Wissenswertes zu Volatilität VIII
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 30. April 2008 08:30 Uhr
ENL5454
Willkommen liebe Leser,
zu inzwischen schon Teil 8 unserer Reihe „Wissenswertes zu Volatilität“.
Vielleicht fragen Sie sich inzwischen schon wie man bloß um Himmels willen so lange über Volatilität sprechen kann?!
Nun, ich will ehrlich zu Ihnen sein- Sie haben es vermutlich auch schon gemerkt- ich halte die gesamte Thematik für unheimlich interessant. Darüber hinaus handelt es sich aber auch um ein sehr wichtiges Thema dessen Bedeutung man verstehen sollte, nicht nur wenn man sich mit den Devisenmärkten auseinandersetzt – denn hier ist gerade der Devisenoptionshandel von Bedeutung, zumal die implizite Volatilität zudem ein wichtiger Indikator für mögliche zukünftige Einschätzungen ist; in diesem Markt eher noch als die historische Volatilität – sondern auch dann wenn man grundsätzlich den Handel mit Optionsscheinen in Betracht zieht.
Womit wir beim Thema sind! Anders als die historische Volatilität, welche man entweder zum Spaß berechnen kann oder weil man hieraus Schlüsse über künftige Kursentwicklungen zieht oder schlicht und ergreifend um sie mit der impliziten Volatilität zu vergleichen, kommt eben jener impliziten Volatilität ihre ganz besondere Bedeutung als wichtiger Bestandteil der Berechnung eines Optionspreises/Optionsprämie zu.
Ohne implizite Volatilität lässt sich der Preis, welchen man für einen Optionsschein berappen muss nicht berechnen.
Dies geschieht anhand der Black-Scholes-Formel.
Die Black-Scholes-Formel, 1973 von Fischer Black und Myron Scholes – später wurden die beiden dafür mit dem Nobelpreis geehrt- ist eine mathematische Möglichkeit zur Berechnung des theoretischen Werts einer Option (fair value).
In die Berechnung fließt neben dem Kurs des Basiswertes und dem Ausübungspreis, der Laufzeit usw. eben auch die implizite Volatilität mit ein.
Black-Scholes – jeder kennt sie, jeder nutzt sie, die wenigsten könnten sie berechnen. Und ehrlich gesagt bin ich mir auch unsicher ob ich die Differentialgleichungen noch beherrsche. Also ersparen wir uns das lieber noch einmal – vorerst ;-). Außerdem haben wir uns mit den Griechen noch nicht beschäftigt.
Wichtig zu wissen ist, dass diese Formel der Standard ist und dass sie sowieso nicht explizit nach der impliziten Volatilität aufgelöst werden könnte. Dafür müssten wir dann noch ein Näherungsverfahren nutzen. Also lassen wirs!
Verzweifeln müssen wir trotzdem nicht. Denn die liebenswerte Erfindung namens Internet stellt uns kostenlos eine ganze Menge an Simulationsmodellen zur Verfügung. Oder so genannte OS-Rechner. (Einfach Suchbegriff in eine Suchmaschine eingeben und voila!)
Mit Hilfe eines solchen OS-Rechners lässt sich ganz bequem durch schlichte Eingabe der bekannten Daten wie Laufzeit, Kurs des Basiswertes, Ausübungspreis und Bezugsverhältnis jeweils sowohl die implizite Volatilität, als auch der OS/ Optionsscheinpreis berechnen. Je nachdem!
Und genau das werden wir am Freitag zusammen tun! Wir werden zusammen mit Hilfe eines OS-Rechners bestimmen wie stark der faire Wert einer Option sich verändert bei entsprechender Veränderung der impliziten Volatilität.
Somit bis Freitag in alter Frische
Liebe Grüße
Ihre Miriam Kraus