Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Gold
vom
Groß war der Hype um Gold, als das gelbe Metall vor einiger Zeit zu seinen Gipfelstürmen ansetzte.
Natürlich steckte hier auch eine Menge "heißes Geld" mit drinnen, doch die fundamentalen Rahmenbedingungen für Gold sind nach wie vor sehr interessant.
Weit weniger spektakulär war hingegen der technische Zustand des Goldpreises in den letzten Monaten. Im Bereich der Goldminen sahen wir zwischendurch zwar einige extrem überverkaufte Levels (meine Kollegin Frau Knauer und ich erwähnten dies mehrfach in unseren Kolumnen vor ein paar Wochen). Allerdings blieben bisher wirklich spektakuläre "Explosionen" des Goldkurses aus.
Was nicht ist, kann aber (und wird wohl auch in diesem Fall) noch werden. Daher werfen wir heute einmal einen kurzen technischen Blick auf den aktuellen Zustand des Goldpreises und auf den Goldminensektor.
Beginnen wir mit dem Goldpreis in US-Dollar auf Tagesbasis:
Quelle: Stockcharts
Im obigen Chart ist der Absturz im März klar zu sehen. Seitdem ging es weiter entlang der eingezeichnen Abwärtstrendlinie nach unten.
Interessant ist jedoch, dass sich hier inzwischen seit Mai ein Boden zu bilden scheint. Damit läuft der Preis in eine Verdichtungsformation, bei der es angesichts der letzten Monate und der fundamentalen Rahmenbedingungen (sowie der Saisonalität des Goldpreises) durchaus möglich ist, dass diese Formation auch nach oben aufgelöst werden könnte.
Hier spricht bisher zwar noch der RSI, welcher im Moment im negativen Bereich verweilt, dagegen und auch das MACD deutet gerade die Bildung eines Verkaufsignals an. Solange der Kurs jedoch seine Unterstützung nicht bricht, haben Indikatoren stets nur sekundäre Bedeutung.
Möglich sind hier zwar beide Ausbruchsvarianten, aber was auch für das steigende Szenario spricht, ist die technische Situation im Goldminensektor, denn die preisliche Entwicklung der Goldminen läuft dem Goldpreis in der Regel leicht voraus.
Betrachten wir hierzu einmal den BP-Index des Goldminensektors (bezogen auf den AMEX Goldminers Index).
Quelle: Stockcharts
Zunächst einmal fällt auf, dass der Index im Zustand "Bull Alert" (=Bullenalarm) notiert.
Hierbei ist der Index auch noch auf einem sehr niedrigen Niveau (rund 14 Punkte), das durch einen Boden bei 12 Punkten (siehe obiger Chart) gestützt wird.
Die Erfahrung zeigt dabei, dass ein Sektor selten lange auf einem derart überverkauften Niveau verbleibt. Gleichzeitig haben wir im 20er-Bereich im obigen Chart eine kleine Widerstandslinie.
Ich gehe dabei davon aus, dass wenn dieser Widerstand bricht, der Goldpreis höchstwahrscheinlich folgen und auch aus seiner Formation ausbrechen wird. Sowohl Minen als auch Preis dürften damit einen kleinen Satz nach oben machen.
Dieses Szenario ist zwar kein Muss, aber es würde auch zum saisonalen Bild von Gold passen, was in der zweiten Jahreshälfte meist eine deutlich bessere Performance erzielt als während den ersten sechs Monaten eines Jahres.
Wer also noch auf den Goldzug aufspringen will, hat jetzt womöglich eine (letzte) sehr gute Chance vor sich. Sollten Sie noch Positionen in diesem Sektor aufbauen wollen, würde ich Ihnen eine erste Tranche an fundamental soliden Aktien für Ihr Porfolio empfehlen. Sobald dann der Goldpreis sich in Bewegung setzt, können Sie noch weiter zukaufen.
Wie auch immer Sie es letztlich handhaben möchten, ich wünsche Ihnen natürlich weiterhin gutes Gelingen an den Märkten und eine erfolgreiche Woche.
Herzliche Grüße, Ihr
Klaus Buhl