Wo Sie Ihr Geld sicher parken können
Von Georg Pröbstl in Investoren Wissen
vom 17. Mai 2005 16:00 Uhr
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"Sell in May an go away", so lautet eine alte Börsenregel. Sie als Anleger sollen also im Mai Ihre Aktien verkaufen und erst einmal in Urlaub fahren. Vielleicht haben Sie tatsächlich jetzt zu Pfingsten die alte Börsenweisheit umgesetzt und den einen oder anderen Wert aus Ihrem Depot – hoffentlich mit einem schönen Plus – verkauft.
Unser Börsenspruch hat einen tieferen Sinn. Denn in den Sommermonaten etwa zwischen Mai und August machen viele aus der Finanzbranche, wie in anderen Industriezweigen auch, ihre Ferien. Vorstände und Analysten, Fondsmanager und andere institutionelle Investoren sind dann eben nicht im Büro, sondern in den Bergen oder am Strand. Wegen des Urlaubs ist an der Börse manchmal wenig los, es herrscht Flaute. Keine Infos aus den Firmen, geringer Aktienhandel, dümpelnde Kurse.
Allerdings müssen die Kurse in den Sommermonaten nicht unbedingt fallen. Seit 1949 beispielsweise gab es zwischen Ende Mai und Ende August per Saldo 17 mal einen Kursrückgang, in den Monaten September bis Ende Dezember dagegen sogar 22 mal. Außerdem gibt es ja immer wieder interessante Einzelstorys und Einstiegschancen. Aber wer will im Urlaub schon sorgenvoll an die Börse und seine Aktien denken?
Falls Sie ausgestiegen sind und jetzt Cash auf dem Konto haben, fragen Sie sich bestimmt: Wie das Geld kurzfristig parken? Ohne Risiko und trotzdem ein paar Zinsen kassieren. Unter dem Kopfkissen oder auf dem Girokonto bekommen Sie normalerweise keinen Zins.
Das Sparbuch? Ihr Einwand: "Da legt doch heutzutage keiner mehr Geld an!" Weit gefehlt! Obwohl es hier nur mickerige Zinsen von vielleicht 1,0 % im Jahr gibt, schlummern dort Milliarden: Nach Angaben der Deutschen Bundesbank lagen im April in Deutschland vor allem auf Sparbüchern mit gesetzlicher Kündigungsfrist, also drei Monaten, 605 Milliarden €! Die Leute bekommen dann noch nicht einmal den Inflationsausgleich. Und wer kurzfristig Geld braucht, muss sogar noch Strafzinsen zahlen.
Und Festgeld? Dort bekommen Sie laut Bundesbank für 12 Monate 2,25 % Zins im Jahr. Hier sind Sie dann aber 12 Monate gebunden. Eine lange Zeit, in der viele gute Aktien ohne Sie abschießen.
Um Geld zu parken haben Sie tatsächlich bessere Möglichkeiten. Etwa Geldmarktfonds. Die bringen oft um die 2 % Zins im Jahr und können börsentäglich verkauft werden. Das Geld wird dann 2 Tage später Ihrem Konto gutgeschrieben.
Risiko gibt es keines. Denn die Fonds investieren meist in festverzinsliche Papiere im Euroraum, etwa in Staatsanleihen, mit kurzer Restlaufzeit von 1 bis 3 Monate. Ausfall-, Währungs- oder Kursschwankungsrisiko, wie oft am Rentenmarkt, ist kaum vorhanden. Gute Geldmarktfonds sind beispielsweise ISIN DE 000 847 425 5, DE 000 976 621 2 oder DE 000 976 902 6.
2 % – da kommt im Vergleich zum Kopfkissen oder Sparstrumpf doch einiges zusammen. Bei einer Summe von 20.000 € macht das nämlich im Jahr immerhin schon 400 € Zinsen aus.
Mit Geldmarktfonds können Sie auf jeden Fall sorgenfrei in Urlaub fahren. Mit den Zinsen können Sie die Reise bezahlen. Am Ende sind Sie dann sogar auch kurzfristig flüssig und können so wieder an der Börse mitmischen.
Tipp: Etwas mehr kriegen Sie manchmal bei Online-Brokern oder Direktbanken. Bei Comdirect beispielsweise bekommen Neukunden derzeit 5 % Tagesgeldzins in den ersten 6 Monaten. Allerdings müssen Sie dann ein Mindestdepot von 3.000 € mitbringen (www.comdirect.de).
Bei Cortal Consors (www.cortalconsors.de) bekommen Sie derzeit auf das Tagesgeldkonto 2,6 %.
Bei www.1822direkt.com und www.ing-diba.de sind es 2,5 %. Genau so viel bekommen Neukunden bei www.dab-bank.de.
Allerdings: Wenn Sie ein neues Konto eröffnen, sollten Sie unbedingt auf die Kontoführungsgebühr achten. Bei kleinen Anlagesummen von unter 5.000 € fressen sonst unter Umständen die Kosten Ihre Zinsen zusammen. Übrigens – bei höheren Summen müssen Sie auch darauf achten, dass die Direktbank dem deutschen Einlagensicherungsfonds beigetreten ist. Im Falle der Pleite der Bank bekommen Sie nämlich sonst unter Umständen nur Einlagen bis zu einer Höhe von 20.000 € ersetzt.