Wie tief kann der Dow Jones fallen?
Michael Vaupel in Traders Daily
vom 18. Januar 2010, 12:00 Uhr
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Ich hoffe, Sie haben ein angenehmes winterliches Wochenende hinter sich!
Ich beginne die Woche mit dem Beantworten von Leserfragen. Diese hier könnte für die „Gemeinde" interessant sein. Trader´s Daily-Leser Erich K. schrieb mir:
"Ihren NL Trader's Daily lese ich mehrmals pro Woche. (Anmerkung M.V.: Recht so!) Viele interessante Beiträge in einer turbulenten Börsen-Zeit. Im Dezember als der Dow noch bei ca. 8500 stand, gab einer der zahlreichen Analysten sinngemäß folgendes von sich: `After 4 desastrous Obama years we might see Dow 4000.´ Wenn auch ich das damals noch als `far fatched away´ erachtet habe, überrascht mich mittlerweile nichts mehr. Ich glaube sogar, daß man den Spruch leicht abwandeln kann: After one desastrous Obama year we might see Dow 4000, after 4 Obama years Dow 1000. Nun ist der Dow ein gewichteter Index. Frage: Kann der Dow eigentlich auch in Minus laufen, oder ist ein Punktestand von 0,01 im Dow das Schlimmste was (zumindest in der Theorie) passieren könnte?"
Meine Antwort:
Na, wer war denn da so Obama-kritisch in der Analysten-Gemeinde? Wohl doch nicht mein „liebster Feind" Christoph Amberger? (Hier ließe sich ein Smiley einfügen.)
Zur Sache: Der Leser fragt, ob der Dow Jones auch ins Minus rutschen könnte.
Ich gehe mal davon aus, dass nicht der europäische Dow Jones Eurostoxx oder ein sonstiger Index von DJ gemeint ist....sondern der US-Leitindex Dow Jones Industrial Average.
Der wird so berechnet:
Enthalten sind 30 Aktien (die größten börsennotierten amerikanischen Konzerne). Und deren Aktienkurse werden einfach addiert. Geteilt werden sie dann durch einen „Divisor", der ursprünglich der Zahl der Aktien entsprach, heute unter 1 liegt.
Bei der Berechnung des Dow Jones werden Aktien-Splitts berücksichtigt, aber keine Dividendenzahlungen. So etwas nennt man „Kurs-Index". Im Gegensatz zu einem Performance-Index (wie dem DAX), bei dem Dividendenzahlungen eingerechnet werden.
Das ist im Grunde alles.
Ist natürlich „ungerecht", weil bei dieser Berechnung ein optisch höherer Kurs mehr Gewicht hat als ein niedriger.
Es spielt also schon eine Rolle, ob ein Unternehmen 1 Milliarde Aktien zu 10 Dollar oder 100 Millionen Aktien zu 100 Dollar hat. (Dabei ist in beiden Fällen die Marktkapitalisierung gleich hoch.)
Aber egal.
Die Frage des Lesers lautete: Kann der Dow Jones ins Minus rutschen.
Antwort: Nein.
Im schlimmsten Fall gehen alle diese 30 Unternehmen Pleite und der Handel mit ihren Aktien wird komplett eingestellt. Dann stünde der Dow Jones bei 0.
(30 Mal 0 = 0, leichte Abwandlung eines kölschen Karnevalsliedes „3 Mal null iss null, iss null...").
Wenn die 30 größten amerikanischen Unternehmen Pleite gehen, haben wir aber glaube ich auch ganz andere Sorgen...
Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Woche!
Ihr
Michael Vaupel
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Christian Conrad (18.01. 2010 12:11 Uhr):
aktuell steht der Dow bei 10,609.65 - vor einem Jahr (Obama Amtseinführung) bei 8000. Daher kann ich die Logik des Lesers schwer nachvollziehen (desatrous year). Wie kann man eine Entwicklung von plus 32% als desaströs bezeichnen und Weltuntergangsstimmung verbreiten? verwunderte Grüße Christian
Antworten - Kommentar von revilo (18.01. 2010 13:39 Uhr):
So eine stupide Frage habe ich noch selten gehört!!!!
Antworten - Kommentar von Stefan Szeverinski (18.01. 2010 14:49 Uhr):
Ein wichtiger Punkt wird hier noch vergessen: Falls ein Titel den Index verlässt (Durch Pleite) rückt natürlich wieder ein anderer Titel in den Index nach.
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