Wird China seine Kontrolle über die "Seltenen Erden" noch verstärken?
Michael Vaupel in Traders Daily zum Thema Seltene Erden
vom 26. Oktober 2011, 12:00 Uhr
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*** Es gibt am Markt Gerüchte, dass in China zum Jahresende eine Behörde speziell für die chinesischen Vorkommen der Seltenen Erden errichtet werden soll. Der Name soll „China Rare Earth Association" sein, angegliedert ans Ministerium für Industrie und IT. (Quelle: Bericht von M. Xue in Peking).
Wenn sich das so bewahrheitet, dann wird die Kontrolle über die Vorkommen und deren Abbau deutlich ausgebaut. Diese Behörde könnte kontrollieren, wohin die abbauenden Firmen verkaufen, ob sie Exportgenehmigungen bekommen etc. Eine Regulierung dieses Marktes könnte zu den ersten Aufgaben der neuen Behörde gehören.
Ich habe das erstmal sacken lassen, nachdem ich das erfahren hatte. Wenn China seine Seltenen Erden-Vorkommen wirklich ernsthaft „organisiert", dann kann das Land eine noch bessere Kontrolle diesbezüglich ausüben. Dann gibt es keine kleineren Produzenten mehr, die auch mal gerne an Japaner oder andere der chinesischen Führung unliebsame Kunden verkaufen.
Und wenn ein Land politische Konflikte mit der chinesischen Führung hat - dann kann es ganz schnell sein, dass die „China Rare Earth Association" entsprechende Anweisungen bekommt. Dies alles dürfte tendenziell preistreibend in Bezug auf die Seltenen Erden-Metalle sein.
Diese Maßnahme sollte deswegen Vorkommen außerhalb Chinas noch attraktiver machen.
*** Und noch etwas Hintergrundwissen. Was sind das eigentlich, "Seltene Erden"?
Es handelt sich um Übergangsmetalle, welche einige gemeinsame Eigenschaften vorweisen. Insgesamt geht es dabei um 17 Elemente, die auch in der Finanzpresse durchaus oft mit den "strategischen Metallen" durcheinander gebracht werden.
Einige der Seltenen Erden-Metalle sind so häufig wie Blei. Andere wie Thulium sind eher selten, was aber nicht besonders relevant ist, da man es kaum braucht. Der Abbau von Seltenen Erden-Metalle kann insofern problematisch sein, da große Mengen Rückstände mit zum Teil giftigen Abfällen anfallen können. Insofern begrüße ich im Sinne unserer gemeinsamen Mutter Erde durchaus die Bemühungen Chinas, die Produktion umweltverträglicher zu gestalten (sofern dies nicht nur ein Vorwand ist, um die Exporte weiter einzuschränken).
Nicht alle geplanten Seltenen Erden-Projekte weltweit finden deshalb meinen Beifall, so dringend die Rohstoffe benötigt werden. So ist laut Öko-Institut bei einem Seltene Erden-Projekt in Grönland geplant, "die giftigen Rückstände in einem natürlichen See mit Meereszufluss zu speichern".
Na klasse. Auf solche Projekte würde ich lieber verzichten und dafür besser das Recycling Seltener Erden ausbauen. Dies ist möglich.
Soviel für heute. Noch ein gar nicht seltener, sondern oft vorkommender herzlicher Gruß - an die Trader´s Daily-Gemeinde!
Ihr
Michael Vaupel
Diplom-Volkswirt / M.A.
Chefredakteur Trader´s Daily
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