Worauf Sie bei Fonds achten sollten
Von Georg Pröbstl in Investoren Wissen zum Thema Fonds
vom 26. Juli 2005 16:00 Uhr
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Fonds sind wieder gefragt. Wie der Bundesverband der Deutschen Investmentgesellschaften BVI meldet, legten Anleger im 1. Halbjahr 2005 in Deutschland 41,2 Milliarden € neu in Fonds an. Insgesamt liegt damit das Fondsvermögen mit 1090,5 Milliarden € auf Rekordniveau.
Die Entwicklung ist auch kein großes Wunder. Denn attraktive Anlageziele gibt es derzeit genug: Die Aktienmärkte klettern und klettern, Rohstoffe, zum Beispiel Öl und Gold sind extrem attraktiv und versprechen für die Anleger schöne Gewinne. Und selbst Rentenfonds schaffen Spitzenergebnisse.
Fonds bieten für Sie verschiedene Vorteile: Einmal die breite Streuung zum Beispiel auf verschiedene Aktien. Vor allem aber: Sie müssen sich nicht um die Auswahl der Einzeltitel kümmern. Das spart natürlich viel Zeit.
Trotzdem sollten Sie bei der Auswahl eines Fonds einige Dinge beachten. Zuerst einmal ist das Rating der Fonds wichtig. Hier wird häufig das Rating von Morningstar verwendet. Die Ratingagentur vergibt 1 bis 5 Sterne für Fonds. Die Noten werden für Fonds mit einem Track Record von mehr als 3 Jahren jeden Monat neu berechnet und zwar jeweils für Fonds aus der gleichen Kategorie, also mit den gleichen Anlagezielen, wie etwa Aktien Deutschland.
5 Sterne, die beste Note, bekommen die Top 10 % der Fonds in der jeweiligen Kategorie. 1 Stern bekommen die Folp 10 %, also die schlechtesten 10 %. Da durch das Rating die Fonds mit einer langfristig stabilen Wertentwicklung vergleichsweise besser abschneiden, gibt Ihnen die Zahl der Sterne auch Aufschluss über die Kursschwankungen im Fonds und somit das Risiko.
Allerdings dürfen Sie dabei nicht blind auf ein gutes Rating setzen. Denn wie gut das Rating eines Fonds ist, hängt stark davon ab, wie sich die Vergleichsgruppe zusammensetzt.
Sehen Sie sich aber nicht nur das Rating des Fonds an, sondern auch die Einzelpositionen im jeweiligen Proftfolio. Diese finden Sie beispielsweise auf Internetseiten wie www.comdirect.de oder www.onvista.de.
Eins sollten Sie sich aber klar machen: Fonds versprechen nicht immer das beste Ergebnis. Denn viele Fondsmanager orientieren sich an den jeweiligen Vergleichsindizes und versuchen dabei besser zu sein, als diese Meßlatte. Für den Manager ist es dann schon ein Erfolg, wenn der Fonds beispielsweise nur 20 % an Wert verliert, obwohl der Vergleichsindex 25 % gefallen ist. Sie können bei der Wahl des Fonds darauf achten, ob das Fondsmanagement selbst stark im Fonds investiert ist.
Denken Sie auch an ein mögliches Währungsrisiko. Denn was nützt der schönste Kursgewinn der Aktien im Fonds, wenn ein ungünstiger Wechselkurs das Plus wegfrisst? Wenn Sie kein Währungsrisiko eingehen wollen, sollten Sie ausschließlich auf Fonds setzen, die nur in Euroland investieren oder auf Fonds, die sich gegen Währungsschwankungen absichern.
Ein großer Nachteil der Fonds sind die Kosten. Dazu zählen der Ausgabeaufschlag und die Verwaltungsgebühren. Der Ausgabeaufschlag liegt nicht selten bei 5 % vom Kurswert, die Verwaltungsgebühr beträgt oft 2 % und mehr im Jahr. Denken Sie daran: Die Kosten werden von Ihrer Performance abgezogen. Vor allem wegen des Ausgabeaufschlags sollten Sie Fonds deshalb auf jeden Fall immer längerfristig ins Depot nehmen.
Dafür eignen sich am besten Fonds, die mit ihrem Portfolio breit aufgestellt sind und die sich auch schon über einen längeren Zeitraum bewährt haben.
Neue Modetrends sind hier weniger geeignet. Was machen Sie beispielsweise, wenn Gold out ist und Sie aus dem Fonds aussteigen? Der Ausgabeaufschlag ist dann auf jeden Fall futsch, auch wenn Sie vielleicht nur wenige Wochen investiert waren.
Tipp:
1) Bei Rentenfonds sollten Sie vorsichtig sein. Die Fonds, die auf festverzinsliche Wertpapiere setzen, sind zwar in der Vergangenheit gut gelaufen. Denn die Kurse der Anleihen im Portfolio legten wegen der fallenden Zinsen teilweise im zweistelligen Prozentbereich zu. Doch kommt jetzt ein Zinsanstieg, dann fallen eben die Kurse der Anleihen wieder und entsprechend der Wert der Fondsanteile. Meiden Sie deshalb Rentenfonds, die auf Anleihen mit mittel- oder langfristigen Laufzeiten, ab etwa 2 Jahren Restlaufzeit, setzen.
2) Mit ETFs, den Exchance traded Funds, können Sie auf Indizes, Länder oder einzelne Sektoren setzen. Im Gegensatz zu Fonds gibt es hier jedoch keinen Ausgabeaufschlag.
3) Zertifikate gibt es inzwischen so gut wie auf alle Asset-Klassen. Auch hier gibt es normalerweise beim Kauf über die Börse keinen Ausgabeaufschlag.
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