Worte der Woche
Cindy Bach in Insider Daily
vom 18. März 2010, 14:30 Uhr
ENL5462
Ich habe heute einen Kommentar von Lars von der Gönna aus der WAZ mit dem etwas überzogenen Titel "Gut, dass es die Oma gibt" als meine Worte der Woche auserkoren. Auch er hat die jüngste GfK-Statistik mal für sich unter die Lupe genommen und er resümiert:
"Wir sind gar nicht so doof und platthirnig wie das Web uns gerne hätte. Jetzt kommt schon wieder eine Studie, die beredt davon erzählt, dass das Bücherlesen auch im digitalen Zeitalter eine der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen der Deutschen ist. Unter lautem Hurra machen wir also ein Eselsohr in unseren iPod und lesen staunend weiter: Im vergangenen Jahr wurden rund 400 Millionen Bücher gekauft, zwei Prozent mehr als im Jahr zuvor!
Knapp vier Milliarden Euro gaben deutsche Leser für Bücher aus - das sind nun schon drei Prozent mehr als 2008! Auch die Zahl der Buchkäufer legte um zwei Prozent zu. Rund 36 Millionen Bundesbürger kauften Bücher. 36 Millionen! Jeder Kunde erwarb rein statistisch übers Jahr verteilt elf Werke und gab dafür rund 110 Euro aus.
Wir könnten dies berauschend kulturhaltige Zahlenwerk noch eine Weile vor Ihren Augen tanzen lassen, doch scheint ein geradezu romantisches Detail erwähnenswert: Alte Leute kaufen so viel Kinderbücher wie nie zuvor! Warum? Offenbar, um liebevoll auszugleichen, dass Eltern ihren Kindern immer mehr Technik-Gedöns schenken.
Pippi Langstrumpf, Krabat, Hotzenplotz. Sie alle bringt der Oma- Service: Alt, aber bezahlt!"
Es ist schon vermessen zu behaupten, dass unsere Kinder nur deshalb noch Bücher lesen, weil sie sie von ihren Omas geschenkt bekommen. Nicht nur Omas und Opas schwören auf den Lesespaß. Doch die Tendenz ist natürlich da: Immer weniger junge Eltern nehmen heutzutage in der Freizeit selbst gerne ein Buch in die Hand, sie chillen lieber vor dem TV und lassen sich dort in aller Seichte berieseln. Und auch ihre Kinder werden dann eher lieber vor der Klotze hängen, als durch das Lesen ihre eigene Fantasie anzuregen. Entertainment statt Erleben ist die Devise. Zum Glück nicht bei allen jungen Familien. Ich sage immer wieder "Back to the roots." Es lebe das Buch.
ähnliche Beiträge:
weitere Ausgaben von
Insider Daily
weitere Artikel dieser Ausgabe:
Mittwoch, 08. Februar 2012
Dienstag, 07. Februar 2012
Montag, 06. Februar 2012
alle AusgabenTurnaround-Brief
So kaufen Sie Aktien nur noch, wenn sie
am billigsten sind
Klicken Sie hier für weitere Informationen zu Turnaround-Brief
Artikel weiterempfehlen