Worauf kein Trader verzichten wird

Jürgen Nowacki in Investoren Wissen zum Thema Chartanalyse
vom


In dieser Woche haben wir uns mit dem theoretischen Rüstzeug von Kurslücken und ihrer unterschiedlichen Bedeutung für die Marktprognose befasst. Dabei haben wir entdeckt, dass nicht nur Daytrader ihre Performance wesentlich verbessern können, wenn Sie GAPs in ihre Beobachtungen und Handelsstrategien einbeziehen.


Auch wenn wir die drei Gruppen der Kurslücken jetzt besprochen haben, so sind wir deshalb noch nicht am Ende unserer Untersuchungen. Denn jetzt bauen wir auf dem erworbenen Wissen auf und widmen uns den „Wendepunkten". Um etwas genauer zu werden, den „Inselformationen".

Trefferquote gut, Fehlerquote akzeptabel

Der Analyst Thomas Bulkowski hat in jahrelangen Beobachtungen festgestellt, dass Inselformationen eine recht geringe Fehlerquote von 13 Prozent (Top-Formation) beziehungsweise 17 Prozent (Bodenbildungsformationen) aufweisen. Der Prozentsatz zu dem das prognostizierte Kursziel erreicht wird, liegt bei passablen 78 Prozent für Top-Formationen und 85 Prozent für Bodenbildungsformationen. Allerdings hat das Kursziel lediglich Potenziale von 21 und 34 Prozent. Damit kann man leben, wie ich meine, denn diese Zahlen beruhen auf Aktiengeschäften, die man ja je nach Geschmack noch hebeln könnte.

Der Unterschied zwischen Doji und „ausgesetztem Baby" (Abandoned Baby)

Bevor wir uns in der nächsten Woche aktuelle Charts vornehmen, zeige ich Ihnen erst einmal die Formation, so wie sie idealerweise aussehen sollte. Dazu decken Sie bitte den rechten Teil des Charts an der Stelle ab, an der die blaue Linie (EMA20) den untersten Punkt erreicht hat. Jetzt stellen Sie sich einen Markt vor, der geprägt von negativen Konjunkturnachrichten (wie beispielsweise gerade im Erdöl) kräftig im Kurs verloren hat. Dann aber entdecken Sie eine Kerze in ihrem Kerzenchart, die wie losgelöst im Raum steht. Sie sehen das Kreuz im roten Kreis, das zwei wesentliche Merkmale zeigt. Erstens ist der Kerzenkörper sehr klein; das Kreuz entsteht dadurch, dass sich der Eröffnungskurs mit dem Schusskurs auf einem Kursniveau trifft. Und zweitens steht das Kreuz isoliert im Raum, ohne Verbindung zum Vor- und Folgetag.  Sie wissen, je größer die Differenz zwischen Eröffnungs- und Schlusskurs ist, umso größer ist der Kerzenkörper. Wenn sich kein Kerzenkörper bildet, wie beim Doji, haben Sie eine Marktsituation ohne Kauf- und Verkaufsdruck.

Dieses Symbol (Doji) für sich allein genommen entspricht bildlich dem gelben Signal einer Verkehrsampel. Der Markt zeigt, dass nach einer längeren Rotphase im Verkehr ein Wechsel bevorsteht. Umgekehrt zeigt der Doji nach einer längeren Grünphase, dass ein Wechsel zu einer Marktpause, ja vielleicht sogar ein Trendwechsel hin zu fallenden Kursen bevorsteht.

Zwei Kursfenster (GAPs) isolieren die Tagesbewegung

Aber das ist nicht ausschlaggebend für das ausgesetzte Baby, sondern hier ist entscheidend, dass diese Tagesbewegung mit ihrem Hoch/Tief außerhalb der Kursbewegung des Vortages und des Folgetages stattgefunden hat. Sie haben es also mit zwei Kursfenstern (GAPs) zu tun, einem vor und einem nach dem Folgekurs. Diese Marktinformationen sind nicht an eine bestimmte Charteinstellung gebunden, sie können im Chart mit Tageskursen entstehen, aber auch in Minutencharts - je nachdem, wie Sie ihr Ordersystem eingestellt haben. Je größer das Zeitfenster ist, umso aussagekräftiger ist das Chartsymbol mit den zwei GAPs für Trader. Aber das werden Sie selbst feststellen, wenn Sie sich näher damit befassen. Ich empfehle, in alten Charts einmal nach solchen Wendepunkten mit zwei GAPs zu suchen. Das schult die Beobachtungsgabe und gibt Ihnen ein Gefühl für die Trefferquote.

 

Vier Signale zeigen Ihnen die Trendwende

Wenn Sie den Chart, den Sie immer noch abgedeckt halten, jetzt etwas nach rechts frei geben, entdecken Sie mindestens drei, wenn nicht sogar vier Kaufsignale. Wissen Sie welche?

Das besprechen wir dann am Montag, ach und wenn Sie wissen wollen warum es für die Trendentwicklung des Euros keine Rolle spielt wie die Wahl am Sonntag in Athen ausgeht dann testen Sie gleich den Target Trader, hier mit einem Mausklick 

Ein schönes Wochenende und viel Erfolg am Markt wünscht Ihnen

Jürgen Nowacki,

Chefredakteur Target Trader

Zum zweiten Teil von: Ein Vergleich aus dem täglichen Leben

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