Würgt der Ölpreisanstieg den Konjunkturaufschwung ab?
Till Kleinlein in CFX Trader Kolumne zum Thema Rohöl als Geldanlage
vom 25. Februar 2011, 08:30 Uhr
die Aktienmärkte mussten einen weiteren Verlusttag hinnehmen. Der Rückgang entschleunigt sich aber. Der Angst, die Kurse schnell purzeln lässt, folgt nun eine gesunde Skepsis. Das beherrschende Thema ist weiter der Ölpreisanstieg. Dieser könnte den Konjunkturaufschwung abwürgen und die Unternehmensergebnisse verhageln. Dazu kommt, dass der Konsum eingedämmt werden könnte und die Inflation weiter steigt - bislang bemerken wir es ja nur an der Zapfsäule. Damit dieses Negativ-Szenario greift, müsste aber der Ölpreis langfristig ansteigen bzw. auf hohem Niveau verharren. Dies ist so aber noch nicht abzusehen: Die Öllager sind nicht leer und Produktionsengpässe gibt es nicht. Saudi-Arabien verhandelt gegenwärtig sogar über die Ausweitung seiner Exporte.
Der Kurzüberblick:
| Dax: | -0,89% |
| Dow Jones: | -0,31% |
| EuroStoxx50 | -0,20% |
| EUR/USD: | +0,09% |
| Gold: | -0,77% |
| Silber: | -3,96% |
| Öl (Sorte Brent): | -1,34% |
Trading-Chancen des Tages
Wie jeden Morgen setze ich mich auch heute mit dem Dax und dem Währungspaar EUR/USD auseinander. Dies ist meine ganz private Watchlist mit potenziellen Trades, welche kurzfristig ausgerichtet sind.
Dax (DAX.I): angepasste Strategie hat sich bewährt
Die Lage in Libyen entspannt sich leider noch nicht. Offiziell wird jetzt von Bürgerkrieg gesprochen. Der gestiegenen Nervosität an den Finanzmärkten begegne ich seit Tagen mit einer Vorgehensweise, die dieser geschuldet ist: Früheres Nachziehen des Stopps, frühere Ausstiege oder Teil-Ausstiege. Ich möchte vermeiden, lange an Positionen festzuhalten. Damit dann noch Gewinne eingefahren werden können, muss die Trefferquote hoch sein, denn ein Verlusttrade kann sonst das gesamte Tagesergebnis verhageln. So ist es mir gestern fast ergangen - auf die gesamte, schwierige Woche am Aktienmarkt gelang es aber sehr gut.
Viele rechnen heute mit einer Gegenbewegung nach oben, denn die Wall Street konnte gegen Ende der Handelssession ihre Verluste eindämmen - die Nasdaq schloss gar im Plus. Meine Trigger-Marken mache ich an den relevanten Marken von gestern fest. Kann das gestrige Zwischenhoch bei 7.156 Punkten überwunden werden, dann gehe ich long. Die rote Wochentrendlinie behalte ich dann ganz genau im Auge. Wie verhält sich der deutsche Leitindex, wenn er Kontakt mit ihr aufnimmt? Prallt er ab, so steige ich aus der Long-Position aus. Kommt es aber wirklich zur Gegenbewegung, dann stellt diese Linie kein Hindernis dar, und ich bleibe long investiert. Bei 7.220 Punkten oder 7.250 Punkten liegen dann aber Widerstände im Weg, die nicht so leicht zu überwinden sein werden. Ausstiege bei einem Scheitern, und Wiedereinstiege, wenn es bei einer späteren Attacke über die Widerstände geht, so möchte ich vorgehen.
Short gehe ich, wenn es nach deutlich höheren Notierungen unter die Kurs-Zone um 7.145 Punkte geht. Außerdem, sofern das Wochentief bei 7.081 Punkten unterschritten wird. Spätestens dann ist klar, dass es nicht zur erhofften Aufwärtsbewegung am Ende der verlustreichen Woche kommen wird. Berappelt sich der Dax nicht bei 7.050/45 Zählern, so bleibe ich dann short investiert und das Abtauchen an die 7.000er-Marke ist dann nicht mehr aufzuhalten. Kommt der Dax an der magischen Kurs-Marke wieder auf die Beine, oder bereits bei 7.050/45 Punkten, entsorge ich die Short-Positionen und tausche diese gegen Long-Positionen ein - außerdem gehe ich long, wenn nach deutlich tieferen Notierungen die Kurszone um 7.045/50 Punkten übersprungen wird.
Gestriges Ergebnis: Gewinn 4,5 Dax-Punkte
Dax - 30-Minuten-Chart - CFX Trader
Dax (DAX.I): Es kam zum vierten Verlusttag in Folge. Kann sich der Dax heute wehren?
Weiterhin gilt:
Bei allen Dax-Trades ist zu beachten, dass diese möglichst eng abgesichert werden. Für mich bedeutet das ein maximaler Verlust von 25 Punkten pro Trade, den ich bereit bin zu erleiden. Bei Trades mit überschaubarem Kursziel ziehe ich den Stopp aber auch enger an
