Wird Goldman Sachs Recht behalten?
Daniela Knauer in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 19. April 2011, 17:00 Uhr
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In diese Kerbe schlug Goldman Sachs in der vergangenen Woche. Man gab die Empfehlung, Rohstoffanlagen vorerst zu reduzieren, da die Risiken derzeit größer seien als mögliche Gewinne. Und das Urteil dieser Analysten wiegt schwer. Sie beweisen häufig ein gutes Gespür für den Rohstoffmarkt. Einige Superbullen verspotteten diese Empfehlung zwar sogleich. Doch etwas Wahres ist schon daran.
Einerseits nähern wir uns den traditionell bei Rohstoffaktien eher schwachen Sommermonaten. Zweitens zeigt die Weltwirtschaft erste Anzeichen einer möglichen Abkühlung im nächsten Jahr. Nicht zuletzt verursacht durch die in immer mehr Ländern begonnenen Zinserhöhungen. Diese haben ja den Zweck, Inflation und über geringere Kreditvergaben auch das Wachstum etwas zu dämpfen. Ebenso wird sich der relativ hohe Ölpreis bremsend auswirken, denn die Gewinne vieler Unternehmen schrumpfen dadurch, wenn sie den Preisanstieg nicht schnell genug weitergeben können. Gerade bei den Explorern machen sich höhere Energiekosten schmerzlich bemerkbar, die nicht durch steigende Gewinne aus der Produktion von Rohstoffen ausgeglichen werden können.
Das Timing von Goldman erscheint also wieder einmal goldrichtig. Nur die Edelmetalle scheinen über die Empfehlung zu spotten - sie erreichten erst gestern neue Verlaufshochs.
Fazit:
Fassen wir also zusammen: Der Chart spricht dafür, dass wir zumindest eine größere Korrektur der kleinen Aktien sehen könnten. Die Indikatoren weisen erst einmal auf einen Abwärtstrend hin und befinden sich noch nicht im deutlich überverkauften Bereich. Saisonal gesehen nähern wir uns bei diesem Index einer recht schwachen Phase.
Noch sind alle langfristigen Trends intakt, selbst wenn die Bäume derzeit nicht in den Himmel wachsen. Gold und Silber sowie das Öl erreichen fast täglich neue Hochs. Das heißt, die entsprechenden Aktien werden relativ gesehen immer günstiger. Es gibt also auch gute Argumente dafür, dass wir in nächster Zeit wieder einmal eine größere Seitwärtsbewegung bekommen werden. Solange die Märztiefs nicht deutlich unterschritten sind, können schwache Tage immer wieder zu Käufen genutzt werden. Beachten sollten Sie aber auf jeden Fall konsequent ihre Stoppmarken. Wenn sich die Korrektur tatsächlich doch stärker ausdehnen sollte, schützen diese Ihr Vermögen vor größeren Verlusten.
Mit diesem Überblick auf die charttechnische Situation des wichtigsten Index für kleine Rohstoffaktien verabschiede ich mich für heute. Ich wünsche Ihnen schon jetzt ein frohes Osterfest bei hoffentlich weiter so herrlichem Frühlingswetter, da wir uns in dieser Woche wegen des Karfreitags nicht mehr lesen werden. Herzliche Grüße, nun wieder von
Ihrer Daniela Knauer