Worauf Sie bei Index-Tracker-Fonds achten müssen
Mark Skousen in Investoren Wissen zum Thema Fonds
vom 21. September 2006 16:00 Uhr
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Sicher kennen Sie die Vorteile von Index-Fonds…
Sie können nicht schlechter sein als der Markt (80 Prozent der aktiv gemanagten Fonds laufen aber auch nicht besser). Man kann damit gut in den Aktienmarkt einsteigen. Durch die Streuung sinkt Ihr Risiko. Sie müssen kein Geld für Fondsmanager und eine teure Fondsverwaltung ausgeben.
Aber die normalen Index-Fonds haben einen Schönheitsfehler: Sie orientieren sich am Börsenwert der Indexmitglieder. Das ist schön in einem langfristigen Bullenmarkt mit steigenden Kursen, kann aber in einem Bärenmarkt total daneben gehen.
Es gibt aber auch Index-Fonds, die einen etwas modifizierten Ansatz verfolgen. Das zahlt sich aus...
Mit Fundamentaldaten schlagen Sie den Markt
Letzte Woche war ich mit Sheldon Jacobs, einem Guru der Fondsbranche, beim Essen. Berücksichtigt man das Risiko, so lag sein Fonds in den letzten 20 Jahren auf Platz eins unter US-Fonds.
Anhand der beiden Firmen General Motors und Google erklärte mir Sheldon etwas wirklich Erstaunliches. General Motors ist mit Abstand die größere von beiden Firmen. Die Umsätze sind 32 mal so hoch wie bei Google, der Autokonzern beschäftigt 57 mal so viele Mitarbeiter. General Motors ist in der Fortune-500-Liste das drittgrößte Unternehmen. Google ist nicht unter den 200 führenden US-Firmen zu finden. Trotzdem ist Google im S&P 500 stärker gewichtet, als General Motors.
Es ist so: Für jeden Dollar, den Sie in den S&P 500 Index investieren, stecken Sie 7,5 Cent in Google-Aktien und nur einen Cent in General Motors.
Bei Indexfonds wird das nicht berücksichtigt. In einem Bullenmarkt ist das gut. Aber in einer Schaukelbörse kann das Ihre Performance ganz schön lähmen.
Sheldon zeigte mir eine andere Statistik: Im langfristigen Bullenmarkt von Mitte der 90er Jahre bis Ende 1999 war der Vanguard 500 Indexfonds bei der Performance bei den oberen zwanzig Prozent der Fonds. Im Bärenmarkt in den fünf Jahren danach, bis Ende 2005, schnitt der Fonds viel schlechter ab: Er lag bei den schlechtesten zwanzig Prozent.
2,5 Prozent mehr Performance pro Jahr
Was kann man dagegen machen? Ganz einfach: Investieren Sie in einen Fonds, der sich nicht am Börsenwert der Mitglieder orientiert, sondern an der tatsächlichen Größe eines Unternehmens. Diese erkennen Sie an den Fundamentaldaten, wie zum Beispiel dem Umsatz, dem Buchwert, dem freien Cashflow oder den Dividenden. Studien zeigen, dass solche Fonds bei geringeren Kursschwankungen eine höhere Performance erzielen.
Die Performance solcher Fonds in USA, Europa, Südostasien und Japan lag über einen längeren Zeitraum betrachtet um zwei bis 2,5 Prozent pro Jahr höher, als bei Fonds, die sich nur am Börsenwert der Indexmitglieder orientieren.
In den USA setzt sich beispielsweise der ETF FTSE RAFI US 1000 (NYSE: PRF) anhand der genannten Fundamentaldaten zusammen.
Der PRF im Vergleich zum S&P 500: Klare Outperformance!
In diesem Jahr liegt der PRF bereits 6,1 Prozent im Plus. Im S&P 500 sind es nur drei Prozent.
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