Facebook-Aktie: Wie Sie schlechte Investments umgehen

Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien
vom


Was hat man versucht einen Hype daraus zu machen. Mit großem medialen Aufwand wurde die letzten Wochen versucht, der Börsengang von Facebook der Masse der Anleger schmackhaft zu machen. Nicht selten sah ich mich dabei an die Werbeaktion zur Telekom-Aktie hier in der Bundesrepublik erinnert.


Wie jeder von Ihnen weiß, ist Facebook sicherlich kein Nebenwert und die Frage stellt sich damit, warum dann an dieser Stelle hier darüber überhaupt nachdenken? Nun, anhand der Ereignisse der letzten Wochen und Tage lassen sich ein paar ganz interessante Dinge zum Thema "gutes Investment" vs. "schlechtes Investment" aufzeigen, die sich auch auf den Nebenwertebereich wunderbar übertragen lassen.

Hype um ein Unternehmen: Bereits Grund genug, dieses nicht zu kaufen?

Ein altbekannter Spruch an den Börsen besagt ja sinngemäß, dass Sie dann Aktien kaufen sollten, wenn das Blut in den Straßen fließt und die Kanonen donnern. Wird also ein Hype um ein Unternehmen gemacht, haben wir die genau gegenteilige Situation.

Doch wer sagt, dass vielleicht nicht doch etwas am Hype dran ist?

Hier hilft nur ein genauer Blick auf das Geschäftsmodell, in diesem Fall also darauf, wie Facebook sein Geld verdient.

Was kauft ein Facebook-Anleger eigentlich?

Facebook ist streng genommen nicht mehr als eine Firma mit einem Computer, auf den 900 Millionen Leute zugreifen, die sich gegenseitig den Freundschafts-Button klicken. Dabei wird nebenher noch etwas Werbung verkauft, womit der einzige Wert der Firma in den gesammelten Benutzerdaten liegt.

Wenn Sie sich dazu noch den Markt ansehen, in dem Facebook operiert und dass gut 70% der potentiellen Nutzer bereits auf Facebook aktiv sind, stellt sich die Frage, was sich hier noch groß bewegen soll? Ein großes Wachstum ist aber nötig, um die jetzigen Aktienbesitzer bzw. Leute, die jetzt noch auf den Zug aufspringen, mit Gewinnen zu bescheren.

Dazu kommt, dass immer mehr Werbeexperten feststellen, dass Facebookwerbung nicht viel bringt. Dies führte unter anderem dazu, dass einer der größten Werbekunden der USA, General Motors (GM), vor wenigen Tagen verkündete, sich von Facebook zurückziehen zu wollen.

Dazu kommt, dass der Ausgabekurs von Facebook viel zu hoch ist. Facebook erwirtschaftet nur einen Bruchteil des Gewinnes, der nötig wäre, um den jetzigen Aktienkurs zu rechtfertigen. Dennoch war der Hype in den Medien groß und einige gierige Leute kauften... und werden es bereuen.

 

Was Sie hieraus für Ihre Nebenwerte-Investments mitnehmen können

Egal, was Sie sich letztlich ins Portfolio holen. Prüfen Sie immer die harten Zahlen und verlassen Sie sich niemals vollständig auf "Expertenmeinungen". Sie werden im Bereich der Nebenwerte sicher keinen derartigen medialen Rummel finden, jedoch gibt es hier wiederum Aktienpusher und Stockpromoter, welche mit ihren "Analysen" entsprechend versuchen, Anleger zum Kauf der entsprechenden Aktien zu bewegen (z.B. besonders gerne im Rohstoffsektor verbreitet).

Von der Facebook-Aktie werde ich mit Sicherheit die Finger lassen (und das empfehle ich Ihnen auch). Ich gehe davon aus, dass der Wert in den kommenden Monaten noch kräftig unter die Räder geraten wird, denn die Zahlen stimmen hier einfach nicht. Hype hin oder her...

Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Nachmittag.

Herzliche Grüße, Ihr

Klaus Buhl

 

 

 


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