Wovor die FED so große Angst hat
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Kapitalschutz
vom 4. Mai 2011, 20:30 Uhr
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Hallo und schön, dass Sie, liebe Leser, noch dabei sind und hoffentlich auch der average John Smith (obwohl...der kann vermutlich kein Deutsch...soll aber kein Vorwurf sein), denn jetzt wollen wir uns mal anschauen, was der John Williams so herausgefunden hat.
US-BIP-Wachstum
Quelle: shadowstats.com (Courtesy of ShadowStats.com)
Hier sehen wir in rot die offizielle US-BIP-Entwicklung und in blau die alternativ von John Williams berechnete Wachstumsentwicklung, befreit von jeglichen methodologischen Veränderungen, wie sie von den offiziellen Stellen vorgenommen werden.
Interessant, nicht wahr?! Von wegen wenigstens ein bisschen Wachstum, eher pure Enttäuschung, würde ich sagen. Aber wem sag ich das...der Ben von der FED weiß das ja schon....
Mindestens ebenso interessant ist aber auch die
US-Arbeitslosenrate
Quelle: shadowstats.com (Courtesy of ShadowStats.com)
Hier sehen Sie auch wieder in rot die offizielle Arbeitslosenrate. Die kennen wir ja schon.
In grau (höchst interessant) sehen wir hier die berechnete Arbeitslosenrate vom Bureau of Labor Statistics, welche zum US-Arbeitsministerium gehört. Das Bureau of Labor Statistics klammert im Gegensatz zur offiziellen Arbeitslosenrate, interessanterweise all die kurzzeitig oder nur befristet Beschäftigten und auch die eine Vollzeitbeschäftigung Suchenden, welche gezwungen sind in Teilzeit zu arbeiten, nicht aus - und kommt damit schon mal auf eine um mehr als 50% höhere Arbeitslosenrate.
Und last but not least, haben wir dann noch in blau die Arbeitslosenrate, welche John Williams berechnet hat. Williams bezieht hier, zu denjenigen, welche auch das Bureau of Labor Statistics mit einbezieht, auch die (eigentlich doch recht wichtigen) Langzeitarbeitslosen mit ein, die aus der offiziellen Statistik auf wundersame Weise im Jahre 1994 einfach heraus geplumpst sind. Tja, das ist schon ganz schön happig: eine deutlich mehr als doppelt so hohe Arbeitslosenrate, als es die offiziellen Statistiken hergeben. Aber auch das weiß der Ben wahrscheinlich selbst schon....
Der Ben hat's nicht leicht
Deswegen ist der Ben von der FED jetzt ganz schön traurig und er dürfte in Zukunft wohl noch trauriger werden. Denn weil die Amis jetzt schon massiv überschuldet sind, wollen sie jetzt auch mal was sparen. Wo und wie - darüber streiten sie noch. Aber sobald sie sich geeinigt haben, könnte es dem John Smith passieren, dass er seinen Job verliert, weil doch die tolle Erholung, die ja in Wirklichkeit gar nicht so toll ist, eigentlich auf das Konto der Konjunkturspritzen vom Barrack von der Regierung geht. Dann aber, wenn der Ben also noch trauriger geworden ist, muss er was dafür tun, dass der John Smith wieder einen Job findet. Und weil der Ben dafür nur eine Lösung kennt, wird er genau das tun, was er jetzt schon tut. Die Zinsen unten lassen und die Liquidität im Markt belassen. Darüber freut sich dann auch der Barrack, denn wenn der Ben die Liquidität abpumpem würde und somit Barracks Schulden verkauft, dann muss der Barrack dafür höhere Zinsen zahlen. Das wäre aber gar nicht gut, weil der Barrack doch schon so hohe Schulden hat. Und die werden auch noch weiter steigen, obwohl der Tim vom Finanzministerium noch mal nachgerechnet hat und jetzt sagt, dass die Schuldenobergrenze erst im August angehoben werden muss, worüber sich die Politiker vom Kapitol freuen, weil sie jetzt noch ein bisschen länger streiten können. Wenn der Ben aber seine Geldpolitik zu lange beibehält, dann wird er über kurz oder lang noch weiter steigende Preise hinnehmen müssen, was dem John Smith genauso wenig gefällt, wie dem Barrack. Und dann wird alles noch schlimmer als vorher...
So long liebe Leser....Der arme Ben hat's wirklich nicht leicht, für alles und jeden muss er Sorge tragen, aber wenigstens ist ihm der US-Dollar vollkommen egal...aber vielleicht ist sowieso alles egal, denn ganz am Ende wird sowieso nur einer für alles gerade stehen müssen: das ist nicht der Ben, und nicht der Tim und auch nicht der Barrack, sondern nur der John Smith...und wenn wir ganz großes Glück haben und den US-Dollar nicht zu früh und nicht zu spät, sondern genau zum richtigen Zeitpunkt wieder los werden, dann wird es wenigstens nicht auch noch Lieschen Müller und Zhang und Li treffen....bis morgen und liebe Grüße...
Ihre Miriam Kraus
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Frank (04.05. 2011 23:40 Uhr):
Der Stil erinnert an bekannte Kindersendungen, was den Ernst der im Artikel beschriebenen Lage auf den ersten Blick ein wenig ins Lächerliche zieht, aber auf jeden Fall sollte das so jeder verstehen...
Antworten - Kommentar von Hermann Leibbrand (05.05. 2011 00:23 Uhr):
Ein tiefgründiger Artikel in einer herrlich amüsanten Sprache! Nur, seien Sie mir bitte nicht böse, liebe Frau Kraus, mir kraust es vor unserer wirtschaftlichen - und damit politischen - Zukunft.
Antworten - Kommentar von Rudi Seeger (05.05. 2011 10:53 Uhr):
Köstlich verpackte Wahrheit! Und so könnte es auch die Generation verstehen, die ALLES ausbaden muss!
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