Zauberwort: Wachstum

in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
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Das Zauberwort, das auch Griechenland hinter sich zu lassen vermag, heißt Wachstum. Und wenn der chinesische Premier von Wachstum spricht, die USA mal wieder positive Konjunkturdaten vermelden, die EU-Häuptlinge zumindest über Maßnahmen für Wachstum nachdenken und schließlich auch die OECD von der EZB eine aktivere Rolle erwartet, dann atmen die Märkte gerne auch mal wieder auf.


Rohstoffe Wochenrück- und Ausblick 14.05.-22.05.2012

Energie

Die Ölpreise haben in der vergangenen Woche weiter abgegeben, konnten sich zum Auftakt der neuen Woche aber wieder leicht erholen. Druck bestand weiter durch die generelle Risikoaversion und den Druck seitens der Aktienmärkte, aber auch aufgrund fundamentaler Faktoren. In den USA füllt die stark wachsende Schieferölproduktion die bereits vollen Lager noch weiter. Zuletzt sind die Rohölbestände in den USA um weitere 2,1 Millionen Barrel gestiegen - die Bestände in Cushing erreichten ein neues Rekordhoch bei 45,1 Millionen Barrel. Auch der Iran-Konflikt hält derzeit keine nennenswerten preisunterstützenden Impulse bereit - so will, nach Aussagen des Chefs der IAEA, der Iran den Inspektoren Zugang zu den Atomanlagen gestatten.

Unterstützung zu Beginn der Woche kommt dementsprechend nur von der Stimmungsfront. Nachdem Chinas Premier Wen Jiabao ein Konjunkturprogramm in Aussicht gestellt hatte, ein EU-Sondergipfel über zusätzliche Wachstumsimpulse nachdenkt und auch noch aus den USA besser als erwartet ausgefallene Daten vom Immobilienmarkt kamen, hat sich die Stimmung zu Beginn der Woche wieder etwas aufgehellt.

 

WTI zur Lieferung im Juli notiert aktuell bei 92,10 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.

Brent Crude zur Lieferung im Juli notiert aktuell bei 108,62 US-Dollar pro Barrel an der ICE.

 

Ausblick

Eine erste Pause im aktuellen Abwärtstrend der Ölpreise macht noch keine Trendwende - nach wie vor besteht das Risiko von weiterem kurzfristigen Druck auf die Preise. Wenn sich aber langsam ein positiveres Bild an der Stimmungsfront abzeichnet, könnte sich im Laufe der nächsten Wochen eine Bodenbildung herauskristallisieren. Die Umkehrung der Seaway-Pipeline in den USA, die innerhalb der nächsten 2 Wochen erste Auswirkungen auf das Lagerbestandsniveau in Cushing haben sollte, könnte WTI schließlich eine Absicherung nach unten bieten.

 

Edelmetalle

Die Goldpreise konnten, nach einem schwachen Start in der vergangenen Woche, ab Mitte der letzten Woche und entgegen der übrigen Märkte wieder deutlich zulegen. Das geringe Preislevel Mitte der vergangenen Woche (Der USD-Goldpreis erreichte am vergangenen Mittwoch ein Tief bei 1.526 USD pro Feinunze und der Goldpreis in Euro sank bis auf Tief bei 1.202 Euro pro Feinunze) hatte wieder Käufer angezogen, die sich auf günstigerem Niveau eindeckten. Dafür spricht auch dass die Gold-ETFs wieder deutlichere Zuflüsse verbuchen konnten. In diese Woche starten die Goldpreise dagegen etwas verhalten, mit den Hoffnungen auf neue Konjunkturimpulse - womit sich die Goldpreise seit Mitte der vergangenen Woche, wieder stärker ihrer angestammten Rolle entsprechend verhalten.

 

Gold in USD handelt aktuell bei 1.571 USD pro Feinunze.

Gold in EUR notiert aktuell bei 1.235 EUR pro Feinunze

 

Ausblick

Auch wenn der Goldpreis weiterhin Schwankungen unterliegt (mit Impulsen sowohl seitens der Aktien- und Rohstoff-, als natürlich auch der Devisenmärkte) spricht das aktuelle Umfeld mit negativen Realzinsen, generellen Niedrigzinsen und der Erwartung an expansivere Notenbankpolitik (hierzu sollte auch die Forderung der OECD an die EZB hinsichtlich einer aktiveren Rolle im Kampf gegen die Krise, also mit beispielsweise Zinssenkungen und aktiveren Eingriffen, nicht unbeachtet bleiben) nach wie vor deutlich für Gold.

 

China, die USA, Europa und die Industriemetallpreise

Industriemetalle

Nachdem die Industriemetallpreise, ähnlich der Ölpreise in der vergangenen Woche weiterhin unter Druck standen, konnten die Erwartungen an neue Wachstumsimpulse für einen besseren Wochenstart sorgen.

Kupfer erholte sich am Montag leicht, nach den Äußerungen des chinesischen Premierministers Wen in Bezug auf Konjunkturmaßnahmen. Auch das Conference Board überraschte die Märkte positiv mit einem erneuten Anstieg der Frühindikatoren für China. Doch noch sind die europäischen Unsicherheiten mit der Konjunkturabschwächung und den bislang fehlenden konkreten Hinweisen auf Wachstumsprogramme nicht ausgestanden. So zeigt sich Kupfer heute wieder eher verhalten.

Kupfer zur Lieferung im Juli notiert aktuell bei 3,48 US-Dollar pro Pfund an der Comex.

 

Ausblick

Gerade die Entwicklungen aus China sind als überaus positiv auch für die konjunktursensitiven Industriemetallmärkte zu betrachten, da Chinas Konjunkturprogramme hauptsächlich ein rohstoffintensives Infrastrukturwachstum beinhalten. Doch das auf die Rezession zusteuernde Europa hat weiterhin die Kraft, für zwischenzeitlichen Druck auf die Preise zu sorgen - insbesondere so lange man sich nicht auch zu gezielten das Wachstum unterstützenden Maßnahmen durchringen kann. Allerdings dürften die neuen Erwartungen an China und positive Daten aus den USA die Preise weiterhin nach unten abstützen, so dass Kupfer wohl zunächst seine Bodenbildung weiter fortsetzen dürfte.

 

Agrarrohstoffe

Auch die Getreidepreise konnten sich, ähnlich wie Gold, seit Mitte der vergangenen Woche dem Trend an den übrigen Märkten entziehen und wieder aufholen.

Juli-Weizen, der am Montag in der vergangenen Woche noch bei unter 6 USD im Tief notierte, handelte am gestrigen Montag bereits wieder bei über 7,20 USD pro Scheffel in der Spitze.

Nachdem Weizen in den vergangenen 12 Monaten massiv unter Druck geraten war, machen derzeit Trockenheit und Hitze den Weizenpflanzen sowohl in den USA, als auch in Russland zu schaffen. Das USDA hatte zuletzt bekannt gegeben, dass im wichtigsten Anbaugebiet Kansas aktuell nur noch 43% der Pflanzen in die Kategorien sehr gut/gut fielen, nach 52% in der Vorwoche. Dies ist die stärkste Abwärtsrevision für Kansas seit 4 Jahren.

 

Weizen zur Lieferung im Juli handelt aktuell bei 6,86 US-Dollar pro Scheffel an der CBOT.

 

Ausblick

Es bleibt fraglich, ob und wie lange die jüngste Weizen-Rallye Bestand haben wird - zuletzt dürften vor allem Short-Eindeckungen die Preise beflügelt haben. Doch nun bleibt abzuwarten, wie sich die fundamentale Ausgangslage weiter entwickelt.

 

So long liebe Leser...damit verabschiede ich mich für heute und wünsche Ihnen noch einen schönen Abend...liebe Grüße und bis morgen...

 

Ihre Miriam Kraus

 

 

 

 

 

 

 

Zum zweiten Teil von: China, die USA, Europa und die Industriemetallpreise
von
Miriam Kraus
Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine gesuchte freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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