WTI-Rohöl erreicht 10-Monats-Hoch
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohöl als Geldanlage
vom 21. August 2009, 20:00 Uhr
ENL5454
Rohstoffe Wochenrückblick: Energie und Metalle
Trotz eines schwachen Wochenstarts kehrte der Konjunkturoptimismus in dieser Woche verstärkt zurück und erhält insbesondere zum Ende der Woche deutliche Unterstützung, durch positive Wirtschaftsdaten aus Europa und den USA.
Wieder wurden neue Wirtschaftsdaten veröffentlicht die positive Zeichen hinsichtlich einer bevorstehenden Erholung aufweisen
Eurozone - baldiges Rezessionsende?
Insbesondere die neuesten Daten aus der Eurozone sorgten für Unterstützung des EUR/USD.
Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe stieg von 46,3 Punkten im Juli auf 47,9 Punkte im August. Das entspricht dem höchsten Stand seit 14 Monaten.
Der Produktionsindex für das verarbeitende Gewerbe konnte sogar die 50 Punkte-Marke überschreiten. Der Index legte von 49,4 Punkten im Juli auf 50,8 Punkte im August zu. Ein Wert von über 50 Punkten impliziert ein Wachstum.
Die PMI-Daten geben nun Anlass zur Hoffnung auf den Beginn einer raschen Erholung und ein Ende der Rezession.
Auch US-Daten geben Anlass zum Optimismus
Aus den USA wurde für August ein Anstieg des Philadelphia FED-Index um 4,2 Punkte vermeldet- nach einem Rückgang um 7,5 Punkte im Juli. Dies lässt die Hoffnungen zu, dass der nationale ISM-Index im August die Marke von 50 Punkten überschreiten dürfte. Allerdings wurde die Freue ein wenig getrübt durch die US-Arbeitsmaktdaten. So lagen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe mit 576.000 deutlich über den Erwartungen.
Am Freitag erhielten Konjunkturoptimismus und Aktienmärkte dann allerdings weitere Unterstützung durch positive US-Immobiliendaten und ermutigende Aussagen des Notenbankchefs Ben Bernanke. Überraschend sind die Absatzzahlen von US-Eigenheimen im Juli um 7,2% gestiegen. Das entspricht dem stärksten Anstieg seit 1999 und wird als Zeichen für eine erste Belebung des US-Immobilienmarktes seit Beginn der Krise gewertet.
Während die asiatischen Aktienmärkte im Wochenvergleich ein weiteres Minus verbuchen müssen, schließt Europa deutlich fester und auch die US-amerikanischen Aktienmärkte notieren aktuell im Plus auf Wochenbasis.
Aktien gemischt
Der Nikkei gab im Wochenvergleich rund 3,4% ab, der Shanghai Composite Index musste ein Minus von 3,8 % auf Wochensicht verbuchen. Der DAX schloss im Wochenvergleich mit 2,6% im Plus, während der Dow Jones aktuell ebenfalls ein Plus von 2,6% aufweist.
EURO deutlich fester
Der Euro handelt gegenüber USD deutlich fester und konnte unabhängig von den Aktienmärkten die Marke bei 1,42 erfolgreich verteidigen. Die positiven Daten vom Freitag boten weitere Unterstützung. EUR/USD notiert aktuell bei 1,4325, nach Überschreiten der 1,4330.
Energie
Die Rohölpreise konnten in dieser Woche wieder deutlich zulegen, wobei der neue Oktober-Kontrakt auf WTI, der ab heute die Benchmark ist, und mit deutlichem Aufschlag gegenüber dem ausgelaufenen Kontrakt notierte, heute bereits ein 10-Monats-Hoch erreicht hat.
Der Preis pro Barrel WTI -Rohöl zur Lieferung im Oktober notierte heute zwischenzeitlich bei 74.48 US-Dollar pro Barrel. Das entspricht dem höchsten Preislevel seit dem 21. Oktober letzten Jahres.
Auch die bislang deutliche Preisdifferenz zwischen Brent Crude und WTI Crude hat sich mitt# minimiert.
Unterstützend für die Preise wirken zum Einen die üblichen Faktoren, wie Konjunkturoptimismus, die enge Korrelation zu den Aktienmärkten und die Negativ-Korrelation zum US-Dollar.
Weitere Unterstützung erhielten die WTI-Preise in dieser Woche zudem durch einen überraschend starken Rückgang der US-Rohöllagerbestände. Hier wurde ein Minus von 8,4 Millionen Barrel in der vergangenen Woche verzeichnet.
Metalle
Edelmetalle
Der Goldpreise bewegte sich zunächst die Woche über in einer Range zwischen 930 und 945 US-Dollar, ohne nennenswerte Impulse.
Zum Ende der Woche konnte der Goldpreis allerdings wieder deutlich zulegen - dank eines schwächeren US-Dollars und steigender Rohölpreise, was auch als Inflationsfaktor betrachtet werden kann.
Aktuell notiert Gold im Spotmarkt bei 953 US-Dollar in New York. Der London Gold Fix PM wurde heute bei 952,50 US-Dollar festgesetzt.
Basismetalle
Zunächst begann die Woche unter dem Eindruck, das von mir lange erwartete Umdenken habe statt gefunden in den Industriemetallmärkten. Konjunkturmetall Kupfer beispielsweise begann die Woche deutlich schwächer und schloss am Montag bei 2,73 US-Dollar pro Pfund.
Am Freitag allerdings erhielten die Industriemetallpreise erneut deutliche Unterstützung, aufgrund der positiven Wirtschaftsdaten aus Europa und den USA. Insbesondere der europäische Einkaufsmanagerindex und die positiven Ergebnisse vom US-Immobilienmarkt boten massive Unterstützung.
Aktuell notiert Kupfer im Spotmarkt bei 2,87 US-Dollar pro Pfund in New York.