Xetra-Handelszeiten werden verkürzt
Jochen Steffens in Investors Daily
vom 03. September 2003 18:00 Uhr
ENL5454
Da hat sich die Deutsche Börse wieder etwas Nettes einfallen lassen. Ab dem 3. November 2003 wird der umsatzstarke Xetra Handel nur noch bis 17.30 Uhr stattfinden. Begründet wird dieser Schritt so: Die Deutsche Börse habe damit dem Wunsch vieler Marktteilnehmer entsprochen. Besonders auch ausländischen Anleger seien berücksichtigt worden, da diese Reglung ein Schritt zu europaweit einheitlichen Handelszeiten sei.
Soweit ich weiß, wollten hauptsächlich die Großbanken einen verkürzten Handel. Warum die Deutsche Börse dann nicht auch den Handel an Feiertagen abgeschafft hat, ist mir allerdings ein Rätsel.
Noch abstruser ist, dass in Frankfurt auf dem Parkett weiterhin bis 20 Uhr gehandelt werden wird. Es drängt sich der Eindruck auf, dass mit diesem Schritt der Handelsplatz Frankfurt "gestützt" werden soll, der in letzter Zeit unter sehr schwachen Umsätzen litt. Andererseits ermöglicht genau diese Regelung den Kleinanlegern, noch auf größere Schwankungen in Amerika nach 17.50 Uhr zu reagieren.
Im Moment ist diese Umstellung erst einmal auf ein Jahr befristet. Man kann etwas spöttisch sein und der Börse ein wirklich schlechtes Timing unterstellen. Denn sollte diese Rally weiter gehen, werden auch wieder vermehrt Kleinanleger an die Börse drängen. Spätestens dann werden die Großbanken und Broker wieder das "große Geld" wittern und erneut auf längere Öffnungszeiten pochen.