Wohin mit dem Geld?
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 03. November 2006 07:30 Uhr
ENL5454
*** Wohin mit dem Geld?
Sind die großen Überschüsse der Ölexporteure einfach nur ein Glücksfall? Vermutlich nicht, heißt es in einem UBS Bericht. Der Ölverbrauch steigt mit einer Rate von 2% im Jahr – oder um ungefähr 2 Millionen Barrels am Tag. Gleichzeitig wird das Öl aus den bekannten Feldern mit einer Geschwindigkeit von vier Millionen Barrels am Tag aus der Erde gesaugt. Also müssen sechs Millionen Barrel am Tag entdeckt und verfügbar gemacht werden, nur um nachzukommen. Aber die Neuentdeckungen haben ihren Höhepunkt schon überschritten. Es wird heute weniger Öl gefunden als 1930. Und wenn die Projektionen für die Zukunft richtig sind, dann wird die Produktion bald zurückgehen ... und bis in die unbestimmte Zukunft weiter fallen.
Die wahre Frage lautet also: Was werden die Ölexporteure mit ihrem Geld tun? Wie lange werden sie noch den amerikanischen Konsum unterstützen? Ich kenne die Antwort nicht, aber die Forscher von UBS haben eine Einsicht. Der Konsum hinkt normalerweise hinterher. Er beginnt mit einer Verzögerung, nachdem das Geld kommt. Und ich füge hinzu, dass er mit einer Verzögerung endet, nachdem das Geld ausbleibt.
Viele der Ölproduzenten, z.B. Russland, haben eine lange Geschichte der finanziellen Sorgen. Andere, wie Saudi Arabien, sind sich sehr bewusst, dass der Ölmarkt Einbrüche und Hochzeiten durchläuft. Beide Erfahrungen tragen dazu bei, dass die Produzenten zögerlich sind, wenn es darum geht, die Ausgaben rücksichtslos zu erhöhen. Aber wenn sich die Erträge als dauerhaft erweisen, dann werden sich die Verbraucher daran gewöhnen. Genauso wie die Frau, deren Ehemann eine große Gehaltserhöhung erhalten hat, sich bald daran gewöhnt haben wird, das zusätzliche Geld auszugeben. Egal wie, die Aussichten sehen für die Zukunft der finanziellen Vermögenswerte in der amerikanischen Heimat nicht gut aus. Wenn die Einkommen der Produzenten sinken, dann werden sie weniger Geld haben, das sie in Vermögenswerte, die auf den Dollar ausgezeichnet werden, rückführen können. Wenn die Einkommen der Produzenten jedoch gleich bleiben, dann werden sie bald etwas anderes damit vorhaben.
*** Rechenfehler
Die jüngsten Nachrichten treffen auf taube Ohren: „Die Gesamtkosten des Krieges, inklusive der Kosten, die den Haushalt betreffen, Sozialausgaben und makroökonomische Kosten, werden vermutlich zwei Billionen Dollar übersteigen“, sagte das Milken Institut.
Als ich bekannt gab, dass der Krieg im Irak eine Billion kosten würde, hat man mit den Schulten gezuckt. Natürlich hatte ich keine Ahnung, wovon ich sprach, ich habe nur eine Schätzung weitergereicht, die ich in den Zeitungen gelesen hatte.
Niemand hatte geglaubt, dass ein Krieg so viel Geld kosten könnte. Donald Rumsfeld hat ein Preisschildchen mit nur 50 Milliarden Dollar beschriftet. Eine Billion, das sind 20 Mal so viel – und ganz einfach nicht zu glauben.
Aber jetzt hat ein Wirtschaftswissenschaftler, der auch noch mit dem Nobelpreis ausgezeichnet ist, Joseph Stiglitz, eine Zahl ausgerechnet, die vierzig Mal so hoch ist wie Rumsfelds Schätzung.
Natürlich hat der Schatzminister das Recht, Rechenfehler zu machen. Das tun wir schließlich alle schon mal. Aber eine Fehleinschätzung um 4.000% ist schon ein bisschen heftig – selbst für ein Regierungsprogramm.
*** Hausverschönerungsveranstaltungen
Wie geht man stilvoll Pleite? Man kauft eine Wohnung... und bringt sie dann auf den neusten Stand.
„Ich habe für heute einen Raumgestalter bestellt, damit er sich die Wandschränke ansieht“, verkündete meine Frau Elizabeth zuletzt.
„Was stimmt denn nicht mit den Wandschränken?“
„Oh... das weißt du ganz genau. Sie sind einfach nicht ansprechend konstruiert. Wir brauchen mehr Platz, an dem wir alles verstauen können. Denk einfach, wo wir im Leben stehen. Wir können genauso gut so leben, wie wir wollen, anstatt einfach versuchen klarzukommen, nur weil die Dinge nun einmal so sind.“
„Aber ich bin absolut zufrieden mit den Wandschränken...“
„Nun, du wirst noch zufriedener sein, wenn sie erst einmal überarbeitet sind. Wir wollen aber jetzt nicht mehr davon sprechen...“