Yara: Licht und Schatten beim Düngerspezialisten
Daniela Knauer in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 19. Juli 2011, 17:00 Uhr
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gestern hatte ich damit geendet, dass die Berichtssaison in dieser Woche nun so richtig auf Hochtouren aufläuft. Und prompt quillt heute mein Posteingang so über von interessanten Nachrichten, dass ich die Fortsetzung meines Berichts über die Mongolei auf einen Tag verschieben möchte, wenn es wieder etwas ruhiger wird. Gelegenheit dafür wird es wieder genügend geben, spätestens sobald die Zahlensaison abklingt
Die Märkte spiegeln derzeit Unsicherheit wider, als ob sie ein Lehrbuch darstellen würden. Es ist ein Hin- und Hergehüpfe in der breiten Seitwärtsbewegung, das nur den Intraday-Tradern Vergnügen bereitet. Investoren äußern sich dagegen immer mehr genervt über die Richtungslosigkeit der breiten Indizes. Ich rechne zwar in den kommenden Tagen mit einigen Avancen auf der Oberseite, wenn gute Zahlen die Märkte erfreuen. Aber für einen Ausbruch aus der Range dürfte es nicht reichen.
Ganz anders sieht es beim sicheren Hafen Gold aus - hier sehen wir wieder einmal fast täglich ein neues Allzeithoch sowohl in US-Dollar als auch in Euro. Bestätigt wird dieses inzwischen durch einen Ausbruch des Silbers aus seiner Bodenbildungsformation nach dem starken Absturz im Frühjahr. Das sieht jetzt wieder wesentlich besser aus - ich hoffe, Sie haben die schwachen Kurse genutzt, um erste Positionen in entsprechenden Aktien aufzubauen, die durch die Korrektur in Mitleidenschaft gezogen waren. Etwas beunruhigend ist lediglich der relativ rasche Anstieg des Sentiments für das Gold - hier könnte sich eine Konsolidierung anbahnen, bevor sich die weitere Richtung entscheiden wird: Falls die Stimmung nicht überkocht, auf zu neuen Allzeithochs. Falls diese aber zu positiv bleibt, könnte sich im saisonal eher schwachen August eine etwas größere Korrektur anschließen.
Nun aber zu den versprochenen Nachrichten des Tages: Eingehen möchte ich auf zwei nordeuropäische Aktien, die heute ihre Zahlen vorgelegt haben und zu denen Sie außerhalb Ihres Nebenwerte Daily wenig Informationen erhalten. Zum einen handelt es sich um die norwegische Yara, einen der größten Düngemittelhersteller weltweit.
Auf den ersten Blick sehen die Zahlen von Yara nicht ganz so berauschend aus, denn ein steuerlicher Einmaleffekt im vorigen Quartal verzerrt das Ergebnis etwas. Zusätzlich wurde das Ergebnis von Problemen in Werken belastet, die nach Angaben des Unternehmens nun aber überwiegend gelöst seien.
Der operative Gewinn von Yara lag bei 2,22 Mrd. NOK nach 1,89 Mrd. NOK im Vorjahresquartal. Das Nettoergebnis sank wie oben erwähnt auf 2,23 Mrd. NOK nach 3,72 Mrd. NOK. Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg auf 7,82 NOK nach 5,22 NOK. Insgesamt läuft das Geschäft sehr gut, sodass sich das Management in der Pressekonferenz zuversichtlich zeigte. Die schwachen Lagerbestände bei vielen Agrarprodukten zusammen mit den Wetterunbilden sollen weiterhin für einen von hoher Nachfrage getriebenen Markt sorgen. Die für das energieintensive Geschäft der Düngerherstellung wichtigen Energiepreise belasten nicht nennenswert, solange sich hier nicht rapide Preisrallyes ereignen. Belastet zeigt sich Yara allerdings wie so manches andere Unternehmen aus Ländern mit sehr starken Währungen. Das verteuert nicht nur die Produkte auf dem Weltmarkt, sondern kann bei der international tätigen Firma auch zu Einkommenseinbußen durch den schwachen US-Dollar führen. Die Analysten der Citigroup zeigen sich in einer ersten Stellungsnahme weiterhin positiv gegenüber der Aktie und belassen ihr Kursziel auf 370 NOK, was Ihnen interessante Gewinne ermöglichen sollte, sobald die Aktie auf ihrer Konsolidierungsformation ausbricht.