Zielkursprognose von gestern Mittag lag bei 1.160 Punkten im S&P500
Jürgen Nowacki in Investoren Wissen
vom 5. August 2011, 16:00 Uhr
ENL5454
Gestern gegen 15 Uhr haben wir Ihnen im S&P 500 eine Zielkursprognose von 1.160 Punkten gegeben. Gegen 22:00 Uhr erhalten wir von dem Analysten John Murphy folgenden Chart mit seiner Zielkursprognose von 1.175 Punkten. Aber schauen Sie selbst:
S&P500 im Tageschart (Stand am 04.08.2011: 1.200,76 Punkte)
Der gestrige S&P500-Chart zeigte Ihnen den Zeitraum ab Dezember 2010. Der heutige Chart geht bis Juni zurück, weil der Analyst Ihnen einen Elliott Wave Count zeigen will, der im Juli mit Welle 1 begann. Sie sehen vor sich einen vollständigen Wellen-Count mit 3 Aufwärtswellen (violett; 1, 3 und die 5) sowie 2 Korrekturwellen (2 und 4). In Verbindung mit den Fibonacci-Retracements lassen sich jetzt folgende Schlüsse ziehen:
Wenn diese Korrektur vorbei ist (was Monate dauern kann), besteht nach Elliotts Lehre eine hohe Wahrscheinlichkeit für einen neuen 5-gliedrigen Zyklus mit neuen Höchstkursen. Bis dahin aber ist es noch ein langer Weg, denn sofern sich der S&P 500 oberhalb von 61,80 Prozent (1.150 Punkten) stabilisiert, wird mit großer Wahrscheinlichkeit eine reflexartige Zwischenerholung einsetzen, die von vielen Anlegern als Chance genutzt werden wird, ihre Verlustpositionen abzustoßen. Also in Zahlen ausgedrückt: Der S&P 500 dürfte kurzfristig bis an die ehemalige Unterstützungslinie bei 1.250 Punkten zurückfinden, aber dann rechnen Sie bitte mit einem zweiten Angriff auf 1.175 und 1.160 Punkte. 1.175 Punkte ist die Zielmarke von John Murphy, weil er sich am Tief vom November 2010 orientiert. Unsere gestrige Schätzung basiert auf einfacher Charttechnik, wie sie von der VTAD, der Vereinigung Technischer Analysten Deutschland e.V. vermittelt wird. Eine Regionalgruppe gibt es bestimmt auch in Ihrer Nähe, schauen Sie doch einfach mal ins Internet oder kommen Sie vorbei, es lohnt sich.
Am Dienstag, dem 2.August haben wir um 9:00 Uhr eine E-Mail und eine SMS an unsere Target-Trader-Leser verschickt, in der wir die Problematik der Aktienmarktsituation schonungslos kommunizierten haben. Wir haben unseren Lesern mitgeteilt, dass wir die Musterdepots gnadenlos räumen und Aktien verkaufen. Welcher Banker, das frage ich Sie, hat Ihnen Dienstag früh - bevor der große Ausverkauf losging - diese Information gegeben?
Viel Erfolg am Markt wünscht Ihnen
Jürgen Nowacki
Coach Trading & Sales
Zum ersten Teil von: Die Situationsanalyse
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Andrew Franke (08.08. 2011 10:57 Uhr):
Sehr geehrter Herr Nowacki, ich finde es schade, dass Sie mit Ihrem letzten Absatz wieder die Banker als die Bösen darstellen. Wir dürfen per Gesetz keine Verkaufsempfehlung geben, wenn die Bank eine entsprechende Einschätzung zu einem Papier hat und der Kunde seine Risikobereitschaft nicht verändert. Zudem muss das ganze Geschäft auch noch entsprechend protokolliert werden. Da sitzen schon einmal eine Stunde, um den Kunden neu auszurichten, es zu protokollieren, Produktinformationsblätter zuschicken (Mail, Fax, Internet). Das sind die Auswirkungen der Finanzmarktkrise. Uns Bankern sind im Kundenverkehr auch zum Teil die Hände gebunden. Ich würde daher den letzten Absatz relativieren. Wir reden schon mit unseren Kunden im allgemeinen Kontext, um nicht protokollieren zu müssen. Wenn der Kunde sich entscheidet, müssen wir protokollieren, da wir zu diversen Papieren auch eine entsprechende Einschätzung haben. Sicherlich kann man die Geschäfte auch beratungsfrei durchordern. Da könnte es aber Probleme mit dem BAFin geben. Mit freundlichen Grüßen Andrew Franke
Antworten- Antwort von juergen nowacki (08.08. 2011 14:36 Uhr):
Hallo Herr Franke entschuldigen Sie meine kleine Provokation, das was Sie sagen ist absolut richtig aber und das wollte ich damit deutlich machen: Der Kunde ist der Leidtragende dabei und bleibt auf der Strecke. Sie, als Banker haben eine der besten kaufmännischen Ausbildungen genossen die man in Deutschland machen kann aber man lässt Sie doch gar nicht arbeiten und diesen Job so machen, wie es noch vor wenigen Jahren möglich war. 50 Prozent aller Medikamente landen schätzungsweise in den Müll nachdem der Beipackzettel gelesen wurde. Das Gesundheitssystem geht an dieser Strategie kaputt und das BaFin will den selben Weg gehen. Banker wurden zu Produktverkäufern degradiert und wenn Sie es wagen würden einen Kunden anzurufen um ihn auf eine Crashsituation hinzuweisen müssten sie das anschließend in zahlreichen Protokollen begründen und wehe dem es geht schief und die Märkte steigen weiter. Wieviel Kunden kann man unter diesen miesen Arbeitsbedingungen bedienen?
- Antwort von juergen nowacki (08.08. 2011 14:36 Uhr):
