Zeitraum- und Trendbetrachtung liefert bessere Erkenntnisse

Sven Weisenhaus in
vom


So handelt es es um die gerade zuvor genannten Zahlen um Jahresdurchschnitte für das vergangene Jahr 2011 im Vergleich zu 2010. Demnach sind die Preise also bei den Erzeugern, im Großhandel und bei den Importen tatsächlich stark gestiegen. Den größten Einfluss auf die Entwicklung der Preise hatten die steigenden Energiepreise.


Doch was viel wichtiger ist, als der Jahresdurchschnitt, ist in meinen Augen der lang- und kurzfristige Zeitraum und Trend.

Zeitraumbetrachtung

Werfen wir einen Blick auf einen anderen Zeitraum. Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte zum Beispiel waren zwar im Jahresdurchschnitt 2011 um 5,7 % höher als im Vorjahr, 2009 gingen Sie jedoch auch um 4,2 % gegenüber 2008 zurück und stiegen dann in 2010 gegenüber dem Vorjahr nur um 1,6%. Im 3-Jahres-Zeitraum sieht also alles schon gar nicht mehr so schlimm aus.

Trendbetrachtung

Und nun ein Blick auf den Preistrend. Im Dezember 2011 lag der Index der Erzeugerpreise zwar um 4,0 % höher als im Dezember 2010, gegenüber dem Vormonat November 2011 ging er aber um 0,4 % zurück.
Seit Anfang 2011 befinden sich die Steigerungsraten auf dem Rückzug - der Trend zeigt also abwärts.


(Quelle: Statistisches Bundesamt) Erzeugerpreise Veränderung gegenüber dem Vorjahresmonat in %

Ähnliches Bild im Großhandel...

Ähnlich das Bild bei den Preisen im Großhandel. Wie oben bereits angegeben lag der Anstieg hier zwar im Jahresdurchschnitt 2011 um 7,5 % über dem Stand des Jahres 2010 und damit so hoch wie 1981 nicht mehr, im Dezember 2011 lag die Jahresrate aber schon nur noch bei 3,0 %. Im November 2011 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr noch + 4,9 % und im Oktober 2011 + 5,0 % betragen. Und zum Vormonat November gab es gar keinen Preisanstieg mehr.
Auch hier also ein klarer Trend Richtung Entspannung.

... und bei den Importpreisen

Auch beim Index der Einfuhrpreise war der Anstieg im Dezember mit 3,9% zum Vorjahr schon wieder deutlich niedriger als der Jahresdurchschnitt mit 8,0 %. Noch im November hatte die Veränderung zum Vorjahr + 6,0 % und im Oktober + 6,8 % betragen.


(Quelle: Statistisches Bundesamt) Einfuhrpreise, Veränderung gegenüber dem Vorjahresmonat in %

Gegenüber dem Vormonat stieg der Einfuhrpreisindex im Dezember 2011 um 0,3 %.

Zielrate der EZB bei den Verbraucherpreisen schon wieder erreicht

Und auf Verbraucherpreisebene? Da waren die Zahlen insgesamt noch weniger dramatisch.
Im Januar 2012 wird die Inflation voraussichtlich schon nur noch bei 2,0 % und damit exakt auf der Zielrate der EZB liegen. Gegenüber dem Vormonat Dezember 2011 werden die Preise voraussichtlich sogar um 0,4 % sinken.

Hinterfragen Sie Informationen

Sie sehen also, wenn Sie so Zahlen wie im ersten Teil des heutigen Beitrags lesen, dann prüfen Sie immer, welcher Informationsgehalt dahinter steckt. Einen ähnlichen Effekt hatte ich identifiziert, als ich am 5. Dezember aufgriff, die Geldmenge sei um 1.314 % gestiegen. Auch hier klang diese Zahl einfach erst einmal unglaublich, bei genauerem Hinsehen gab es dann aber eine deutliche Entwarnung. Lassen Sie sich also nicht in die Irre führen!

Geldpolitik der EZB nicht nur für Deutschland

Nun ist Deutschland natürlich nicht das einzige Land, auf das die EZB bei ihrer Geldpolitik schaut. Doch ganz ähnlich sieht es bei den (Verbraucher-)Preisen übrigens auch in Europa aus. Nach drei Monaten in Folge mit einer Jahresrate von 3,0 % gab die Teuerung im Dezember im Euroraum auf revidiert 2,7 % nach. Die monatliche Inflationsrate betrug 0,3% im Dezember 2011.
Die jährliche Inflationsrate der EU lag im Dezember 2011 bei 3,0%, gegenüber 3,4% im November. Die monatliche Inflationsrate betrug auch hier 0,3% im Dezember.


Ich wünsche Ihnen gute Gewinne
Sven Weisenhaus



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