Zen oder wie man eine Wirtschaft repariert
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 9. September 2010, 07:30 Uhr
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Laut einem Artikel in der New York Times von Norihiro Kato sind die Japaner gut daran, wenn es darum geht, weltliche Dinge abzuschütteln. So ist Japan nicht mehr die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt - sondern wurde von China überholt.
Aber die Japaner sind so etwas gewohnt. Wir wissen alle, dass sich Japan seit 20 Jahren in einer Stagnation befindet; Japans BIP hat vor 15 Jahren einen Zenit überschritten. Das ist aber nur ein Teil der Geschichte. Was die industrielle Produktion betrifft, so geht diese im Fall von Japan seit mittlerweile 40 Jahren zurück. Japans Bevölkerung hat ebenfalls ihren Zenit überschritten. Von 1917 bis 1977 wuchs sie um rund 1% pro Jahr. Aber jetzt gibt es weniger Japaner als 2005. Wenn der Trend so weiter geht, wird es irgendwann gar keine Japaner mehr geben.
Meine Rede: Die Leute denken das, was sie denken müssen, wenn sie darüber nachdenken. Was denken Leute, die sich auf dem Weg der Auslöschung befinden? Fragen Sie die Japaner. Laut Kato werden die Japaner weniger wettbewerbsfähig, dafür denken sie mehr nach, fast Zen-mäßig, ein Auge nach innen gerichtet, weg vom Kämpfen....großzügig akzeptierend, was immer ihnen die wirtschaftlichen Götter senden. Sie bleiben zu Hause und sparen ihr Geld, wie ein Tänzer im Ruhestand; sie wissen, dass es bergab geht.
Anderswo im entwickelten Westen haben Resignation und Kapitulation noch nicht um sich gegriffen. Die Leute setzen immer noch darauf, dass Dinge wie quantitative easing" die Party weitergehen lassen.
In den USA haben sich zuletzt in einer einzigen Woche eine halbe Million Menschen das erste Mal arbeitslos gemeldet. Das war der höchste Wert seit 9 Monaten. Normalerweise sollten in einer Wirtschaftserholung viele neue Jobs geschaffen werden. Stattdessen ist der Arbeitsmarkt erschreckend schwach. Was die Verkäufe von Häusern betrifft, da sind die Zahlen so schlecht wie seit 1968 nicht mehr. Dabei war es der Immobilienmarkt, der in 7 der letzten 8 Rezessionen beim Weg in die Erholung voranschritt. Und jetzt hält er die Erholung auf! Fast jede siebte Hypothek ist von Zwangsversteigerung bedroht.
Lassen Sie mich deshalb eine ernste Frage stellen. Wenn eine Wirtschaft nicht aus eigener Kraft aus einer Rezession herauskommt, was passiert dann? Wird sie dann wie Japan? Oder nicht?
Es gibt so viele Experten, die dazu ihre Meinung abgeben, dass man ein Idiot sein müsste, um sich jeden von diesen anzuhören. Es gibt diejenigen, die denken, dass Europa und die USA in die japanischen Fußstapfen treten werden. Und die, die denken, dass sie das nicht werden. Ich selber halte es mal mit der einen, mal mit der anderen Seite.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von albert jan mantingh (09.09. 2010 07:59 Uhr):
Wahrscheinlich wird es die USA und die EU schlechter gehen als Japan, weil die Japaner gespart hatten und die Amerikaner viele Schulden haben, und die Europäer vergreist sind. Wen man gespart hat, kann man sich etwas leisten, wen man schulden hat ist man gebunden, nicht frei.
Antworten - Kommentar von Matthias Klama (09.09. 2010 10:37 Uhr):
Hallo, das Geldsystem ist exponential - unrettbar. Schreiben Sie mal darüber. MfG Matthias Klama
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