Wird der Goldpreis manipuliert?
Sven Weisenhaus in Wave Daily zum Thema Goldpreisentwicklung
vom 4. August 2010, 13:00 Uhr
ENL5462
Gold als Investment erlebt offensichtlich nicht erst seit kurzem einen Boom.
Gold als Schutz gegen die Krisen
Nicht ohne Grund wird Gold auch teilweise als Krisenmetall bezeichnet. Denn je mehr Nachrichten über mögliche Krisen oder Verunsicherungen veröffentlicht werden, desto größer wird die Nachfrage nach dem Edelmetall, was wiederum den Preis stützt.
Das Angebot - Förderung wird aufwendiger - und damit teurer
Der Goldmarkt ist stark limitiert. Die Minenproduktion des Edelmetalls ist seit Jahren rückläufig. Die Rekordmenge von 82,1 Mio. Unzen gab es im Jahr 1999. Danach ging es bis 2008 stetig bergab. Erst im Krisenjahr 2009 legte die Minenproduktion wieder deutlich zu.
In den vergangenen Jahren sind Milliardensummen in die Entdeckung und Entwicklung neuer Goldvorkommen rund um den Globus gesteckt worden. Doch trotz der riesigen Summen ist die weltweite Minenproduktion rückläufig. So ist das einfach zu fördernde Gold schon gefunden und zumeist auch schon produziert worden. Nun geht es darum, auch schwer abzubauende Goldvorkommen zu erschließen. Doch zum einen ist der Goldgehalt inzwischen meist sehr gering und liegt bei weniger als einem Gramm pro Tonne und zum anderen gibt es zwar zahlreiche Goldprojekte, bei denen der Goldgehalt hoch ist, die aber sehr klein sind. Immer mehr Gestein muss bewegt werden, um noch auf eine erträgliche Summe Gold zu kommen.
Die Produktion wird also immer teurer und lohnt nur bei hohen Goldpreisen. Sinkt also der Preis, sinkt auch die Produktion, weil der Preis unter den Kosten liegt. Das niedrigere Angebot führt wieder zu höheren Preisen und wieder zu mehr Produktion. Mehr Angebot bedeutet aber wieder sinkende Preise usw.
Die Nachfrage
In den vergangenen Jahren war das kein Problem, denn da war das Investmentinteresse noch gering. Doch das hat sich geändert. Immer mehr Gold-ETFs halten physische Bestände, die dem Goldmarkt entzogen werden.
Die Angebots-Lücke schließt die Goldaufbereitung. Inzwischen sehe ich gar TV-Spots, in denen ein junger Mann oder eine junge Frau gar mein Zahngold kaufen wollen. Sollte dies nicht ein Zeichen sein für einen bereits extrem hohen Goldpreis?
Durch die mögliche Wiederverwendung geht das Gold zwar nicht aus, aber eine weiter steigende Nachfrage wird den Preis tendenziell oben halten.
Wird der Goldpreis manipuliert?
Kürzlich las ich zu dem Thema einen interessanten Artikel auf den Internetseiten des Handelsblattes:
Der Goldmarkt ist für Kleinanleger schwer zu durchschauen. Viele Investoren mischen mit, darunter auch die großen Notenbanken. Es wird gemutmaßt, dass der Goldpreis von den Notenbanken und hier insbesondere der FED niedrig gehalten wird.
Goldpreis als Spiegelbild des Vertrauens
Gold hat mit Vertrauen zu tun. Die Notenbanken wollten mit ihren Interventionen die Inflationserwartungen der Bevölkerung dämpfen.
Ist der Preis für das Edelmetall niedrig, ist das Vertrauen in Papiergeld vergleichsweise groß, und die Sparer lassen ihr Geld auf ihrem Konto liegen. Ein rasanter Goldpreisanstieg dagegen würde dazu führen, dass die Leute um ihr Erspartes fürchten, weil sie glauben, dass die Inflationsraten künftig kräftig steigen werden. Sie würden ihr Geld stattdessen in Sachwerte investieren. Eine Lohn-Preis-Spirale könnte die Folge sein und letztlich tatsächlich zu einem kräftigen Anstieg der Inflationsraten führen.
Die Zentralbanken haben in den vergangenen Jahren ein Vielfaches des Jahresverbrauchs auf den Markt geworfen, insgesamt um die 8000 Tonnen. Gold verliert als Anlagegut an Attraktivität, wenn sein Preis nicht steigt, also durch die Notenbank-Interventionen gedrückt wird. Es wird für Anleger, da es keine laufenden Erträge abwirft, uninteressanter.
Gold ist fast nichts wert, wenn Papiergeld stabil ist. Und es ist unendlich viel wert, wenn Papiergeld wertlos wird.
Grundsätzlich ist es sicherlich ratsam, einen Teil seines Geldes in Gold zu investieren. Als Versicherung sozusagen gegen extreme Marktereignisse.
Damit sind wir zunächst am Ende der ersten Gold-Analyse.
Sven Weisenhaus
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Dr Papp Ernoene Ungarn (04.08. 2010 19:42 Uhr):
Sehr geehrter Herr Weisenhaus! Aus Ihren Betrachtungen vermisse ich nur eins. Nämlich die Geldmengenausweitung weltweit. Es ist ja einzusehen, wenn tonnenweise Geld gedruckt wird ohne zusätzlichen wirtschaftlichen Leistung, dass man dann für eine Einheit immer mehr zu bezahlen hat. Denn der Käsering ist ja nicht größer geworden. Also es kommt zu Inflation. Demgemäß wird der Goldpreis in die Höhe schießen, komme was wolle. Gold ist ja der einziger Ausweg des kleinen Mannes. Es hat einen sog. intrinstic valu, was keine andere Zahlungsmittel hat. Sie schreiben auch nichts über die Goldpreismanipulation der Staaten. Die sind ja daran interessiert den Goldpreis so niedrig wie nur möglich zu halten, und führen damit die Bevölkerung irre, denn Ziel der Staaten ist ja die Ersparnisse der Bevölkerung zu inflationieren. Sollte aber die Bevölkerung viel Gold kaufen, wird es ja schwierig mit der Enteignung. Ich möcht hier nur kurz auf die CFTC hearing im März hinweisen, wo eindeutig belegt wurde, dass der Goldpreis manipuliert wird. Und wer diese "Commercials" sind. Man muss nur die COT Reports anschauen. Am meisten sehe ich dort als Stopper JP Morgan und die Deutsche Bank. Es ist doch allem klar, dass die horrende Verschuldungen einigen Staaten nie und nimmer bezahlt werden können. Also werden die Bürger zur Kasse gebeten durch Inflation. Aber falls der kluge Bürger Gold, oder andere monetäriysche Metalle PHYSISCH erworben hat, dann kann der Wert nicht inflationiert werden. Deshalb sind diese Staaten an einer Golpreismanipulation aus verständlichen Gründen interessiert. Und schließlich sollte jeder so viel wie möglich in Gold investieren, und möglichst im Ausland in phísischer Form aufbrwahren außerhalb der EU. Dazu gibt es einige gute Wege und Mittel. Ich würde gerne auch mal soch äeßerungen von Ihnen höre, bzw. Ihre Meinung hierzu. Mit freundlichen Grüßen:
Antworten- Antwort von Sven Weisenhaus (13.08. 2010 16:19 Uhr):
Guten Tag ! - - - Aus meiner Sicht habe ich zumindest unter dem Abschnitt "Goldpreis als Spiegelbild des Vertrauens " erläutert, warum ein Interesse besteht, den Goldpreis niedig zu halten. Dies gilt natürlich auch für Staaten, denn letztlich wirken die Regierung ja (inoffiziell) auch auf die Notenbanken ein. - - - Im Prinzip geht mir Ihr Kommentar etwas zu sehr in die Ecke der Verschwörungstheoretiker und die Inflation ist hier etwas zu banal beschrieben, denn Inflation hängt nicht nur mit der Ausweitung der Geldmenge zusammen (bei gleich bleibendem Güteraufkommen) sondern z. B. auch von der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes, aber in den Grundlagen kann ich Ihren Aussagen natürlich durchaus etwas abgewinnen. - - - Hier in dem Beitrag habe ich das von Ihnen angesprochene Thema in der Tag nur sehr kurz angerissen. Letztlich kann man damit Bücher füllen, was ja auch einige bereits getan haben. Vielleicht greife ich dieses Thema zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal auf. Das Thema Gold habe ich vorerst mit den letzten Beiträgen aber sehr ausführlich behandelt, so dass nun andere Basiswerte wieder (auch auf Leserwunsch) in den Fokus sollten. - - - Mit freundlichen Grüßen - - - Sven Weisenhaus
- Antwort von Dr Papp Ernoene Ungarn (14.08. 2010 22:03 Uhr):
Sehr geehrter Herr Weisenhaus! Vielen Dank für Ihre Antwort. Ja, man kann wirklich Büchereien mit Büchern über den Goldpreis schreiben. Ich werde gerne auch Ihre andere Beiträge lesen. Mit freundlichen Grüßen:
- Antwort von Sven Weisenhaus (13.08. 2010 16:19 Uhr):
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