Wozu Rettungspakete nicht alles gut sind...
Tom Firley in Investors Daily Update
vom 27. Januar 2009, 10:30 Uhr
Liebe Leser,
nach zunächst positiv aufgenommenen US-Konjunkturdaten und gestiegenen US-Häuserverkäufen im Dezember sackte der Dow Jones Industrial im Laufe der Börsensitzung etwas ab, um dann doch noch mit einem Plus von 0,48% bei 8.116 Punkten zu schließen.
Der marktbreite S&P 500 gewann 0,56% auf 836 Punkte und der Nasdaq 100 verbesserte sich um 0,74% auf 1184 Zähler.
American Express: Gewinn bricht ein
Wie zu erwarten hat die Finanzkrise auch den Kreditkarten-Riesen American Express voll im Griff. Im vierten Quartal 2008 fiel der Gewinn um fast 80 Prozent auf 172 Millionen Dollar (131 Mio Euro), die Einnahmen fielen um elf Prozent auf 6,5 Milliarden Dollar. Die Aussichten für 2009 dürften auch eher trübe sein, denn Vorstand Chenault sagte gestern Abend, das Geschäftsumfeld sei so hart wie seit Jahren nicht mehr. Den richtigen Schachzug zur Lebenserhaltung hat American Express wohl im November unternommen. Damals hat sich das Unternehmen in eine Bank umgewandelt und kann so auf Hilfe aus dem 700 Milliarden Dollar schweren Troubled Asset Relief Program (TARP) der US-Regierung hoffen.
Citigroup: Firmenjet für Manager
Etwa 45 Milliarden Dollar stellte die US-Regierung bereits zu Verfügung, damit Citigroup überleben kann. Klar, da wirkt eine Ausgabe von etwa 50 Millionen Dollar auf den ersten Blick nicht so gravierend. Allerdings soll für diesen Beitrag ein neuer Firmenjet der Luxusklasse erworben werden... Immerhin:
Laut Berichten weist die US-Großbank daraufhin, dass es „strenge Unternehmensregeln zum Einsatz der Firmenjets gebe und die Manager aufgerufen seien, wann immer möglich Linienflüge zu buchen...". Ein Frage hierzu hätte ich: Wie soll es denn (insb. in den stark Flugrouten vernetzten USA) nicht möglich sein, einen Linienflug zu buchen?
Aber wollen wir mal nicht so sein - seit Jahresanfang hat die Citigroup-Aktie ja nur 57% an Kurswert verloren. Das bedeutet: Vor ein paar Tagen war Citigroup noch ein paar Millarden Dollar mehr wert als heute. Da wird man doch wohl noch standesgemäß reisen dürfen... Denn wir dürfen nicht vergessen: Schließlich wurde der Jet schon vor zwei Jahren bestellt (ausgerechnet bei den Franzosen, als gäbe es in den USA keine Jet-Bauer...) und da sah die Finanz-Welt ja noch ganz anders aus.
Dazu fällt mir der Spruch des Tages in der nächsten Rubrik ein.
Viel Erfolg an der Börse
Ihr
Tom Firley