WTI handelt weiterhin in einer breiten Range zwischen 65 und 75 USD
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 5. Oktober 2009, 20:00 Uhr
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So ist das, wenn man interessante und brisante Gastbeiträge in der Pipeline hat! Ehe man sich versieht, sind diese abgesandt und der Wochenrückblick, welcher eigentlich bereits am Freitag hätte erscheinen sollen, muss auf Montag verschoben werden. Nun gut, ich hoffe Sie nehmen es mir nicht übel, dass der Wochenrückblick ausnahmsweise einmal am Montag erscheint. Dafür gibt es heute auch einen etwas längeren Rückblick der vergangenen Woche, inklusive der heutigen Entwicklung an den Märkten.
Rohstoffe Wochenrückblick: Energie und Metalle
Zweifel ob sich die wirtschaftliche Erholung so fortsetzen kann, wie erhofft, werden lauter. Immer deutlicher treten neue negative Konjunkturdaten zutage. Insbesondere aus den USA gab es in der vergangenen Woche wieder einiges Enttäuschendes zu vermelden.
Zunächst verkündete die FED Chicago eine Abnahme des National Activity Index. Daraufhin folgte das Conference Board, welches einen Rückgang des US-Verbrauchervertrauens für September von revidierten 54,5 Punkten im August auf 53,1 Punkte, ermittelt hat. Prognostiziert wurde zuvor ein Anstieg auf 57 Punkte. Der Chicagoer Einkaufsmanager-Index weist im September ebenfalls einen deutlichen Rückgang von 50 Punkten im Vormonat auf 46,1 Punkte auf. Der Konsens hatte zuvor einen Anstieg auf 52 Punkte erwartet. Zudem haben sich im September die Geschäftsaktivitäten des Verarbeitenden Gewerbes verringert. Der ISM-Index fiel von 52,9 Punkten im August bis auf 52,6 Punkte. Auch hier hatten die Volkswirte zuvor einen Anstieg prognostiziert. Während das US-Handelsministerium zwar der US-Wirtschaftsleistung im 2.Quartal einen langsameren Rückgang bescheinigt (so sank das BIP gegenüber dem Vorquartal um 0,7%, wohingegen ein Rückgang um 1,2% prognostiziert worden war), bereitet der US-Arbeitsmarkt allerdings weiterhin große Sorgen. So ist die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA in der vergangenen Woche um 17.000 auf 551.000 gestiegen. Der Konsens war zuvor nur von einem Anstieg auf 535.000 Anträge ausgegangen. Heute wurde zudem bekannt gegeben, dass die Zahl der Beschäftigen außerhalb der Landwirtschaft im September deutlich stärker als erwartet gefallen ist - es wurde ein Stellenabbau um 263.000 Beschäftige registriert. Prognostiziert wurde zuvor ein Stellenabbau von rund 175.000 Jobs. Damit liegt die US-Arbeitslosenquote nun bei einem 26-Jahres-Hoch bei 9,8%.
Während das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung für das 3.Quartal einen Anstieg der Wirtschaftsleistung um 0,7% gegenüber dem Vorquartal signalisiert (was einem Rückgang um 0,1 Prozentpunkte gegenüber der Vorprognose entspricht) ist die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland gegenüber dem Vormonat um 125.000 geschrumpft, wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilt. So sank die Arbeitslosenquote um 0,3 Prozentpunkte auf 8,0%. Dahin gegen sind die Auftragseingänge im deutschen Maschinen- und Anlagenbau im August deutlich geschrumpft. Gegenüber dem Vorjahresmonat ergibt sich ein Rückgang von real 43%, wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau mitteilte. Auch der Deutsche Einzelhandelsumsatz ist im August nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamts deutlich zurückgekommen gegenüber dem Vormonat. So sanken die Einzelhandelsumsätze im August um 0,7% gegenüber dem Vormonat, nach einem Minus von 0,2% im Juli.
So drücken die enttäuschten Erwartungen deutlich auf die Stimmung und der Oktober beginnt wie ein typischer September. Während der September in diesem Jahr nicht halten konnte, was er historisch verspricht, könnte in diesem Jahr der Oktober für Tristesse sorgen. Denn es verstärkt sich das Gefühl, dass die Verbesserungen was die weltweiten Wirtschaftsindikatoren angeht, langsam zum Stillstand kommen.
Die Aktienmärkte entwickelten sich in der vergangenen Woche deutlich schwächer. Der DAX musste am Freitag im Wochenvergleich rund 2% abgeben. Der Nikkei verlor gegenüber der Vorwoche rund 5,2%. Der Shanghai Composite Index verlor gegenüber dem Schlusskurs der vorvergangenen Woche 2,07%, während der Dow Jones am Freitag rund 1,9% im Minus schloss gegenüber der Vorwoche. Der Wochenstart am Montag drehte die Aktienmärkte wieder leicht ins Plus.
Schwache Aktienmärkte, eine verschlechterte Stimmung und insbesondere die US-Arbeitsmarktdaten setzten auch EUR/USD in der vergangenen Woche unter Druck. So fiel EUR/USD am Donnerstag von 1,4660 bis auf 1,4502 im Tief am Freitag. Am Montag setzt EUR/USD die ab Freitag-Mittag begonnene Erholung fort und notiert aktuell bei 1,4664.
Energie
Eine beachtliche Entwicklung legten die Ölpreise in der vergangenen Woche aufs Parkett. Trotz schwacher Konjunkturdaten, einer verschlechterten Stimmung und einem stärkeren USD legte der WTI-Preis zur Mitte der letzten Woche hin von unter 67 USD pro Barrel beachtlich zu und konnte sich den Rest der Woche größtenteils über der 70 USD-Marke halten, mit einer Spitze bei 71,39 USD pro Barrel am Donnerstag.
Diese Entwicklung ist wohl vor allem weiterhin spekulativ getrieben und zum Teil auch auf Fonds-Käufe zum Quartalsende zurückzuführen.
Die Preisspitze am Donnerstag erfolgte nach Bekanntgabe der US-Lagerbestandsdaten. Wie das US-Energieministerium bekannt gab sind die Benzinvorräte überraschend um 1,66 Millionen Barrel oder 0,8% gesunken. Prognostiziert wurde zuvor ein Anstieg der Lagerbestände um 1 Million Barrel.
Erst am Freitag vermochten es die schlechter als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten den Preis wieder unter die 70 USD-Marke zu drücken.
Aktuell notiert WTI zur Lieferung im November bei 70,73 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.
Brent Crude zur Lieferung im November notiert aktuell bei 68,35 US-Dollar pro Barrel an der ICE Futures Exchange in London.
Metalle
Edelmetalle
Der Goldpreis stieg in der vergangenen Woche wieder über die 1.000 USD-Marke und kann am Montag, aufgrund eines wieder schwächeren US-Dollars weiter steigen. Am Freitag brach der Preis kurzfristig ein und fiel unter die 990 US-Dollar pro Feinunze nachdem der USD kurzfristig deutlicher angezogen hatte. Ab Freitag-Mittag kann sich EUR/USD allerdings wieder erholen und steigt anschließend wieder über 1,46, woraufhin auch der Goldpreis wieder anzieht und ein weiteres Mal über die 1.000 USD-Marke steigt.
Aktuell notiert der Goldpreis bei 1.016,70 US-Dollar pro Feinunze an der COMEX.
Der London Gold Fix PM wurde heute am Montag bei 1.005,50 US-Dollar pro Feinunze festgesetzt.
Basismetalle
Die Industriemetallpreise bauten in der vergangenen Woche ihre Verluste im Zuge fallender Aktienmärkte und schwacher Konjunkturdaten weiter aus.
Konjunkturmetall Kupfer setzte am Freitag zum 5. Wochenverlust in Folge an, nach schwachen US-Arbeitsmarktdaten und weiterhin steigenden Lagerbeständen. So verzeichnet die LME seit 12 Wochen in Folge steigende Kupfer-Bestände. Die LME-Kupfer-Vorräte sind seit der Woche, welche am 10.Juli endete, um 34% gestiegen.
Aktuell notiert Kupfer bei 2,70 US-Dollar pro Pfund an der COMEX.
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