Zeit zum Hauskauf?

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Ist es Zeit, ein Haus zu kaufen? Vielleicht...

Heute morgen erhielt ich einen Blumenstrauß. Und zwar von der Frau, welche mir gerade ein Haus in Baltimore verkauft hat. Sie sendete die Blumen, um "Danke" zu sagen.

"Wir müssen zu viel bezahlt haben", sagte ich zu meiner Frau Elizabeth. "Sie mag mich. Sie denkt wahrscheinlich, dass sie Glück hatte, so zurückgebliebene Käufer zu finden."

Ich brauchte ein Haus. Ich fand eins, welches mir gefiel. Ich kaufte es, auch wenn der Preis zu hoch war. Ich hatte noch nicht einmal einen Konkurrenten. Sie hatte seit Monaten keinen Kaufinteressenten gehabt...vielleicht seit Jahren. Aber sie hielt aus - und bekam den Preis, den sie wollte.

Bodenbildung am Immobilienmarkt?

In der Zwischenzeit berichtet das Wall Street Journal, dass der Immobilienmarkt seinen Boden erreicht hat. Natürlich sagt die Presse das seit 4 Jahren. Aber jetzt sagt das Wall Street Journal, dass es zu Käuferwettstreit kommt:



Eine neue Entwicklung tritt auf, während die Frühlingsverkäufe beginnen: Gegenseitiges Hochbieten findet statt.


Von Kalifornien bis Florida gibt es viele Interessenten, welche für dasselbe Haus bieten.


Anders als die "Käufer-Kriege", welche die Boomjahre charakterisierten und Hand in Hand mit einer steigenden Zahl von Verkäufen gingen, sind die heutigen ein Ergebnis des begrenzten Angebots.


"Es ist ein wenig überraschend, denn wir dachten, dass diese Käufer-Kriege abgeschlossen sind", so Andy Aley, der sein erstes Haus kaufen möchte, in der Gegend "Beacon Hill" in Seattle. Der 31jährige wurde überboten, als er schon 23.000 Dollar über dem Listenpreis von 357.000 Dollar geboten hatte.

Noch keine Preissprünge

Dies führt noch nicht zu großen Preisanstiegen, und es lässt die Verkäufer noch nicht mit großen Gewinnen dastehen, wie es in einem Immobilienboom der Fall ist. Dennoch hat diese Entwicklung dazu geführt, dass die Nachfrage nach Immobilien nun das erste Mal seit 6 Jahren wirklich anzieht.

Ein Index, der das misst, ist die Zahl der Verkäufe. Und die Zahl der Verkäufe bestehender Häuser stieg im März auf das höchste Niveau seit fast zwei Jahren, was ein Plus von 12,8% gegenüber dem entsprechenden Vorjahreswert bedeutete und ein Plus von 4,1% gegenüber Februar (Quelle: National Association of Realtors).


"Wir glauben, dass wir den Boden erreicht haben", so Ivy Zelman, Vorstandsvorsitzende einer Research-Firma, welche zu den ersten gehörte, welche vor sieben Jahren vor einem Abschwung warnten. Sie erhöhte ihre Prognose für den US-Immobilienmarkt, und prognostiziert nun für dieses Jahr Preisanstiege von durchschnittlich 1%. Zuvor hatte sie einen Preisrückgang von durchschnittlich 1% erwartet.

Wirkliches Ende der Immobilienkrise?

Ich weiß nicht. Ich denke, dass vom Immobilienmarkt in den USA noch mehr Schmerzen kommen werden...niedrige Preise. Und mehr Kollateralschäden.


In den 1960ern gehörten den Amerikanern im Durchschnitt 70% ihrer Häuser, der Rest gehörte der Bank. Heute liegt dieser Anteil bei kaum 40%. Und 4 Millionen Hausbesitzer sind "unter Wasser", sprich die Höhe ihrer Hypothek übertrifft sogar den Marktwert ihres Hauses. Es könnte eine Zeitlang brauchen....und niedrigere Priese...bevor der Boden schließlich wirklich erreicht ist. Die jüngsten Käufer verlieren immer noch Geld. Dazu ein Bericht von Reuters:

Mehr als 1 Mio. Amerikaner, welche in den letzten zwei Jahren Hypotheken aufgenommen haben, schulden der Bank nun mehr, als ihre Häuser wert sind. Zum Teil sind Hypotheken von staatlicher Seite Schuld, welche nur eine minimale Tilgung erfordern.

Es ging weiter bergab

Viele Schuldner - besonders seit Ende 2010 - dachten, dass sie am Boden des Immobilienmarktes einsteigen würden, da die Preise bereits deutlich gefallen waren. Aber diese sahen sich nun mit einem weiteren Preisrückgang konfrontiert.

Selbst diejenigen, welche im Dezember eine Hypothek aufnahmen - das waren fast 44.000 neue Hypothekennehmer - sehen sich nun teilweise "unter Wasser".

"Im größten Teil der USA sehen wir immer noch fallende Immobilienpreise", so Sam Khater, Senior-Volkswirt bei CoreLogic. "Viele Hypothekennehmer erleiden sehr schnell Rückschläge."

Laut dem S&P/Case-Shiller 20-city composite index - welcher die Immobilienpreise in 20 größeren städtischen Regionen der USA misst - sind die Immobilienpreise in den USA im Februar gegenüber dem Vorjahreswert um 3,5% gefallen. Damit liegen sie auf dem niedrigsten Niveau seit Ende 2002.

In den letzten 12 Monaten gab es in 15 der 20 größeren städtischen Regionen der USA Preisrückgänge. Aber das bedeutet nicht, dass der Kauf von US-Immobilien ein schlechtes Geschäft ist. Oder dass man jetzt Geld verlieren wird.


Im Gegenteil - dies könnte die beste Kaufgelegenheit sein, auf Jahre hinaus. Denn die Zeiten ändern sich. Und sie können den Ausblick für die Immobilienpreise in den USA verändern.


Zum ersten Teil von: Wenig Neues vom US-Arbeitsmarkt
von
Bill Bonner
Bill Bonner

Bill Bonner ist einer der anerkanntesten Finanzexperten der USA und Bestseller-Autor. Bei uns schreibt er regelmäßig im Börsen-Newsletter Kapitalschutz Akte.


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Kommentar von Esther Brunner

Wie sieht es denn mit der Immobilienpreis Entwicklung in Euopa aus? In Spanien gehen die Immobilien Preise seit einiger Zeit nur noch bergab, ist dort die Talsohle erreicht, oder geht die Talfahrt weiter, würde mich sehr interessieren, wie das andere sehen. Grüsse Esther Brunner

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Kommentar von Monetenmann

Immobilien werden erst interessant, wenn die Zinsen anziehen. Vorher sind sie aufgrund des billigen Kredits überteuert. Ausnahmen bestätigen die Regel.

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