Wie Sie von der gestiegenen Volatilität profitieren können – ein paar Tipps für Trader
Investoren Wissen
vom 25. Juli 2006 16:00 Uhr
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Strukturelle Änderungen am Markt – auch nur kurzfristige – sind für Trader immer eine Herausforderung.
In den letzten zwei Monaten gab es an den US-Börsen eine strukturelle Änderung. Das hat aber kaum etwas mit den fallenden Kursen zu tun. Die Änderung bezieht sich auf die Volatilität.
Die meisten Anleger haben sich in den letzten zwei Monaten auf die Kursänderungen konzentriert. An den US-Börsen gab es dabei nur vergleichsweise geringe Kursrückgänge. Bei der Volatilität gab es aber einen radikalen Wandel.
Kursentwicklung und Volatilität im S&P 500
Anfang Mai markierte der S&P 500 bei 1.326,70 Punkten ein Hoch. Das Tief während des Kursrückgangs lag bei 1.219,29 Punkten – ein Minus von 8,1 Prozent. Ein deutlicher Rückgang, aber für technische Analysten nicht groß genug, um von einer Korrektur zu sprechen. Zur Zeit sind wir sogar nur 4,5 Prozent unter dem Hoch.
Die Volatilität sieht aber ganz anders aus. In den letzten Monaten stieg sie nämlich um 50 Prozent. Das ist wirklich eine strukturelle Änderung, die uns die höchste Volatilität der letzten drei Jahre gebracht hat.
Stürmische Märkte = schwere Zeiten
Wie lief Ihre Strategie in den letzten zwei Monaten?
Was können Sie machen, wenn die Börse seitwärts läuft oder gar fällt und die Kurse heftig nach oben und unten ausschlagen?
1) Verringern Sie die Größe Ihrer Positionen. Wenn Ihre Strategie nicht so läuft, wie geplant, dann sollten Sie die Größe der Position reduzieren und erst dann wieder ausbauen, wenn die Performance besser wird. Sie büßen damit zwar ein paar Prozent Gewinn ein, wenn es in Ihre Richtung läuft. Aber wenn es an der Börse große Unsicherheit gibt, ist es klüger, das Risiko zu begrenzen.
2) Wenn Ihre Strategie schlecht läuft, sollten Sie aussteigen. Viele der besten mittelfristigen Strategien sehen auch den Ausstieg in turbulenten Börsen vor.
3) Prüfen Sie Ihre Einstiegssignale bei langfristigen Strategien. Weil der Markt zur Zeit wesentlich volatiler ist, als in den letzten drei Jahren, liefern langfristige Strategien zur Zeit häufiger Fehlsignale. Vergewissern Sie sich deshalb, dass Ihr System die höhere Volatilität berücksichtigt. Schließlich können Trader noch ihren Anlagehorizont zu verkürzen. Gewinne, für die man früher Tage gebraucht hat, lassen sich jetzt schon in wenigen Stunden realisieren. Day-Trader sind deswgen froh über die hohe Volatilität.
Chart der Woche
Apple Computer (Nasdaq-Kürzel: AAPL) läuft nicht mit dem Markt – zumindest nicht bei der Volatilität. Die Volatilität von Apple ging in den letzten Monaten nämlich deutlich zurück. So ein Rückgang der Volatilität geht normalerweise größeren Kursausschlägen voraus. Sehen Sie sich den Bereich um 55 US-$ genau an. Schließt die Aktie unter dieser Marke, könnte das zu einem weiteren Kursverfall kommen. Wahrscheinlicher aber ist ein Abprallen von dieser Zone und ein Kursanstieg. Achten Sie aber auf Unternehmensnachrichten. Die könnten nämlich die technische Situation kurzfristig überlagern.