Wir sind noch in der Erholungsphase
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 13. August 2009, 07:30 Uhr
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Es sieht aus, als wendeten sich die Dinge endlich wieder zum Besseren", meinte ein Freund am Samstagabend.
Überhaupt nicht...", antwortete ich.
Paul Krugman sagt, die Welt habe eine zweite Weltwirtschaftskrise abgewendet". Auch er irrt sich.
Der Aktienmarkt brach 1929 ein. Aber der Markt erholte sich kurz darauf. Nach ein paar Monaten war fast jeder überzeugt: Das Schlimmste ist vorbei." Aber das Schlimmste war gerade dabei zu beginnen. Erst 1932 erreichte der Aktienmarkt die Talsohle. Damals sah es wie eine Depression aus und es brauchte Jahre bis Wirtschaftshistoriker die Krise als die Weltwirtschaftskrise" bezeichneten.
Die jetztige Krise ist noch grün hinter den Ohren... Wir befinden uns noch in einer kurzen Erholungsphase. Freitag stieg der Dow um 113 Punkte, und wenn die Erholungsphase anhält, werden mehr und mehr Investoren an eine Hausse glauben und dass die Wirtschaft zurück auf Wachstumskurs ist.
Nichts davon wird wahr werden.
Der Aktienmarkt befindet sich gerade in einer puren Erholungsphase, das ist keine echte Börsenhausse. Die Wirtschaft befindet sich auf dem Weg in eine lange Krise... vielleicht in eine Weltwirtschaftskrise".
Wie kann ich mir so sicher sein? Wirklich sicher ist nichts. Aber alle Zeichen weisen in diese Richtung. Die Haushaltsverschuldung als Teil des Volkseinkommens war mit 2% zum Ende des Zweiten Weltkriegs am niedrigsten und ist seitdem angestiegen. Im Jahr 2005 stieß sie an die 15% Grenze - siebenmal mehr als 60 Jahre zuvor. Und Haushaltsverschuldung bedeutet Ausgaben die von der Zukunft geborgt sind.
Aber von den zukünftigen Einnahmen kann man keine unendlichen Darlehen erwarten. Man erreicht den Punkt, an dem die Zukunft damit nicht mehr fertig wird. Wenn mehr und mehr zukünftige Einnahmen von vergangenem Verbrauch aufgezehrt sind, ist schon bald nicht mehr genug zum Leben da. Ab einem gewissen Punkt ist ein so großer Teil des Einkommens nötig, um Zinsen und Tilgung der Kredite zu zahlen, dass der bedauernswerte Haushalt seine Ausgaben nicht mehr decken kann. Und Sie können sich leicht vorstellen, was passiert, wenn das verfügbare Einkommen auch noch zurückgeht.
Wie viele Arbeitsplätze hat die private Wirtschaft in den USA in den letzten zehn Jahren geschaffen? Fast keine. Die Beschäftigungszahlen im privaten Sektor befinden sich auf dem Niveau von 1999. Es gibt zwar mehr Stellen in Restaurants und im Gesundheitswesen, dafür viel weniger in der Produktion.
Gesamtzuwachs am Stellenmarkt: Null.
Arbeitsplatzzuwächse finden sich nur im parasitären" Sektor - bei der Regierung. Und dieser Trend setzt sich offensichtlich fort. Von der Bundesregierung werden beispielsweise neue Stellen geschaffen für Kontrolleure, die die Einkommen in den Betrieben überwachen, die von der Bundesregierung gestützt werden.
Und es werden noch viel mehr Arbeitsplätze geschaffen, um den Apparat der Wirtschaftshilfen zu betreiben. Und schließlich stehen noch jede Menge nichtsnützige Maßnahmen Gewehr bei Fuß, die von der Bundesregierung in Angriff genommen wurden, um die private Kaufkraft zu stärken.
Im privaten Sektor hingegen sind 72 Banken Bankrott gegangen. Und 32 Millionen Amerikaner erhalten Essensmarken.
Also: Die Einkommen sinken. Jetzt stellen Sie sich bitte den Verbraucher vor... er zahlt schon 15% seines verfügbaren Einkommens an Darlehenskosten ... jetzt wird sein Einkommen halbiert! Folglich fließen jetzt 30% des verbleibenden Einkommens in die Darlehen. Das ist unmöglich ohne tiefe Einschnitte bei seinen Ausgaben....
Der arme Verbraucher ist 2007 gegen die Wand gelaufen. Er hatte alles ausgegeben... und er zahlte mehr als je zuvor während der letzten 60 Jahre für seine Darlehen. Er konnte nicht länger von den zukünftigen Einnahmen leben - es waren einfach nicht genug da. Deshalb hat die Finanzwirtschaft eine Obergrenze erreicht. Sie hat die Amerikaner mit Krediten gesättigt.
Und deshalb hat sich der Kreditzyklus gewendet. Plötzlich sind die Sparraten wieder auf 7% gestiegen. Die Verbraucher machen Einschnitte... züchten Hühner im Hinterhof... fahren weniger... bepflanzen ihre Gärten und drehen Ihre Pfennige herum. Der private Sektor zieht die Bremse an. Und deshalb gibt es keinen dauerhaften wirtschaftlichen Boom oder eine andauernde Hausse an der Wall Street bis dieser Prozess vorüber ist.