Winterkonzert und Aktientipps
J. Christoph Amberger in Baltimore in Traders Daily
vom 01. April 2004 12:00 Uhr
ENL5454
Gestern Abend fand das wegen Schneesturms vertagte Winterkonzert meines Ältesten statt. Ich sah diesem mit gemischten Gefühlen entgegen, habe ich doch eine geradezu viszerale Aversion gegen instrumentale Dissonanz. Und nach dem erbarmungslosen Oboenblasen in unserem Wohnzimmer schwante mir nichts gutes.
Aber ich war baff: Die Schüler der fünften Klassen hatten ganz schön was auf die Beine gestellt ... zieht man in Betracht, dass keines von ihnen vor Schulanfang im letzten August ein Instrument spielte. Die etwa siebzig Zehn- und Elfjährigen spielten mit Disziplin und Enthusiasmus. Man hörte sogar die Pausen!
Noch eindrucksvoller als die leicht schräge Harmonie und Synchronizität: Aus dem gesamten Jahrgang hatten nur zwei Schüler das Instrumentalmusikprogramm "geschmissen".
Ich muss gestehen, was ich bei meinen Kindern bisher miterlebt habe, stellt meine eigene Schulzeit in den Schatten: Vom Engagement der Eltern und Lehrer, über den akademischen Anspruch der Projekte, bis hin zu der (zum Leidwesen der Kinder) beträchtlichen Menge der Hausaufgaben.
Lassen Sie sich nicht von den verzerrten Berichten in der deutschen Medienlandschaft irreführen: Die kleinen Amis haben schwer was auf dem Kasten!
*** Trotz des heutigen "ex-dividend dates" dotierte Impact Mortgage Holdings (IMH-NYSE) heute noch über US$27 ... wenn auch nur kurz.
Für die nächsten Tage erwarten wir eine stagnierende Nachfrage nach der Aktie, begleitet von einem Kursverfall von etwa 10–15 %.
*** Auf der Liste der offenen US Taipan Positionen sah ich heute, dass Given Imaging (GIVN-NASDAQ) einen erstaunlichen Satz vorwärts gemacht hatte.
Unser Redaktions-Junior (und seit einem Jahr Chef der Value Edge) Brad Colburn – einer der Stillen im Lande! – hatte unseren amerikanischen Lesern diese Aktie im Dezember 2002 zum Preis von US$9.95 empfohlen.
GIVN beschäftigt sich mit "capsule endoscopy": Stellen Sie sich eine Kleinstkamera vor, die in einer Pille verpackt durch Ihr Verdauungssystem wandert und Ihrem Arzt einen direkten Blick in den Zustand Ihres Innenlebens ermöglicht.
Da es sich bei GIVN um eine israelische Aktie handelt (die u.a. auch in den USA gehandelt wird), war der Preis in den letzten zwei Wochen arg mitgenommen worden. Die Börse in Tel Aviv reagierte empfindlich auf die Tötung des Hamas Chefterroristen. (Oh, Verzeihung, man nennt so etwas wohl heutzutage "spirituellen Führer" ...)
Montag vor einer Woche fiel GIVN bis auf US$29. Das machte dem Langzeittrend der Aktie nichts aus. Im Gegenteil, der Fall bestätigte wieder einmal einen Grundsatz in unserer Dynamischen Mark-Theorie – nämlich dass kurzzeitige Aufwallungen im politischen Umfeld in den meisten Fällen Kaufgelegenheiten darstellen. Vier Tage später setzte GIVN den Trend fort.
Gestern setzte GIVN ein neues 52-Wochenhoch bei US$34.60. Interessant ist, dass dies ohne Unterstützung von positiven Nachrichten einherging. In den letzten paar Tagen gab es ein paar interessante "Volume Spikes" – scheinbar unmotivierte Hochs im Handelsvolumen. Sie allerdings sind nicht prägnant genug, um auf sekundäres Insider-Buying schliessen zu lassen.
Mit 260 % Gewinn auf der hohen Kante bleiben wir bis auf weiteres investiert. Brad hat mir versprochen, mich bei etwaigen Verkaufssignalen sofort zu alarmieren.
Mit herzlichem Gruß,
Ihr
J. Christoph Amberger