Zink: langfristig gute Aussichten!
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 25. Februar 2009, 20:00 Uhr
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Liebe Leser,
die globale Abschwächung des Wirtschaftswachstums, gekoppelt mit hinreißender Trübsinnigkeit und der Angst, dass aus einer weltweiten Rezession auch eine zweite Große Depression entstehen könnte, haben die Industriemetallpreise - wie wir alle wissen - tief in den Keller gedrückt.
Natürlich spiegelt das aktuell niedrige Preisniveau neben Angst und Unsicherheit auch die schwache Nachfragesituation und die wachsenden Lagerbestände wieder. Doch die Frage nach der zukünftigen Entwicklung ist nur zur Hälfte beantwortet wenn man sich allein die Faktoren welche gegenwärtig für ein günstiges Preisniveau sprechen ansieht.
Wer sich stattdessen gerade für künftige Szenarien interessiert muss zwingend einen Blick auf die aktuelle Lage der Bergbauunternehmen und Hüttenwerke werfen. Dies gilt ganz besonders im Hinblick auf die Zinkproduktion.
Minenschließungen haben bereits zur Folge, dass mehr als 1 Million Tonnen Zink aus dem Primärmarkt genommen wurde
Den Zinkförderer geht es im Moment nicht anders, als allen übrigen Buntmetallförderern: die viel zu günstigen Preise machen das Geschäft kaputt. Oder anders: Minen die am oberen Ende der Kostenskala in Betrieb genommen wurden, sind mittlerweile schlichtweg nicht mehr rentabel. Die logische Konsequenz: diese Minen werden geschlossen.
Seitdem die Zinkpreise im letzten Oktober den freien Fall antraten produziert die Bergbauindustrie über 1 Million Tonnen weniger an Zink. Das entspricht übrigens bereits 14% der gesamten westlichen Zinkproduktion. Und ein rasches Ende der Produktionskürzungen ist noch nicht abzusehen - im Gegenteil, je nachdem wie sich die wirtschaftliche Lage entwickelt, könnten die nächsten 6-12 Monate noch weitere Kürzungen sehen.
Doch diesmal trifft es auch die Hüttenwerke
In der Vergangenheit ist es immer schon so gewesen, dass bei rückläufigen LME-Preisen, die Bergbauunternehmen gezwungen waren ihre Produktion zu kürzen oder sogar ganze Minen stillzulegen. Doch selten waren auch die Hüttenwerke gezwungen sich aus dem Markt zurückzuziehen.
Doch diesmal ist es anders, denn wir sehen die niedrigen Preise aktuell nicht weil - wie in der Vergangenheit - ein Überangebot produziert wurde, sondern vor allem weil die Nachfrage der großen Konsumenten, von Seiten der Automobilindustrie und aus dem Baugewerbe, nachgelassen hat.
Bereits im vergangenen Jahr waren drei große europäische Schmelzereien - die deutsche Ruhr Zink, die rumänische Copsa Mica und die spanische Cartagena - gezwungen ihre Pforten zu schließen. Allein damit fallen bereits 237.000 Tonnen pro Jahr an raffiniertem Zink aus dem Markt weg.
Doch die Europäer sind nicht allein! Unzählige andere Hütten haben bereits ihre Produktion gedrosselt. Teck Cominco hat beispielsweise eine Kürzung von 15-20% vorgenommen, die russische Chelyabinsk hat die Produktion sogar um 50%, oder 90.000 Tonnen reduziert.
Die Folge: der Markt könnte von einem Überschuss im letzten Jahr sogar in ein Defizit abrutschen
Warum all die oben genannten Hiobsbotschaften positiv für den Zinkmarkt sind? Weil sie auf nichts anderes hindeuten, als dass der Zinkmarkt - der im vergangenen Jahr noch einen Angebotsüberschuss in Höhe von 195.000 Tonnen aufwies - in diesem Jahr mindestens ausgeglichen sein dürfte, wenn nicht sogar ein Angebotsdefizit im Primärmarkt bevorsteht.
Und was das heißt wissen wir alle, denn schließlich bestimmen immer noch Angebot und Nachfrage den Preis.
Wenn auch die aktuelle Zink-Preisentwicklung etwas im Trüben fischt, so sind doch die langfristigen Aussichten, gerade aufgrund der massiven Angebotskürzungen hervorragend. Eine Trendwende ist somit vorprogrammiert. Wann diese stattfinden wird? Nun ich besitze keine Glaskugel, aber sobald die Weltwirtschaft endlich Zeichen einer beginnenden Erholung zeigt, wird man sich freuen schon vorher dabei gewesen zu sein. Wann also? Ich weiß es wirklich nicht, aber ich bin mir sicher, dass die Gegenbewegung kommen wird und wenn sie kommt dann wird sie massiv sein.
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