Wie sieht es fundamental beim Silber aus?
Sven Weisenhaus in Wave Daily zum Thema Silber als Geldanlage
vom 13. Oktober 2010, 13:00 Uhr
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Die Kollegen haben das Thema auch längst entdeckt
Das Thema Gold und Silber beherrscht derzeit natürlich die Medien. Und auch einige weitere Autoren des Investor Verlag haben das Thema bereits aufgegriffen. So hat Frau Miriam Kraus vom Rohstoff-Daily die wohl ausführlichste Silber-Analyse erstellt, verteilt über diverse Ausgaben ihres Newsletters in den letzten Wochen.
Ein Blick auf die fundamentalen Daten
Zu den fundamentalen Daten dürften gerade die Beiträge vom 08. und 09. September die besten Informationen liefern.
Dort erfahren Sie dass Silber einerseits Silber natürlich ein Edelmetall ist und als solches, genau wie Gold, von Seiten der Investoren als Mittel der Werterhaltung wahrgenommen wird, aber auch, dass Silber auch ein Industriemetall ist und etwa die Hälfte der Gesamtnachfrage auf die Industrie entfällt.
Silber ist ein Metall mit vielen besonderen Eigenschaften, "wie beispielsweise der höchsten Wärme- und Stromleitfähigkeit und dem höchsten Reflexionsvermögen.", schreibt Frau Kraus. Und weiter: "Silber wird in Notebooks, Handys und Kühlschränken eingesetzt... . Mit Silber beschichtete Photovoltaik-Zellen reflektieren das Sonnenlicht um ein Vielfaches besser, als andere Stoffe."
Zur Nachfragesituation erhält man folgende Information: "Die CPM Group weist für das vergangene Jahr einen Rückgang der Silbernachfrage seitens der Industrie um 11,3% gegenüber 2008 aus auf 616,4 Millionen Unzen. Für 2010 prognostiziert das rennomierte Institut einen Anstieg der Industrienachfrage auf 631,2 Millionen Unzen."
Und auch als Investment steigt die Nachfrage in 2010, und hier insbesondere mit den neuen Jahreshochs, dynamisch an, wie der folgende Chart zeigt, der die Entwicklung der weltweiten Silber-ETFs seit Jahresbeginn zeigt:

(Quelle: RohstoffReport, Ausgabe 20 vom 07.10.2010) Entwicklung der weltweiten Silber-ETFs seit Jahresbeginn
Nachfrageverteilung
In ihrem Beitrag vom 14. September wird Frau Kraus dann noch konkreter zur Nachfrageverteilung:
- Industrie 352,2 Mio. Unzen
- Photographie-Sektor 82,9 Mio. Unzen
- Schmuckindustrie 156,6 Mio. Unzen
- Silberwaren 59,5 Mio. Unzen
- Münzen & Medaillen 78,7 Mio. Unzen
- Produzenten De-Hedging 22,3 Mio. Unzen
- Netto-Investments impliziert 136,9 Mio. Unzen
- Gesamt 889,0 Mio. Unzen
Investmentmöglichkeiten in Silber
Und am 15. September (und den folgenden Ausgaben) erläutert Sie zusätzlich noch einige Investmentmöglichkeiten in Silber.
Leider fehlt hier die Erwähnung der Möglichkeit über CFDs zu investieren. Das Thema hatte ich Ihnen jedoch während meiner Urlaubszeit näher gebracht. Natürlich können Sie auch mit CFDs vom Auf und Ab des Silberpreises profitieren.
Und auch Herr Vaupel vom Trader's Daily hat die Thematik bereits für sich entdeckt. So habe ich in seinem Beitrag vom 13. September folgende Grafik gesehen:

(Quelle: Trader's Daily vom 13.09.2010, Michael Vaupel)
Bei der fundamentalen Situation ist also alles im grünen Bereich. Wie im ersten Teil erwähnt: selbst die Bundesregierung musste bereits auf die steigenden Kurse reagieren.
Fazit:
Ich gehe charttechnisch von einer Korrektur aus. Das Thema Gold und Silber ist mir derzeit in den Medien zu präsent. Hier dürften viele Anleger bereits investiert sein, so dass kurzfristig das Potential erschöpft sein dürfte. Fundamental betrachtet hat die Nachfrage bereits stark zugelegt. Möglich ist hier eine Sättigung, bis sich wieder Kaufkurse ergeben.
Insofern könnte man sowohl aus charttechnischer und saisonaler Hinsicht auf fallende Kurse setzen, als auch aufgrund der fundamentalen Situation, die auf eine in der Vergangenheit bereits sehr starke Nachfrage hinweist.
Das war die kurzfristige Sicht. Langfristig dürfte der Silberkurs (und natürlich auch Gold) so lange weiter steigen, bis sich eine deutliche Entspannung in der globalen Marktwirtschaft abzeichnet. Warten Sie also neue Kaufkurse ab und beobachten Sie die wirtschaftlichen Rahmendaten weiter. Gerade hierbei haben Sie von mir in der letzten Zeit ja eine Unterstützung erhalten.
Ich wünsche Ihnen gute Gewinne
Sven Weisenhaus
P.S.: Beachten Sie den heutigen Ausbruch im DAX !! Ich habe hier lang genug auf Sie eingeredet. Hoffentlich haben Sie entsprechend reagiert. Lassen Sie es mich doch mal wissen und schreiben Sie mir!
Warten Sie aber vor den Jubelstürmen noch ab, ob es sich um eine nachhaltige Entwicklung handelt! Zu viele haben diesen Ausbruch erwartet. Für den massiven Einstieg bleibt noch genug Zeit. Dieser neue Trend könnte Wochen lang anhalten!
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Robert Behrendt (13.10. 2010 18:11 Uhr):
Sehr geehrter Herr Weisenhaus, auf Ihren Rat und einem charttechnischen Tipp von Robert Schröder bin ich gestern kurzfristig mit einem DAX Call Knock Out (Schwelle ca. 6100) eingestiegen. Momentan beläuft sich der Buchwertgewinn eines Tages auf ca. 50% bei einer 100% Position. Eigentlich wollte ich nach dem Ausstieg aus einem Eur/GBP Knockout Call, der ebenfalls ca. 50% in 14 Tagen brachte, eine kleine Investitiospause einlegen, aber Gelegenheiten muss man nutzen. Fundamental könnten wir vor einer Neubewertung der Aktien stehen. D.h. es dämmert den Anlegern, dass die Blue Chips weltweit auch bei stagnierenden Umsätzen hochprofitabel arbeiten können und mehr Dividende ausschütten werden, als Staatsanleihen. Dazu kommt noch, dass Aktien Sachwerte darstellen. Jetzt stehe ich vor dem Problem, ob ich die Position länger halten soll. So drohen z. B. am Freitag Gewinnmitnahmen nach dem starken Anstieg und dem Optionsverfallstermin. Anderseits kann dies der Beginn der Neubewertung sein und wir werden innerhalb von 5 Wochen den DAX bei 6700 oder höher sehen, zumal der Deckel bei 6400 "weggesprengt" wurde. Also vielen Dank für Ihren Einsatz! Ihr Fat_bob_ger
Antworten- Antwort von Sven Weisenhaus (15.10. 2010 15:16 Uhr):
Guten Tag Herr Behrendt! - - - Ich freue mich wirklich sehr, dass Sie aufgrund der hier im Wave Daily veröffentlichten Analysen einen guten Trade ansetzen konnten. - - - Zu den Chancen bei Aktien im Vergleich zu Anleihen habe ich im heutigen (Freitag) Beitrag noch ein paar Worte verloren. - - - Ob Sie die Position im DAX Knock Out Call halten sollten, kann ich so nicht beantworten. Letztlich kann dies von vielen Faktoren in der Ausgestaltung des Scheins abhängen. Im Prinzip scheint der Hebel in diesem Schein enorm zu sein. Ich würde hier für eine längerfristige Position einen kleineren Hebel wählen und diesen dann durchaus länger halten.6.700 Punkte sind absolut vorstellbar. - - - Mit freundlichen Grüßen - - - Sven Weisenhaus
- Antwort von Sven Weisenhaus (15.10. 2010 15:16 Uhr):
- Kommentar von EGrzanna (15.10. 2010 14:02 Uhr):
Ich werde tatsächlich fast mutlos, wenn ich einmal die Erläuterungen von Sven Weisenhaus und als Antwort darauf den Kommentar von Robert Behrendt lese und zu verstehen versuche. Dann würde ich am liebsten alles "in die Ecke schmeißen", denn ich verstehe absolut nichts. Aber da ich mein bißchen Erspartes nun doch nicht einfach nur 'rumliegenlassen möchte, bin ich natürlich weiterhin bemüht, mir mehr und mehr Sachverstand anzueignen. Inwieweit ich aber noch davon entfernt bin, über halbwegs Sachverstand zu verfügen entnehmen Sie schon dem Umstand, dass ich nichts mit Ihrer Erläuterung und anschließenden Aufforderung: Langfristig dürfte der Silberkurs (und natürlich auch Gold) so lange weiter steigen, bis sich eine deutliche Entspannung in der globalen Marktwirtschaft abzeichnet. Warten Sie also neue Kaufkurse ab und beobachten Sie die wirtschaftlichen Rahmendaten weiter. beginnen kann. Ist das eine Aufforderung, physisches Gold zu kaufen oder sprechen Sie von Gold- und Silberaktien? So einfach sind meine Probleme! Herzliche Grüße und Dank für Ihre stets sehr geschätzten Ausführungen. E.Grzanna
Antworten- Antwort von Robert (16.10. 2010 01:17 Uhr):
Sehr geehrter Herr EGrzanna, manchmal hat es auch Vorteile, wenn man nur "Bahnhof" versteht. Ich habe jetzt schon 3 mal eine bis zu 6 stellige Berg- und Talfahrt an den Börsen erlebt und deshalb einiges an Erfahrungen sammeln dürfen. Beim Investieren oder Zocken sollte man in mehreren Zeithorizonten denken (lernen). Silber: Kurzfristig lehrt uns der Chart und die Erfahrung, dass scharfe Einbrüche nach starken Anstiegen wahrscheinlich sind. Dies kann jederzeit passieren und ich halte es auch für wahrscheinlich, so dass ich momentan keine spekulativen Silberpositionen eingehen werde. Mittelfristige Sicht? Langfristige Sicht: Es wird Geld gedruckt/geschöpft ohne nach dem Morgen zu fragen (USD, EUR, YEN, GBP...). Irgendwann in 15 Jahren haben wir den demografischen Wandel und die Rechnung (Renten/Pensionen) wird den westlichen Industriestaaten und China (1 Kind Familie) präsentiert. Dann befürchte ich die echten Verwerfungen, die sich mit der Druckerpresse nicht mehr lösen lassen. Mit Edelmetallen kann man sich absicheren, muss aber bedenken, dass man damit nicht Gewinne erzielen wird, sondern nur sein Eigentum in Teilen retten kann. Aktien bieten den Vorteil, dass man an unternehmerischem Geschehen teilnehmen kann und historisch betrachtet, Edelmetallaktien in der Großen Depression gut gelaufen sind. Allerdings können die Förderkosten inflationär bedingt stark steigen und damit den Ertrag und die Bewertung der Aktien nach unten ziehen. Erfahrungen in dem Dorf meiner Mutter (Weltkrieg II) zeigen, dass in Notsituationen für Gold Nahrungsmittel erworben werden können, aber dies zu grottenschlechten >Kursen. Hier haben sich einige Bauern (eine Ölmühle) abartig bereichtert und für einen schweren Goldring 1 l Öl verkauft.Meine Empfehlung: Kaufen Sie sukzessive für 1% Ihres liquiden Vermögens pro Jahr Edelmetalle (50% Gold/50% Silber), bis 10% ihres liquiden Vermögens aus Edelmetallen bestehen (Versicherung gegen den finanzpolitischen Gau). 2. Kaufen Sie dividendenstarke Aktien (Versorger, Nahrungsmittelkonzerne, Zukunftsindustrien als Sachwertalternative gegenüber Staatsanleihen. Erwerben Sie Wohneigentum, indem Sie selbst wohnen und halten Sie einen Bargeldbestand von einem bis zwei Monatslöhnen, um bei "Bankhollidays" also Auszahlungsbegrenzungen liquide zu sein. Meine Spekulationen mit Derivaten dienen obigen Zielen, erfordern aber gute Nerven. Man darf nicht den Zeitpunkt verpassen, an dem ein Umstieg von Papier auf Realien erforderlich wird. Aktien sind deshalb eine gute Alternative, weil die Zinsen auf Top Staatsanleihen (AAA Rating) grottig niedrig sind. Man benötigt 40 Jahre und mehr, bis man seinen Kapitaleinsatz verdient hat, während bei guten Aktien 10 - 15 Jahre reichen. Staatsanleihen werden bei einer Währungsreform umgetauscht und können ihren Wert iflationsbedingt verlieren, während Aktiengesellchaften mit dem neuen Geld sofort wieder ins Geschäft einsteigen können. Gleiches gilt auch für Sparbuchanlagen. Wahrscheinlich werden Sie meinen Ratschlag nicht befolgen, weil Ihre Umgebung Gold und Aktien negativ bewerten wird. Kursschwankungen bei Aktien muss man halt aushalten können. Die Sicherheit hat ihren Preis (lächerliche Rendite, hohe Verluste bei Inflation...)
- Antwort von Robert (16.10. 2010 01:29 Uhr):
P.S. Ich konnte doch nicht widerstehen und bin ausgestiegen. Jetzt bin ich im Nikkei 225 long gegangen: Grund: Steigendes Dreieck, steigender Dollar, der die BoJ zu Währungsintervenitonen am Montag geradezu einlädt. Der Zeitpunkt für eine Intervention ist ideal: Niemand kann bis Montag reagieren, weil Wochenende ist, zum Börsenbeginn kann mit wenig Geld der USD sofort zum Steigen gebracht werden. Auch Europa und China haben ein Interesse an einem konstanten USD, der nicht ins Bodenlose einbricht. Nicht so schlechte Konjunkturzahlen in Japan. Auch beim Chart Eur/USD könnte es nach dem starken Anstieg eine Korrektur geben. Ich bin gespannt auf Montag.
- Antwort von Sven Weisenhaus (16.10. 2010 12:00 Uhr):
Hallo! Ich werde auf Ihr Problem am Montag eingehen. - - - So viel vorweg: Wenn Sie noch weitere konkrete Fragen haben, nur raus damit!! - - - Mit freundlichen Grüßen - - - Sven Weisenhaus
- Antwort von Sven Weisenhaus (16.10. 2010 14:10 Uhr):
Hallo Robert! - - - Mich würde eine erneute Intervention sehr freuen, da ich in USD/JPY noch Long investiert bin. Zudem sehe ich das ähnlich. In beiden Währungspaaren ist eine Gegenbewegung überfällig. - - - P.S.: Die erste Antwort war auf den Kommentar von E.Grzanna gerichtet.
- Antwort von Robert (16.10. 2010 01:17 Uhr):