Zeitintervall
Daniel Fehring in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 05. Juli 2006 08:30 Uhr
ENL5454
In welchem Zeitintervall handeln Sie?
Diese Frage beschäftigt jeden ambitionierten Händler. Sind es 5 min., 15 min. oder vielleicht 1 Stunde.
Was bedeutet dies? Jede Marktbewegung ist nach einer gewissen Zeit abgeschlossen. Je kleiner das Zeitintervall ist, desto kleiner ist die Marktbewegung. Nehmen wir ein Beispiel:
In einer langfristigen Aufwärtsbewegung EUR/USD gibt es immer wieder Gegenbewegungen. Diese dauern wesentlich kürzer, als die Trendrichtung nach oben. Dennoch können diese Gegenbewegungen sehr lukrativ sein. Man sollte sich aber nur darüber im Klaren sein, dass dieser kurze Gegentrend sehr viel schneller beendet werden kann.
Habe ich dann eine Position gegen den Trend im grossen Zeitintervall, werde ich, wenn ich gegen die Marktrichtung handle und nicht rechtzeitig ausgestiegen bin, die Position nicht mehr kursgleich oder mit Gewinn glatt stellen können.
In dem langfristigen Chart EUR/USD ist deutlich der Trend zu erkennen. Ein Kauf nahe des Tiefpunktes, hätte über 2 Monate Haltefrist der Position grosse Gewinne gebracht. Jedoch gab es in diesem Aufwärtstrend mindestens 3 gute Möglichkeiten die Gegenposition einzugehen.
Der kurzfristige Trader hat den langfristigen Trend im Auge, handelt aber in einem kleineren Zeitintervall. Somit nutzt er die kleineren Marktbewegungen aus und ist so schnell wie möglich wieder glatt. Damit wird das Risiko sich im Markt zu befinden verringert. Zu schnell geschehen politische Ereignisse, die Trends beenden können. Ausserdem, wer weiss schon wann ein langer Trend vorüber ist.
Diese Technik kann aber nicht überspannt werden. So genante Daytrader kämpfen gegen den Spread. Obwohl es im FOREX-Handel keine Gebühren gibt, muss der Handelsspread mit einkalkuliert werden. Dieser ist bei EUR/USD in der Regel 3 Pips (4. Kommastelle). Somit benötige ich 6 Pips um bei einem Trade break even zu sein. Handle ich in einem Zeitintervall, wo meist die Bewegungen schon nach 5-10 Pips abgeschlossen sind, werde ich mich schwer tun erfolgreich zu sein.
Daher fängt der kurzfristige Handel meist bei dem 5 min. Zeitintervall an. Die Kunst dabei ist sein Money- und Riskmanagement an ein Zeitintervall anzupassen. Es macht meist wenig Sinn in einem grossem Zeitfenster mit sehr engen Stopp Loss zu arbeiten. Oder im umgekehrten Sinn, zu schnell Gewinne zu realisieren.
D.h. je grösser das Zeitfenster ist, in dem ich mich stets im Markt bewege, desto weiter sollten SL (Stopp Loss) und TP (Take Profit) auseinander liegen. Manche Händler können aber psychisch keine grösseren Schieflagen verkraften. Daher gilt es als erstes für jeden selbst herauszufinden in welchem Zeitintervall ich stressfrei handeln kann.
Herzlichst
Daniel Fehring
