Zinsen, Dollar und der Dax

Axel Retz in DAX Daily zum Thema Dax 30
vom


von Axel Retz

So. Die babylonische Sprachverwirrung, die uns sachverstandsfreie Beamten nach Jahren zähen Ringens ins Nest gelegt haben, ist (hoffentlich) vorbei. Jeder darf jetzt mehr oder minder, wie er will.


Das gilt immer schon für den Dax. Und den hatten die Anleger nach dem Freudenfeuer vom Freitag gestern höher erwartet. Was sich aber als Trugschluss erwies, da an der richtungweisenden Wall Street die Anschlusskäufe ausblieben. Erneut grassierten dort Zinsängste. Die Kombination aus deutlich ausgebremstem Wirtschaftswachstum und fortbestehenden Inflationsrisiken ist ziemlich genau das Gegenteil dessen, was den Anlegern gefallen sollte.

Dass die Aussicht auf das Ende der Zinserhöhungen allein kein Grund zum Jubel ist, hatte ich im Dax Daily bereits erläutert und charttechnisch belegt: In den letzten acht Jahren fielen die Aktienkurse, wenn die Leitzinsen gesenkt wurden, und sie stiegen, wenn die Leitzinsen angehoben wurden.

Auch meine Überlegungen zum US-Dollar hatte ich Ihnen vorgestellt: Als die US-Notenbank vor gut zwei Jahren mit ihren nunmehr 17 Zinsanhebungen begann, lag der Kurs des Greenback gegenüber dem Euro sogar ein wenig höher als heute. Die sich zugunsten der US-Devise immer weiter öffnende Zinsschere war also gerade einmal dafür gut, den Dollar knapp auf seinem Niveau zu halten. Stoppt die FED nun die Zinserhöhungen, muss folgerichtig von einem fallenden Dollar ausgegangen werden.

Die damit verbundenen Risiken können nicht hoch genug eingeschätzt werden. Schweizer Franken und Euro befinden sich charttechnisch „auf dem Sprung". Halten Sie das im Auge. Denn die im Dax-Chart erkennbare, seit Mai entstandene, mögliche „umgekehrte Schulter-Kopf-Schulter-Formation geht Hand in Hand mit einer regulären Schulter-Kopf-Schulter-Formation des Dollarkurses. Das bedeutet Risiken für den Dax, falls der Dollar abschmieren sollte!

Chart

Charttechnisch ist gestern wenig passiert. Der Markt kam auf Tageshoch herin und bröckelte dann bei dünnen Umsätzen vor sich hin. Interessanter sehen die markttechnischen Indikatoren aus: Das Momentum hat gegenüber dem Maihoch des Dax eine schroffe negative Divergenz ausgebildet, der Stochastik-Indikator scheint kurz vor einer Abwärtswende zu stehen.

FAZIT UND EMPFEHLUNG: Langfristanleger haben in den vergangenen Wochen einen grundlegenden Wechsel vollzogen. Die Planung, in Schwäche hinein zu kaufen, hat nun der Vorgabe Platz gemacht, in Kurserholungen hinein zu verkaufen. Das gilt, bis die Korrekturphase erkennbar abgeschlossen ist!

Kurzfristig ausgerichtete Trader warten eine Abwärtswende der markttechnischen Indikatoren ab. Und lassen dabei den Trendfolgeindikator MACD außen vor. Denn wir befinden uns in einem Seitwärts- nicht in einem Trendmarkt.

Kurzfristige Widerstände: 5.800

Kurzfristige Unterstützungen: 5.550/5.600, 5.300

Viel Erfolg!

Axel Retz


Artikel bewerten
Durschnittliche Wertung:
0 Sterne
Wertungen:
0 insgesamt
Artikel weiterempfehlen
Kommentar abgeben

* = Pflichtfeld, bitte unbedingt ausfüllen

Kommentare Kommentar abgeben