Zertifikate Know How: Handelseinschränkungen
Michael Vaupel in Traders Daily zum Thema Derivate & Hebelprodukte
vom 23. Februar 2011, 12:00 Uhr
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Trader´s Daily Leser Wilhelm A. schrieb mir:
„In einer Web-Präsentation die ich heute gehört habe, wurde mitgeteilt, dass z.B. Optionsscheine auf Gold durchaus einem Risiko unterliegen, von dem ich noch nichts gehört habe: Dass einfach die Kursfeststellung an der Börse ausgesetzt wird, und damit kein Preis für den Optionsschein festgestellt werden kann - und der OS u.U. wertlos verfällt oder einfach nie bedient wird. Dies sei durchaus schon mit anderen Papieren so gewesen z.B. mit Papieren, die auf Kupfer basierten. Könnten Sie dazu was sagen?"
Meine Antwort:
Ja, das sind die „Handelseinschränkungen"! Hatte ich bereits mehrfach als Thema.
Kennen Sie vielleicht auch: Gerade in den turbulentesten Zeiten stellen manche Emittenten gelegentlich den Handel mit bestimmten Scheinen ein. Bedeutet im Klartext: Der Emittent als „market maker" stellt dann keine verbindlichen An- und Verkaufskurse mehr.
Das ist z.B. dann der Fall, wenn sich der Emittent selbst nicht absichern kann, wenn also der Basiswert des Scheins selber gerade nicht gehandelt wird. Wenn es also z.B. bei Kakao einen Handelsstopp geben sollte, ist es durchaus wahrscheinlich, dass auch ein Emittent eines Kakao Long-Zertifikats für diesen Schein eine Handelsaussetzung „verkündet".
Dann kann es natürlich die oft zitierten „technischen Probleme" geben. Wenn ein System zusammenbricht, dann werden eben eine Zeitlang mal keine Kurse gestellt. Ist eben so, da arbeiten auch nur Menschen.
Es rate Ihnen dazu, sich die Unterschiede bei den Emittenten genau anzusehen! Es gibt Emittenten, die mir besser gefallen als andere. In Bezug auf dieses Thema bedeutet das: So gut wie keine Handelsaussetzungen, und wenn - dann gut begründet und nachvollziehbar.
Eine Möglichkeit, wie Sie sich einen Überblick verschaffen können: Im Fall der Börse Stuttgart werden auf deren Internetseite unter dem Punkt „Aktuelles" auch die „Handelseinschränkungen" veröffentlicht. Da steht dann, welche Zertifikate welches Emittenten ab wann von einer solchen Einschränkung betroffen sind. Manche Emittenten kommen da meiner Ansicht nach durchaus auffällig oft vor!
Machen Sie sich am besten Ihr eigenes Bild...
Zurück zur Frage des Lesers. Das Problem besteht also - ich sehe es aber nicht als so gravierend an wie es beim Leser den Eindruck macht. Emittenten sind „market maker", sprich sie „machen den Markt". Ohne triftigen Grund habe ich noch keine länger andauernde Handelseinschränkung gesehen.
Was es noch gibt: Den Fall des „ausverkauft". Dann möchte ein Emittent keine neuen Zertifikate dieser Art herausgeben. Vorhandene Zertifikate kauft er dann aber weiter zurück.
Konkret bedeutet das: Für diesen Schein gibt es weiter „Geld"-Kurse (zu dem kauft der Emittent zurück), aber keine „Brief"-Kurse (zu denen der Emittent Stücke herausgibt).
Mit herzlichem Gruß!
Ihr
Michael Vaupel
Diplom-Volkswirt / M.A.
Chefredakteur Trader´s Daily
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