Wie tief wird der Dollar noch fallen?

J. Christoph Amberger in Baltimore in Traders Daily
vom


von J. Christoph Amberger in Baltimore

Ian Cooper schickte letzten Freitag auf der Taipan Hotline eine Eilmitteilung:

"Um unser Portfolio etwas übersichtlicher zu gestalten, sollten Sie heute die folgenden Gewinne mitnehmen:"


"Verkaufen Sie die Restbestände bei STEM mit einem Gewinn von 84 % (die erste Hälfte war mit 34 % Plus verkauft worden). Halten Sie ASTM weiter. Verkaufen Sie TINY mit 25 % Gewinn. Verkaufen Sie die Hälfte der THQI-Position mit 25 % Plus. Und verkaufen Sie die restlichen 'Dogs of the Dow'-Positionen, darunter MO und DD. Nehmen Sie bei denen noch die Dividenden mit und dann nichts wie raus."

Das habe ich ordnungsgemäß bemerkt.

*** Letzte Woche sind die Zahlen zum deutschen Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal veröffentlicht worden. Das Wachstum lag bei 0,1 %.

Aber es ist nicht nur Deutschland, die größte Volkswirtschaft der Eurozone, die unter der Euro-Blase leidet. Auch Frankreich konnte für die drei Monate bis September nur ein Wachstum von armseligen 0,1 % verbuchen – das ist das schwächste Wirtschaftswachstum seit über einem Jahr, was hauptsächlich der schwachen Binnennachfrage zuzuschreiben ist.

Das bedeutet, dass das Wirtschaftswachstum für das Gesamtjahr in Frankreich auf 2 % oder weniger nach unten revidiert werden muss ... was die Wahrscheinlichkeit verringert, dass das Haushaltsdefizit dieses Landes unter 3 % des BIP gehalten werden kann.

"Die deutsche Wirtschaftserholung schwimmt tot im Wasser, und die französische Wirtschaftserholung sieht aus, als wäre sie mit einer Mauer aus Ziegelsteinen zusammengestoßen", so BBC.

Aber während das Wirtschaftswachstum der gesamten Eurozone im dritten Quartal bei 0,3 % lag, hat die Yen-Blase dazu geführt, dass in Japan im gleichen Zeitraum so gut wie überhaupt kein Wachstum verzeichnet werden konnte. Der Output wuchs um nur 0,1 %, die Jahresrate lag bei 0,3 %. Besonders der Export stockte, während auch die Binnennachfrage weiter schwach aussah, und die Investitionen der Unternehmen schrumpften.

*** Das wird nicht etwa dem japanischen Haushaltsdefizit zugeschrieben (das dieses Jahr voraussichtlich bei 7,7 % des BIP liegen wird), oder einem Mangel an heimischen Konsum, sondern der "amerikanischen Politik":

"Die USA werden einen schwächeren Dollar tolerieren", so die Zeitung "Nikkei Financial Daily" am 12. November (ohne sich darum zu kümmern, die Quelle zu zitieren). Goldman Sachs hat die eigene Prognose für den Dollar zurückgenommen, "in der Erwartung, dass die Bush-Administration gegen den Rückgang (des Dollars) nicht protestieren wird."

Und in der Tat – aus amerikanischer Perspektive macht es wenig Sinn, sich gegen die Märkte zu stellen. Schließlich hat der fallende Dollar nicht nur das US-Handelsbilanzdefizit reduziert, was die amerikanischen Exporte attraktiver gemacht hat. Real gesehen hat er auch die ausländischen Kapitalanlagen in den USA um einen gesunden Prozentsatz verringert.

Je mehr die in Dollar nominierten Schulden an Wert verlieren werden, desto lauter werden die Beschwerden werden ... und desto tiefer wird der Dollar fallen. Und da die USA der 400-Kilo-Gorilla sind, wenn es darum geht, die Exporte von anderen Ländern zu kaufen, haben die Geldgeber der USA nun die Wahl zwischen mehreren Möglichkeiten:

Sie können sich entweder neue Märkte erschließen, sie können versuchen, ihre eigenen Volkswirtschaften vom US-Konsum unabhängig zu machen oder sie können dem amerikanischen Konsumenten das Geld geben, das er braucht, damit ihre Exportindustrien am Leben bleiben.

Das mag keine lang- oder auch nur mittelfristige Lösung für die US-Defizite sein ... besonders in Bezug auf das sich abzeichnende Debakel im Bereich der Sozialversicherungen.

Aber eine gewisse rücksichtslose Eleganz kann man dem nicht absprechen.

*** Wie tief wird der Dollar noch fallen?

Ich habe Adam Lass, das Orakel von "WaveStrength" in unserer Taipan-Gruppe, gefragt. Hier seine Antwort:

"Ich habe seit langem schon gesagt, dass Währungen für die WaveStrength-Analyse noch passender sind als Aktien, weil es bei ihnen eine noch größere Zahl von Marktteilnehmern gibt. Ein kurzer Blick auf den Dollar/Euro-Chart zeigt genau, was ich meine. Jeder Wendepunkt erfüllte zwei einfache Forderungen: Eine Serie von horizontalen Linien, die Fibonacci-Retracements ( ...) markierten."

"Bei einem so schönen Chart muss ich nicht lange zögern, wenn ich die nächste größere Kursbewegung des Dollars im Verhältnis zum Euro prognostizieren will: Zunächst einmal werden wir ein bisschen Gerangel sehen, wenn die Europäer versuchen, den Dollar über die Marke von 0,779 Euro bringen zu wollen. Aber das wird schnell scheitern."

"Rechnen Sie damit, dass der Rückgang des Dollars für zumindest 6 Wochen weitergehen wird. Ich nutze 0,733 Euro als einen attraktiven Knoten-Zielpunkt (bezieht sich auf mein System), und 0,749 Euro als ein praktischeres Ziel ..."

"Kurz gesagt: Der Dollar wird zumindest weitere 3,85 % verlieren, wenn nicht 5,91 %, gegenüber dem Euro, bevor sich der Trend wieder ändern wird."

Wollen Sie darauf setzen, dass dieser Turnaround Hand in Hand gehen wird mit einem Break des Dow Jones durch die Marke von 11.250 Punkten, Anfang 2005?

Mit herzlichem Gruß,

Ihr

J. Christoph Amberger,

Executive Publisher, The Taipan Group


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