Worte der Woche: Ein Hoch auf das Proletariat
Cindy Bach in Insider Daily
vom 25. Juni 2010, 14:30 Uhr
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Meine "Worte der Woche" kommen heute von Helmut Spudich aus dem österreichischen DER STANDARD. Er ruft in seinem Kommentar über die aktuellen Arbeiterstreiks in China dazu auf: "Es wird Zeit, dem „Proletariat" zu geben, was dem Proletariat gehört." Lesen Sie selbst:
"Es entbehrt nicht der Ironie, dass im letzten großen (formal) kommunistischen Staat Arbeiter streiken müssen, weil sie so schlimm ausgebeutet werden wie im Kapitalismus des 19. Jahrhunderts. Aber es ist im Prinzip eine gute Nachricht: Chinas Arbeiterschaft erhebt sich für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen. Sie verdient die Unterstützung westlicher Konsumenten, die zusammen mit vielen Unternehmen durch billige Produkte bisher Profiteure dieser Missstände sind.
China hat sich, wie Japan oder Korea in den Jahrzehnten davor, durch billige Arbeitskraft zur unverzichtbaren Werkbank des Wohlstands der industriellen Welt gemacht. Dafür wurde es durchaus belohnt, das Reich der Mitte hat sich als Investor in viele Märkte eingekauft. Und es mangelt dem Land nicht an Superreichen und einer, wenn auch schmalen, professionellen Mittelschicht.
Aber jetzt wird es Zeit, dem "Proletariat" zu geben, was dem Proletariat gehört: ordentliches Einkommen, menschenwürdige Arbeitsbedingungen, ein Sozialsystem und Aufstiegschancen. Kurzum: ihren Anteil an dem Wohlstand, den Industrialisierung und Globalisierung hervorbringen. Was "kapitalistische" Gesellschaften geschafft haben, sollte wohl den Kommunisten nicht schwer fallen. Und sei es nur, um noch ein paar Jährchen ihre Macht erhalten zu können. Konsumenten, die gelegentlich bereit sind, auf die Boykottbremse zu steigen, können dabei nachhelfen."
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Georg Stamm (25.06. 2010 16:00 Uhr):
Der Artikel von Frau Bach bringt es genau auf den Punkt und spricht deutlich aus was gesagt werden muss. Ich habe mich schon seit Jahren über das Paradoxon gewundert, dass es den Arbeitern im kommunistischen China in allen wichtigen Sozialbereichen viel schlechter geht als denen in Westeuropa (und vermutlich auch Taiwan).
Antworten - Kommentar von Walter Kühn (25.06. 2010 17:00 Uhr):
Das war schon immer so: Im Kapitalismus wird der Mensch vom Menschen ausgebeutet, im Kommunismus ist es genau umgekehrt!
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