Yara und Salz: Treibstoffe für K+S
Daniela Knauer in Nebenwerte Daily zum Thema Nebenwerte
vom 16. Februar 2010, 17:00 Uhr
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Erinnern Sie sich noch an meinen Schnee-Artikel von vergangenem Freitag? Dieser erhielt schneller neue Brisanz, als ich es mir vorstellen konnte. Denn am Wochenende geschah tatsächlich das Undenkbare: ein wichtiger Abschnitt der A44 konnte nicht mehr vom Eis befreit werden und musste über mehrere Tage gesperrt werden. Auch heute berichten wieder Straßenmeistereien, dass sie den Winterdienst nicht mehr aufrecht erhalten können. Grund: Das Salz ist aus! Alle Lager sind leer, neue Lieferungen kommen nicht so schnell zu den Kunden, wie das nötig wäre.
K+S fördert Salz mit maximaler Produktionsrate
K+S brachte aufgrund der zunehmenden Berichte in den Medien gestern sogar eine Unternehmensmeldung heraus: Es werde "bereits seit Mitte Dezember im durchgehenden Dreischicht-Betrieb gearbeitet und eine maximale Tagesmenge von 20.000 Tonnen Auftausalz produziert. Zusätzlich wird seit Mitte Januar auf einigen Kaliwerken bis zu 10.000 Tonnen Auftausalz täglich hergestellt." Doch das reicht vorne und hinten nicht. Zusätzlich sind nun die Lagervorräte der Tochter esco von mehreren Hunderttausend Tonnen aufgebraucht. Die vertraglich vereinbarten Liefermengen dieses Winters für die Straßenmeistereien seien bereits deutlich überschritten.
Der Preis auf dem freien Markt erreicht hohes Spekulationsniveau
Wo überhaupt noch Salz auf dem freien Markt zu kaufen ist, wird berichtet, dass sich der Preis von normalerweise um 60 EUR je Tonne auf bis zu 200 EUR erhöht habe. Und immer noch ist kein Ende von Schnee und vor allem Eis in Sicht! Wie sehr sich dieser strenge Winter auf das Ergebnis von K+S auswirken wird, ist noch nicht sicher absehbar. Doch passend zu meiner Erwähnung am Freitag wurde nun das Kaufsignal im Chart bestätigt, die Aktie war gestern und heute Tagesgewinner.
Neuigkeiten aus Norwegen beflügeln Übernahmespekulationen
Dazu trug natürlich nicht nur mein Bericht bei. Sondern es gab gestern auch Neuigkeiten vom Kollegen Yara aus Norwegen. Dieses Unternehmen ist vor allem im Bereich der Dünger auf Stickstoffbasis unter den Führenden der Welt. Es sorgte für neue Spekulationen über weitere Übernahmen auf dem Düngermarkt, als gestern der Kauf des US-Konkurrenten Terra Industries für 4,1 Mrd. USD von Yara bekannt gegeben wurde. Das liegt deutlich über dem Preis, den Konkurrent CF Industries vorher zu zahlen bereit war. Diese wiederum sind bereits ins Visier des US-Konkurrenten Agrium geraten.
Interessant, dass sich Yara gerade dieses US-Unternehmen einverleibt. Denn für die Produktion des Stickstoffs werden große Mengen Energie, bevorzugt Erdgas verbraucht. Und wie wir wissen, haben die USA seit einiger Zeit durch die Erschließung der Schiefergas-Vorkommen davon so reichlich, dass dies sogar deren Gaspreise massiv unter Druck gesetzt hatte.
Yara sichert sich günstige Stickstoffproduktion durch US-Gas
Yaras Kauf wird von Analysten derzeit eher kritisch gesehen, denn das Unternehmen spezialisiert sich damit immer stärker auf die Herstellung der Stickstoffbestandteile für den Pflanzendünger (zusätzlich werden für ausgewogenen Dünger Phosphat und Kali benötigt). Doch das hat sich gerade in den vergangenen Jahren als besondere Stärke von Yara erwiesen - die Sicherung von günstigen Rohstoffen zur Produktion. Dass diese Strategie Unterstützung von höchster Seite erfährt, zeigt der norwegische Staat, der sich als größter Anteilseigner an der zur Finanzierung der Übernahme nötigen Kapitalerhöhung beteiligen wird.
Die Düngernachfrage steigt wieder merklich an!
Meiner Ansicht nach waren neue Übernahmespekulationen aber nur ein weiterer Grund, welcher der Aktie von K+S Flügel verlieh. Denn zusätzlich ließ mich ein Satz in Yaras Präsentation der Quartalszahlen hellhörig werden: Nach der schwierigen Phase im vergangen Jahr erlebt Yara seit dem vierten Quartal 2009 wieder deutlich steigende Auslieferungen. Besonders im Dezember habe die Nachfrage stark angezogen. Das verleiht natürlich auch Konkurrent K+S neue Phantasie zusätzlich zum boomenden Geschäft mit Auftausalz.
Feiern Sie nun noch mit einen bunten Faschingsdienstag das fröhliche Ende der fünften Jahreszeit. Morgen am Aschermittwoch folgt das graue Erwachen. Dann geht es dem Winterspeck in der kargen Fastenzeit an den Kragen.
Herzliche Grüße,
Ihre Daniela Knauer
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