Wort der Woche: Crack-up-Boom
Natalin Grom und Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Börse
vom 1. April 2011, 14:30 Uhr
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Crack-up-Boom: In vielen Börsenkommentaren fällt derzeit dieses Wort. Der deutsche Begriff dafür ist "Katastrophenhausse" und geht auf die Lehren von Ludwig von Mises (1883-1971) zurück. Es beschreibt die Angst der Anleger vor Inflation. Um einer drohenden Inflation zu entgehen, wird Geld in Sachwerte umgeschichtet. Der Preis der Sachwerte steigt und der Wert des Geldes fällt weiter. Besonders große institutionelle Anleger verkaufen ihre Anleihen und sichern ihr Kapital durch Aktienkäufe. Die Inflation gerät außer Kontrolle. Am Ende einer solchen Hausse kann der Staatsbankrott nur durch eine Währungsreform verhindert werden. Eine solche Währungsreform hatten wir in Deutschland 1923. Innerhalb von drei Jahren stieg damals der Aktienindex von 2,00 auf 269.000.000.000,00 und der Lebenshaltungsindex von 8,47 auf 657.000.000.000,00 an.
Was schürt aktuell die Angst vor einem Crack-up-Boom? Viele Analysten sind von der relativ stabilen Indexperformance angesichts von Japan-Krise, Unruhen in Libyen und den Staatsverschuldungen in Europa überrascht. Eigentlich hatte man damit gerechnet, dass durch die politischen Unsicherheiten und Naturkatastrophen ein großer Rücksetzer mit einer darauf folgenden längeren Seitwärtsbewegung am Aktienmarkt erfolgen würde. Zum Vergleich: Die Bankenkrise löste ein DAX-Kurssturz von 8.100 Punkte Ende 2008 auf 3.666 Punkte im Tief aus. Der Index brauchte fast zwei Jahre um vom Tief auf fast 7.500 ende 2010 zu klettern. Vor wenigen Tagen verlor der DAX wieder rund 1.000 Punkte auf 6.513 Punkte, heute notiert er bereits wieder bei 7.100 - Tendenz steigend.
Baut sich hier also erneut eine Aktien-Blase auf? Die Experten von Der Aktionärsbrief meinen: "Nein!" Denn: "Der fundamentale Rahmen passt. Waren die Aktienmärkte schon vor der Korrektur billig, so sind sie jetzt noch billiger geworden. Das KGV für den DAX per 2011 liegt bei 10,6 und sinkt per 2012 auf 9,4. Würde man dem DAX ein KGV von 13 per 2012 zugestehen, was nicht teuer wäre, würde der DAX auf 9.500 Punkte steigen. Der Euro Stoxx 50 weist per 2012 sogar nur noch ein KGV von 8 aus. Alles spricht dafür, dass institutionelle Investoren ihre Aktienquoten mittelfristig weiter hochfahren werden. Davon profitiert der Aktienmarkt."
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