Wird es wirklich einen Ausfall geben?
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 19. Januar 2012, 07:30 Uhr
ENL5454
S&P hat also neun europäische Länder herabgestuft. Spanien und Italien wurden beide eine weitere Stufe herabgesetzt, Italien auf BBB+ und Spanien auf A.
Aber der Schlagzeilen-Schaden wurde Frankreich angetan, dessen Bestbewertung AAA auf AA+ herabgestuft wurde. Frankreich hatte 36 Jahre lang die Bestbewertung.
Die Franzosen sagten Adieu zu ihrem AAA-Status...sagten, dass ihnen das egal sei, das hätten sie ohnehin erwartet und sie würden sowieso nicht an diese Ratings glauben. Aber es war ein Schlag, nicht nur für die Franzosen, sondern für das gesamte europäische Experiment. Frankreich war zusammen mit Deutschland eine der starken Volkswirtschaften im Zentrum von Europa. Es war eine der Volkswirtschaften, von denen die anderen abhängen, wenn sie Hilfe benötigen. Jetzt sieht es so aus, als ob Frankreich selber Hilfe benötigen könnte.
Das Wall Street Journal warnte, dass die Märkte sich auf einen Kreditausfall Europas versteifen könnten. Aber vielleicht wird es nicht viel Ausfälle geben. Die USA haben ihren AAA Status letztes Jahr verloren. Und es war als Ergebnis davon keineswegs besonders unangenehm. Stattdessen sind die Renditen von US-Staatsanleihen weiter gefallen....bedeutet, diese Anleihen waren danach gefragter als zuvor. Die Investoren wussten, dass sie ihr Geld zurückerhalten werden - und es schien ihnen egal zu sein, was ihr Geld dann noch wert sein würde.
Der Markt macht oft seine Spielchen mit den Investoren. Er lässt die riskantesten Dinge am sichersten aussehen. Die sicheren Dinge hingegen können manchmal aussehen wie das riskanteste, was man tun kann. So dachten es die Investoren vor 30 Jahren, in Bezug auf die US-Staatsanleihen. Die Inflation stand bei über 13%. Die Rendite der 10jährigen US-Staatsanleihen stand bei rund 15% (aus meiner Erinnerung). Die Investoren nannten sie "Zertifikate der garantierten Konfiszierung".
Aber statt das Geld der Investoren zu konfiszieren, zeigten die US-Staatsanleihen, dass sie es vervielfachen konnten. Die Renditen begannen bald zu fallen. Seitdem sind sie mehr oder weniger nur gefallen. Was bedeutet....Leute, die in den frühen 1980ern US-Staatsanleihen gekauft haben, haben eine Menge Geld verdient. Anleihen erwiesen sich als sehr sicheres Investment.
Währenddessen wurde damals Gold als das sicherste Ding gesehen, was man kaufen konnte. Der Goldpreis war ein Jahrzehnt lang gestiegen. Investoren sahen keinen Grund dafür, dass der Trend aufhören sollte.
Aber kaum hatten die 1980er begonnen, als der Goldpreis auf die Bremse trat. Und dann legte er den Rückwärtsgang ein. Der Preis fiel von über 800 Dollar auf unter 300 Dollar - in den nächsten 18 Jahren. Die Investoren wären auf einem italienischen Kreuzfahrtschiff sicherer gewesen!
Und wie ist es jetzt? Das Geld fließt in die Sicherheit der US-Anleihen. Die Renditen sind so niedrig wie nie in den letzten 100 Jahren. Aber sind sie sicher?
Nein. Sie sind wahrscheinlich das riskanteste Investment, welches man eingehen kann.
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