Wo geht die Reise hin?
Dominique Braun in Investors Daily
vom 16. November 2009, 18:00 Uhr
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erinnern Sie sich noch an meinen letzten Gastbeitrag zum Thema Gold? Dort habe ich von der Finanzierung von Goldminen gesprochen. Ein Investor stellt einer seriösen Goldmine Kapital zur Produktionserweiterung zur Verfügung, und der Investor bekommt das bereitgestellte Kapital in Form von physischem Gold zu einem reduzierten Preis zurückgezalt.
Können Sie sich vorstellen, ein Investor hätte vor zwei Jahren solch einen Deal abgeschlossen und sich für sein Kapital physisches Gold, wie in unserem Beispiel im Wert von 700 USD pro Unze, als Rückzahlung sichern lassen - es wäre ein tolles Geschäft für den Investor. Denn dadurch, dass sich der Goldpreis mittlerweile auf ein neues Rekordhoch von über 1.100 USD pro Unze verteuern konnte, wäre bei solch einer Vereinbarung mit einem festgesetzen Goldpreis von 700 USD pro Unze, für den Investor ein Gewinn von 400 USD pro Unze herausgekommen (1100 USD - 700 USD). Ich möchte auch nicht nochmal das gesamte Beispiel vom letzten Mal aufrollen, aber es passt so schön zur aktuellen Entwicklung des Goldpreises.
Nachdem nun auch die 1.100 USD-Marke durchbrochen worde, kamen viele Spekulationen auf, wo die Reise mit dem Goldpreis wohl noch hingehen mag. Die Stimmen mehren sich, dass die Richtung von 2.000 USD pro Unze und mehr eingeschlagen werden könnte. Als Antizykliker, so wie ich es bin, müsste man eigentlich eine genau entgegengesetzte Meinung dazu haben, aber mittlerweile sprechen viele Fakten eher für einen weiter steigenden Goldpreis als umgekehrt.
Angstherd Inflation
So ist natürlich die große Angst einer massiven Inflation das Hauptargument für die Bullen, von einem weiter steigenden Goldpreis zu sprechen. Ich habe das Thema der Inflation hier in der Vergangenheit bereits mit angebracht. Gold wird auch als Absicherungsinstrument gegen eine steigende Inflationsrate eingesetzt. Um es einfach auszudrücken: Mit einer steigenden Inflation wird das Geld weniger Wert und dann wird physisches Gold gekauft, denn Gold gilt als sicherer Hafen. Dass das Geld, und speziell der US-Dollar, immer weniger Wert wird, sehen wir fast täglich. So musste die Währung gegenüber dem Euro seit März um mehr als 15% abgeben, und der Goldpreis war der Nutzniesser davon, denn dieser stieg im gleichen Zeitraum um mehr als 20% an.
Der Fakt, dass die US-Notenbank FED immer mehr Geld druckt und in Umlauf bringt, um die ganzen Stützungs- und Rettungsmaßnahmen finanzieren zu können, wird dem Dollar nicht unbedingt helfen. Dadurch kann erst recht eine Inflation geschürt werden, die zu einem weiteren Verfall des Dollars führt und im gleichen Atemzug zu einem weiter steigenden Goldpreis.
Ob es dann letztendlich soweit kommt, wie der Managing Director Smith von Superfund meint, bleibt abzuwarten. Denn er rechnet damit, dass eine massive Inflation in den USA zu einem Preis von 20 bis 30 US-Dollar pro Tasse Kaffe führen wird. So würde dann auch ein Besuch bei der Café-Kette Starbucks einem Gourmetbesuch gleichkommen. Wenn dies geschehen sollte, dann ist ein Goldpreis von 2.000 US-Dollar und mehr sicherlich gut vorstellbar.
Mit goldigen Grüßen
Dominique Braun