Wissenswertes zu Palladium
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 12. Juli 2007 20:45 Uhr
ENL5462
Vorkommen von Palladium
Sowohl elementares Palladium, als auch palladiumhaltige Legierungen in Flussseifen findet man im Ural, in Australien, Äthiopien, sowie Süd – und Nordamerika. Diese Lagerstätten sind heute allerdings weitestgehend ausgebeutet. Inzwischen wird Palladium meist aus Nickel – und Kupfererzen gewonnen. Neben Südafrika und Ontario stammt mehr als die Hälfte, des aus Nickel und – Kupfererz gewonnenen Palladiums aus Sibirien. Der weltweit größte Hersteller von Palladium ist Norilsk Nickel. Darüber hinaus ist es möglich, Palladium aus den Abgaskatalysatoren der Altwagen zu recyceln .
Der Anteil des so produzierten Palladiums wird in Zukunft, aufgrund schwindender Vorkommen drastisch ansteigen.
Ebenfalls ist es möglich, Palladium auf dem Wege der Edelmetallsynthese herzustellen. Dies ist nur auf kernphysikalischem Weg, mit Hilfe eines Kernreaktors oder Teilchenbeschleunigers möglich. Palladium entsteht bei der Kernspaltung in Anteilen von einigen Prozent. Allerdings entsteht hierbei auch das radioaktive Palladiumisotop Pd 107, mit einer Halbwertszeit von 6,5 Millionen Jahren. Das so gewonnenen Palladium strahlt also hundert mal stärker radioaktiv als Uran und könnte daher nur genutzt werden, wenn man das radioaktive Isotop in (noch) sehr aufwändigem Verfahren von den anderen Palladiumisotopen abtrennen würde.
Eigenschaften von Palladium
Palladium ist das leichteste Metall der Platingruppe und hat damit auch den niedrigsten Schmelzpunkt der Gruppe. Es ist äußerst reaktionsfreudig. Das Metall reagiert bei Raumtemperatur nicht mit Sauerstoff, es ist in seinem Edelmetallcharakter ansonsten aber ähnlich dem benachbarten Silber.
Anwendung von Palladium
Palladium ist ein exzellenter Katalysator für das so genannte Cracken von Kohlenwasserstoffen. Dieser Vorgang wird bei der Veredelung von saurem Rohöl (dies entspricht zum Beispiel dem russischen Urals) angewendet.
Weiterhin wird das Palladium, wie bereits erwähnt als Ersatz für das teurere Platin in Abgaskatalysatoren verwandt.
Überdies wird es verstärkt zu Schmuck verarbeitet.
Man benutzt es zur Herstellung von Weißgold.
Ebenfalls zur Reinigung von Wasserstoff, als Kontaktwerkstoff für Kommunikationsanlagen, als Zahnersatz, zur Herstellung medizinischer Instrumente, als Elektrodenwerkstoff für Zündkerzen in der Luftfahrt.
Es wird angewandt in der Nanotechnologie und als Legierung in Verbindung mit Nickel als Goldersatz in der Elektroindustrie.
Darüber hinaus kann es analog zum Blattgold zu 0,00001 mm dünnen Folien verarbeitet werden.
Es gibt noch eine Reihe weiterer möglicher Anwendungsgebiete.
So long liebe Leser…ich frage mich ob die Einführung von Platin ETFs und das damit verbundene vermehrte Einspülen spekulativen Kapitals in diesen Markt, dem billigeren Palladium nicht auch zu verstärkter Attraktivität verhelfen kann…
Ihre Miriam Kraus
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