Zinsentscheid
Henrik Voigt in DAX Daily
vom 26. Januar 2011, 08:30 Uhr
ENL5454
durchwachsene US-Unternehmensbilanzen und Ausblicke sowie gemischt ausgefallene Konjunkturdaten haben die US-Börsen gestern zwischenzeitlich belastet. Zudem war vor dem heutigen Abschluss einer US-Notenbanksitzung eher Zurückhaltung angesagt. Mit einer Zinserhöhung rechnet zwar niemand, doch wird der Begleitkommentar wie immer akribisch auf etwaige Hinweise auf eine geldpolitische Richtungsänderung untersucht. Zusätzlich wird US-Präsident Barack Obama heute vor dem US-Kongress seine "State of the Union"-Rede halten. Am Markt kursierten laut Händlern Spekulationen, dass der Präsident sich darin für eine Haushaltssperre aussprechen wird.
Unter den Konjunkturdaten des Tages überraschte der vom Forschungsinstitut Conference Board ermittelte Index für das Verbrauchervertrauen positiv. Er ist im Januar deutlich von 53,3 Punkten im Dezember auf 60,6 Punkte geklettert (Erwartung: 54,8 Punkte) und damit auf den höchsten Stand seit Mai. Die Stimmung der Verbraucher gilt als zentraler Indikator für die Konsumausgaben, die etwa zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung ausmachen. Gleichwohl vermochte der Index keinen Stimmungsumschwung herbeizuführen. Daten zu den Häuserpreisen zeigten unterdessen, dass der Immobilienmarkt in den USA sich noch längst nicht erholt hat. Der Case Shiller-Hauspreisindex sinkt im November wie erwartet um 1,6 Prozent. Der von der Rating-Agentur Standard & Poors (S&P) veröffentlichte Index ist damit im Vergleich zum Vormonat wieder im negativen Terrain, als man noch einen Anstieg von 0,6 Prozent registrierte.
Umso erstaunlicher war es gestern, dass sich der US-Aktienmarkt kurz vor Handelsende kräftig von seinen Tagestiefs erholen konnte. Verantwortlich dafür waren maßgeblich di Aktien von IBM. Etwa eine Dreiviertelstunde vor Handelsschluss zogen die Titel, die zuvor bei 160,78 USD notiert hatten, plötzlich nachrichtenlos bis auf 164,35 USD an, was den DJIA um 27 Punkte zulegen ließ. Da wird doch nicht jemand absichtlich an den Kursen drehen?.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Bernd Fischer (26.01. 2011 11:00 Uhr):
hallo, herr voigt, natürlich wird an den kursen und damit an der marktkapitalisierung gedreht. fazit: es wird, von wem auch immer, kapital abgezogen und jemand wird gezwungen, trotz abzug den trend aufzuhalten durch anschl. käufe.das hat nichts mit IBM zu tun. der markt existiert als solcher nicht, verläßlichkeit ist nicht vorhanden. frage: wenn man das weiß, wie kann man es zum eigenen vorteil ausnutzen? b. fischer
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