Worte der Woche
Cindy Bach in Insider Daily
vom 5. November 2010, 14:30 Uhr
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Als meine persönlichen "Worte der Woche" lesen Sie heute Auszüge aus einem Kommentar von Rolf Morrien von "BörseExpress24.at" zum Spiel der Fed mit dem Feuer.
"Die amerikanische Notenbank FED hat weltweit ein Kursfeuerwerk ausgelöst. Die Preise für Aktien, Rohstoffe und Edelmetalle steigen sprunghaft an. Genau das war auch das Ziel. Es ist aber ein Spiel mit dem Feuer. (...) Eine genaue Prüfung der Fakten zeigt, dass die Realität anders aussieht. Denn: Seit fast 2 Jahren betreibt die US-Notenbank eine 0-Zins-Politik. Warum sollten Unternehmer, die seit 2008 nicht investiert haben, jetzt plötzlich Erweiterungspläne aus den Schubladen ziehen? Viele US-Unternehmen sitzen auf Bargeldbeständen in Rekordhöhe. Die brauchen keine billigen Kredite. (...) Die Investitions-Entscheidung hängt jetzt davon ab, ob die Unternehmen eine stark steigende Nachfrage für ihre Produkte erwarten. Und das ist in den USA in vielen Fällen offensichtlich nicht der Fall. (...)
Die US-Notenbanker um FED-Chef Ben Bernanke haben aber noch ein letztes Ass im Ärmel. Ihre Überlegung: Wenn sich die Bürger reicher fühlen, werden sie mehr konsumieren. (...) Die einfache Formel: Läuft der Konsum, läuft auch die US-Wirtschaft. Was passiert jetzt genau? Die US-Notenbank kauft Anleihen im Wert von 600 Mrd. US-Dollar und pumpt dafür Liquidität in den Markt. Dieses Geld „arbeitet" weltweit. Investoren kaufen dafür Aktien, Immobilien, Rohstoffe oder Edelmetalle. Eine steigende Nachfrage bedeutet: Die Preise dieser Anlage-Klassen steigen ebenfalls.
Ein US-Bürger, der Aktien für die Altersvorsorge im Depot hat, fühlt sich heute nach dem Kurssprung reicher als gestern. Wer sich reicher fühlt, ist auch konsumfreudiger und gönnt sich etwas. Der künstlich von der Notenbank angefeuerte Preis-Boom bei Vermögenswerten soll die Initialzündung für die schwächelnde US-Wirtschaft werden. Diese Strategie klingt verlockend: Mehr Reichtum, mehr Konsum, mehr Wirtschaftswachstum. Wohin aber die ungezügelte Konsumlust führt, haben wir in den vergangenen Jahren erleben dürfen. Ein Konsumwunder, das sich auf steigende Vermögenspreise stützt, kann wie ein Kartenhaus zusammenbrechen, wenn die Vermögenswerte plötzlich an Wert verlieren.
Hinzu kommt, dass die Währungen unter dem Druck leiden. Auch steigende Vermögenspreise zeigen Inflation an. Jedes Rekordhoch beim Goldpreis ist ein direktes Misstrauensvotum gegen die US-Währung. Wenn das Vertrauen in die Papierwährung zerstört ist, muss das ganze ,Spiel' neu begonnen werden. Dann können sich die Investoren glücklich schätzen, die solide Sachwerte besitzen."