Wird die Zentralbank Geschichte schreiben?
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 19. Dezember 2008, 07:30 Uhr
ENL5454
Am Dienstag fragte ich mich, ob es ein großer Tag werden würde. Ob die Zentralbank Geschichte schreiben würde - und die Zinsen auf Null senkt.
Bislang hat die Regierung es mit Billionen in Konjunkturprogrammen versucht. Aber die Wirtschaft scheint demgegenüber seltsam gleichgültig. Sie antwortet nicht. Sie reagiert sogar kühl. Jede Woche kommen neue Beweise, dass die tierischen Stimmungen, die die Wirtschaft eigentlich munter und lebendig werden lassen, vollkommen ausbleiben.
Weiterer Stellenabbau, noch mehr Pleiten, noch mehr Betrug, noch mehr Inkompetenz, noch mehr schlechte Nachrichten... Tag für Tag.
Am Montag hieß es beispielsweise, der Dow habe 65 Punkte verloren. Und es wurde berichtet, dass die Immobilien im Jahr 2008 mehr als zwei Billionen Dollar an Wert verloren haben.
Und auch am Dienstag gab es wieder schlechte Nachrichten: Das Handelsministerium berichtet, dass die Bauunternehmen den Bau neuer Häuser drastisch reduziert hätten. Die Baubeginne im November liegen weit unter dem schlechtesten Wert in 50 Jahren.
Was kann die Regierung da noch tun? Sie hat die Zinsen gesenkt... sie hat gerettet... sie hat Geld verliehen... sie hat gekauft... sie hat Schecks verschickt. Insgesamt beläuft sich die Rechnung für all diese Konjunkturprogramme auf 9 Billionen Dollar. Aber bislang haben uns all diese Stimulationen nirgendwohin geführt.
Doch die Regierung wird nicht aufgeben. Nein, wirklich nicht. Sie hat keine neue Theorie... keine neuen Ideen... kein neues Konzept. Es ist immer noch Keynes, Friedman und Geld ausgeben, Zinsen senken, Noten drucken.
Am Dienstag sollte die Zentralbank den Leitzins erneut senken. Ich fragte mich, zuvor ob es 50 Basispunkte sein würden... oder gleich der ganze Kuchen... die gesamten 100 Basispunkte, die noch bleiben.
Am Tag davor hatte ich gedrängt, den Dollar zu verkaufen. Ich hoffe, Sie sind meinem Rat gefolgt. Der Dollar bricht ein. Er ist gegenüber dem Yen auf das geringsten Niveau seit 13 Jahren gefallen. Und gegenüber dem Euro fiel er Anfang der Woche auf 1,36 Dollar. Gegenüber Gold sind es weitere 16 Dollar, womit der Preis dann bei 836 Dollar am Montag lag... das ist der höchste Wert in acht Wochen.
Was für eine Freude. Mein Trade des Jahrzehnts gewinnt nun an beiden Enden. Aktien verkaufen, Gold kaufen" war in den letzten acht Jahren mein Rat. In diesem Jahr hat der Aktien-Verkaufen"-Teil wunderschöne Ergebnisse gebracht... aber der Gold-kaufen"-Teil wirkte etwas schlapp. Aber, siehe da, es kommt die Weihnachtszeit und Nikolaus, und Gold beginnt wieder zu blinken. Aufs Jahr berechnet ist Gold jetzt wieder OBEN! Nur um ein Prozent, aber wenigstens im positiven Bereich.
Was ist in diesem Jahr noch gestiegen? Mir will nichts einfallen. Wieder einmal ist Gold durchgekommen. Das gute, alte, verlässliche Gold.
Und von den 100 Basispunkten waren nach der Zinssenkung am Dienstag fast keine mehr übrig. Nie zuvor sind die Zinsen auf Null gefallen, aber zu Hölle... nie zuvor war man von einer weltweiten Krise bedroht.
Wir haben es hier nicht nur mit einer Rezession und einem Bärenmarkt zu tun, sagt Bill Gross. Diese Konjunkturschwäche wird über die Generationsgrenzen hinaus gehen. Gross verwaltet den größten Anleihenfonds der Welt, PIMCO. Er glaubt, dass die Aktien gut bewertet sind. Gemessen sowohl anhand des KGV oder des Tobins Q (der Preis verglichen mit den Wiederbeschaffungskosten), sind die amerikanischen Aktien auf einem historischen Tiefstwert, sagt er was auf eine extreme Unterbewertung hindeutet."
Das ist nicht normal. Aber auch die Umstände sind nicht normal. Die Regierung greift brachial in die Wirtschaft ein... und verscheucht die Privatunternehmen. Die Kredite der Regierung werden im nächsten Jahr fast die gesamten Ersparnisse der Welt aufsaugen. Das nächste Jahr wird auch mehr Regulierung bringen. Günstige Finanzierungen gibt es nicht mehr... und die Elite wendet sich gegen den Kapitalismus des Freihandels und der Globalisierung. In dieser neuen Welt... wird der Privatsektor von den Regierungsausgaben in eine seltsame und weniger produktive Ecke gedrängt.
Was ist ein angemessenes Niveau für die Aktienkurse in dieser Welt, fragt er sich. Ein Dow von 5.000? Er stellt die Frage, aber er beantwortet sie nicht. Also werde ich das für ihn übernehmen.
Ja, ein Dow von 5.000 es wird kommen. Und ein Goldpreis von 2.000 Dollar.
ähnliche Beiträge:
weitere Ausgaben von
Kapitalschutz Akte
weitere Artikel dieser Ausgabe:
Freitag, 25. Mai 2012
Donnerstag, 24. Mai 2012
Mittwoch, 23. Mai 2012
alle AusgabenBörsenbrief: Sicheres Geld
Der exklusive Börsendienst, der Ihr Vermögen zuverlässig schützt
Klicken Sie hier für weitere Informationen zu Börsenbrief: Sicheres Geld