PC mit einer ebenso einfachen Software ausreicht, um der Wirklichkeit ein anderes Gesicht zu schminken.
An den Finanzmärkten können sich die Akteure zurzeit noch darauf berufen, das Ausmaß der Krise nicht einschätzen zu können. Als immer sicherer gilt hingegen, dass die US-Notenbank in der kommenden Woche die Leitzinsen um einen Viertel Prozentpunkt zurücknehmen wird. „Bekanntermaßen", hörte ich heute morgen im Rundfunk, „ist das günstig für die Aktienmärkte".
Leider nicht bekanntermaßen, möchte ich anfügen, ist diese Aussage Unfug. In den vergangenen zehn Jahren steigen und fielen die Kurse an der Wall Street im Einklang mit der Entwicklung der Leitzinsen. Und vieles spricht dafür, dass sich dieser Zusammenhang auch diesmal wieder bewähren wird. Morgen früh dazu ein Chart!