Wochenrückblick Teil 2
Andreas Lambrou in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 11. August 2006 20:45 Uhr
ENL5454
Gold / Silber / Platin / Palladium
Die Preise für Edelmetalle sollten auch im 2. Halbjahr von den hohen Energiepreisen und den noch stärker gestiegenen Industriemetallpreisen unterstützt werden. Die politische Lage lässt Edelmetallinvestitionen ebenfalls sehr aussichtsreich erscheinen. Kurzfristig kam es nach den vereitelten Anschlägen in London jedoch zu einer Flucht in den US-Dollar, der den Anstieg des Goldes zurückhielt. In Krisenzeiten flüchtet die Liquidität gerne in das Land mit dem weltweit größten Militärapparat. Hinzu kam noch das US-Handelsbilanzdefizit, welches im Juni mit 64,8 Milliarden US-Dollar unter dem Mainiveau mit 65 Milliarden US-Dollar lag sowie eine immer noch angeschlagene Chartsituation nach dem jüngsten Ausverkauf.
Es dürfte dennoch als sicher gelten, dass sich die Goldpreise nur in einer temporären Schwächephase befinden, dessen Ende zeitlich noch nicht absehbar ist. Aber Goldanleger sollten schließlich Geduld haben und Geduld hat sich im Goldmarkt in den letzten Jahren ja bereits gut ausgezahlt.
Getreide schwächer
Die Ernteschätzungen des Agarministeriums liegen jetzt vor:
Mais 10,976 Milliarden Scheffel (erwartet 10,8 Milliarden Scheffel)
Sojabohnen 2,928 Milliarden Scheffel (erwartet: 3 Milliarden Scheffel)
Weizen 1,801 Milliarden Scheffel (erwartet 1,765 Milliarden Scheffel)
Mit den Schätzungen wurde bei Mais und Weizen auf kurzfristiger Ebene eine klare Abwärtsbewegung eingeleitet. Die Sojabohnen können von diesen Schätzungen jedoch profitieren.
Allerdings hätten die Verluste beim Weizen doch noch wesentlich stärker ausfallen können. Doch die Weltproduktionsschätzungen verhinderten das schlimmste. Die EU Ernte dürfte in der laufenden Saison mit 119 Millionen Tonnen unter der Schätzung von letztem Monat liegen, die bei 126 Millionen Tonnen lagen. Auch für die kleineren Produzenten Kanada und Argentinien wurden die Ernteprognosen leicht gesenkt.
Enttäuschung bei Baumwolle
Die letzten Wochen waren in den USA durch eine stetige Verschlechterung der Ernteprognosen geprägt. Umso mehr überraschte das US-Agrarministerium mit seiner Veröffentlichung am Freitag, dass die US-Baumwollernte in diesem Jahr mit 20,43 Millionen Ballen nur unwesentlich unter der Prognose vom Juli zurückbleiben werde. Einige Analysten hatten zuvor einen Ernterückgang um bis zu 2 Millionen Ballen befürchtet. Damit dürfte den Bullen kurzfristig etwas der Wind aus den Segeln genommen sein.
Dennoch glauben doch einige Marktteilnehmer, dass sich das trockene Wetter in den nächsten Prognosen doch noch auswirken wird. Dies verhinderte einen stärkeren Rückgang der Preise.
Zudem liegen die Schätzungen für den Weltverbrauch an Baumwolle mit knapp 122 Millionen Ballen immer noch unter der Weltproduktion von 116 Millionen Ballen, wenngleich noch immer von einem Lagerbestand bei rund 48 Millionen Ballen ausgegangen wird.
Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien ein ruhiges Wochenende
Ihr
Andreas Lambrou
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