Zickzack-Dax
Axel Retz in DAX Daily zum Thema Dax 30
vom 03. August 2006 08:30 Uhr
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Vorgestern abend, die Wall Street gründelte gerade in tieferen Kursgewässern, lag ein Put-Einstieg im Dax und in ausgesuchten Derivaten auf einzelne Aktien zum Greifen nahe. Und ich riet den Lesern meiner Börsendienste DAX PROFITS und EurXProfits, am nächsten Morgen um 07:00 Uhr ihre E-Mails abzurufen, um meine konkreten Einstiegsempfehlungen zu lesen.
Gestern morgen habe ich diesen Einstieg dann abgeblasen: Über Nacht hatten sich die technischen Parameter für den Put-Kauf deutlich verschlechtert.
Der Rat zur Abstinenz kam zur rechten Zeit. Denn nach dem kräftigen Abwärtstag vom Montag orientierte sich der Dax gestern vom Start weg wieder nach oben und schloss vier Punkte unterhalb des Vortageshochs.
Im Chart hat der Dax nun ein „symmetrisches Dreieck" ausgebildet. Unschönerweise sagt diese Formation aus, dass es aus ihr in beide Richtungen weiter gehen kann, was nicht wirklich hilft.
Gestern hatte ich unterstrichen, dass von den markttechnischen Indikatoren bisher lediglich der Sochastik auf die Verkaufsseite gewechselt hat. Dabei bleibt es, wie Sie im Chart sehen.
Es eilt also nicht mit einem Einstieg. Die wilden Swings in beide Richtungen dauern an. Ein Leser schrieb mir vorgestern, dass er bereits auf der Putseite zugegriffen und damit 40 Prozent Gewinn erzielt habe. War diese Position nicht mit einem Stopp geschützt, sind diese Gewinne nun schon wieder dahin. Sie sehen:
Es bleibt extrem gefährlich – und zwar auf beiden Marktseiten. Das mittelfristige Bild suggeriert jedoch, dass sich der Dax in einer Gipfelbildungsphase befindet.
Der Tageschart zeigt den für die aktuelle Marktsituation (per Saldo seitwärts) maßgeblichen Stochastik-Indikator. Per Montag wendete er nach unten. Das heißt:
Die Bären haben jetzt vermutlich erst einmal die besseren Karten. In trockenen Tüchern sind neue Abwärtsspekulationen aber erst, wenn der Dax unter 5.550 schließt.
FAZIT UND EMPFEHLUNG: Langfristanleger haben in den vergangenen Wochen einen grundlegenden Wechsel vollzogen. Die Planung, in Schwäche hinein zu kaufen, hat nun der Vorgabe Platz gemacht, in Kurserholungen hinein zu verkaufen. Das gilt, bis die Korrekturphase erkennbar abgeschlossen ist!
Kurzfristig ausgerichtete Trader warten eine Abwärtswende der markttechnischen Indikatoren ab. Und lassen dabei den Trendfolgeindikator MACD außen vor. Denn wir befinden uns in einem Seitwärts-, nicht in einem Trendmarkt. Der Stochastik-Indikator hat nun auf die Verkaufsseite gewechselt, steht damit aber noch ziemlich allein. Warten Sie weiter ab!
Kurzfristige Widerstände: 5.800
Kurzfristige Unterstützungen: 5.550/5.600, 5.300
Viel Erfolg!
Axel Retz
