Mr N. N. in Kapitalschutz Akte
vom
Ob gestern in Berlin im Bundesfinanzministerium die Champagnerkorken geknallt haben? Fakt ist jedenfalls, dass die Renditen deutscher Bundesanleihen am gestrigen Mittwoch auf neue historische Tiefs gefallen sind.
Bund Future über 145
Der Bund Future erreichte indes ein neues Allzeithoch. Zwischenzeitlich kletterte der richtungsweisende Kontrakt auf 145,44. Die Rendite zehnjähriger deutscher Bundesanleihen fiel auf sagenhaft tiefe 1,27 Prozent. Selbst bei den Bundesanleihen mit 30 Jahre Laufzeit ging der Renditerutsch vehement weiter. Und zwar auf deutlich unter zwei Prozent; exakt 1,82 Prozent gab es für Bundesanleihen mit 30 Jahre Laufzeit.
Ja, Sie lesen richtig, die Rendite 30-jähriger Bundesanleihen beträgt nicht einmal mehr zwei Prozent. Fast schon unglaublich, aber dennoch wahr!
Tiefer geht immer
Insofern verwundert es kaum mehr, dass der Renditeverfall sich auch am kurzen Ende nahtlos fortsetzte. Bundesanleihen mit sechsmonatiger Laufzeit rentierten mit 0,07 Prozent. Die Rendite zweijähriger Bundesanleihen fiel am gestrigen Abend auf NULL Prozent. Ja, Investoren sind gegenwärtig bereit, für Bundesanleihen mit zweijähriger Laufzeit gänzlich auf Zinszahlungen zu verzichten. Nicht auszuschließen, dass demnächst Investoren bereit sein werden, nicht nur negative Realrenditen, sondern auch Negativzinsen zu akzeptieren. Wie gesagt, tiefer und schlimmer geht immer!
Hohes Maß an Unsicherheit
Vielleicht werden Negativzinsen nach dem historischen Wahltag im Juno 2012 Realität werden. Nicht ausgeschlossen, dass sie eines Tages schlichte Normalität werden. Sicher scheint indes nur, dass vor dem 17. Juno die Nervosität und Verunsicherung weiter dramatisch zunehmen wird. Vielleicht sei noch zusätzlich kurz darauf hingewiesen, dass zwei Tage nach dem griechischen Wahltermin, nämlich am 19. Juno, das Bundesverfassungsgericht das Urteil zu den Mitspracherechten des Deutschen Bundestages bei den internationalen Verträgen zur Euro-Rettung verkünden wird.
Goldpreis in Euro steigt wieder
Abschließend noch kurz zur Entwicklung des Goldpreises. Gestern ging es trotz eines gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung relativ stark zulegenden US-Dollars beim Gold auch auf US-Dollar-Basis nach oben. Und zwar auf 1565 US-Dollar bzw. 1265 Euro. Die Unze der Anlagemünze Krügerrand gab es für 1285 Euro. Silber konnte sich gestern ebenfalls um 28 US-Dollar (22,6 Euro) stabilisieren. Der Wiener Silberphilharmoniker war für 25,8 Euro zu haben. Aus dem deutschen Edelmetallhandel wird von einem eher durchschnittlichen Kaufinteresse berichtet.
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