Wo man auch hinsieht: Rot
Till Kleinlein in CFX Trader Kolumne
vom 30. Juni 2010, 08:30 Uhr
ich hatte es ja gestern schon geahnt, dass der Handelstag, den ich verpassen sollte, interessant werden könnte. Aber das war schon sehr heftig! Die Angst ist an die Börsen zurückgekehrt. Die dominierende Farbe an den Anzeigentafeln war rot. Dax, TecDax, MDax, Euro-Stoxx: Ganz egal um welchen Index es sich handelte, alle Indexwerte mussten mehr oder minder starke Kursrückgänge hinnehmen. Nicht viel anders sah es am Abend an der Wall Street aus und auch die Börsen in Fernost kennen nur den Weg gen Süden.
China wird im zweiten Halbjahr wohl nicht die hohen Wachstumszahlen erreichen können, mit denen weltweit gerechnet wurde. Das allein reichte schon aus, um die Verkaufslawine auszulösen. Dazu kam dann noch, dass etwa beim Dax wichtige charttechnische Unterstützungsmarken gefallen sind, und damit der Abverkauf beschleunigt wurde
Der Kurzüberblick:
Dax: -3,33%
Dow Jones: -2,65%
S&P 500: -3,10%
Nasdaq: -3,92%
EUR/USD: +0,23%
Gold: +0,09%
Silber: -0,48%
Öl (Sorte Brent): -2,97%
Trading-Chancen des Tages
Wie jeden Morgen habe ich auch diesmal ein paar Werte genauer für Sie unter die Lupe genommen. Dies ist meine ganz private Watchlist mit potenziellen Trades, welche kurzfristig ausgerichtet sind. Trading-Ideen anderer Handelsinstrumente werden im CFX Broker Blog vorgestellt.
Dax (DAX.I): die Korrektur weitet sich aus
Spätestens gestern wurden die Bullen wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Die magische 6.000er-Marke wurde an die Bären abgegeben, und damit hat auch der letzte bullisch eingestellte Marktteilnehmer erkannt, was die Stunde schlägt. Weitere Kursabgaben sind nun wahrscheinlicher, als das Markieren eines neuen Jahreshochs. Das mittelfristige Kurs-Ziel lautet nun 5.800 Punkte, das Zwischentief des laufenden Monats. Ob die Bewegung schnurstracks weiter nach unten führt, ist aber zu bezweifeln, denn viele Indikatoren - bspw. der Relative-Strength-Index im Stundenchart - zeigen eine überverkaufte Situation an. Wundert einen zwar nicht, dafür reicht eigentlich auch der Blick auf den Chart aus, doch wie weit eine Extremsituation vorangeschritten ist, dafür nutze ich gerne einmal auch Indikatoren bzw. Oszillatoren.
Heute morgen wird vorbörslich die Abwärtsbewegung zumindest einmal nicht gleich fortgesetzt. Nur ein schwacher Trost für alle Dax-Bullen, doch vielleicht entwickelt sich ja daraus noch mehr? Um mich in eine Long-Position zu lotsen, müsste der Dax aber erst die 6.000er-Marke zurückerobern. Dann muss aber wieder die kurze Leine für den Trade eingesetzt werden - sprich enge Stopp-Setzung -, da die Gegenwehr schon bei 6.030 Punkten einsetzen könnte. Hier oder aber bei 6.070 Punkten, das sind die Maximal-Ziele, die die Bullen anvisieren können, sind Gewinnmitnahmen vorzunehmen (sowie bei 6.070 Punkten auch Short-Einstieg), wenn die Aufwärtsdynamik spürbar nachlässt.
Scheitert der Dax bei einer Erholungsbewegung an der 6.000er-Marke oder verlässt er diese magische Marke nach einem vorher geglückten Überwinden, gehe ich short. Auch beim Unterschreiten des gestrigen Tiefs verkaufe ich den Dax. Hier muss dann aber ebenfalls der Stopp eng gesetzt werden - die nächste Unterstützungsmarke bei 5.900 Punkten ist sehr nahe. Dreht hier der deutsche Leitindex nicht nach oben ab, was die Eindeckung der Position und einen Long-Einstieg zur Folge hätte, erwarte ich ein Anlaufen der Unterstützungszone bei 5.830/25 Zählern. Eventuell geht es dann sogar gleich abwärts bis an die 5.800er-Marke.
Gestriges Ergebnis: kein Trade
Dax - 30-Minuten-Chart
Dax (DAX.I): Nun ist es doch passiert, die 6.000er-Marke ist nach unten verlassen worden.
Weiterhin gilt:
Bei allen Dax-Trades ist zu beachten, dass diese möglichst eng abgesichert werden. Für mich bedeutet das ein maximaler Verlust von 25 Punkten pro Trade, den ich bereit bin zu erleiden.
